Seit sieben Jahren tritt Reus ohne Führerschein das Gaspedal durch - und das Gesetz mit Füßen. Er gibt ein schlechtes Vorbild ab.

Im Mai dieses Jahres war der Aufschrei groß. Als bekannt wurde, dass Bundestrainer Joachim Löw wegen mehrmaliger Raserei am Steuer nicht zum ersten Mal seinen Führerschein abgeben musste.

Immerhin hat er einen.

Im Vergleich zum nun öffentlich gewordenen Vergehen des Marco Reus erscheint der Fall Löw wie eine Petitesse.

Denn eine Führerschein-Prüfung hat Reus nie gemacht.

Davon abgehalten, am Straßenverkehr teilzunehmen, hat es ihn nicht. Ebenso wenig wie Werbung zu machen für einen Automobilhersteller.

Nun bekommt er die Quittung. Sie fällt mit 540.000 Euro üppig aus. Trotzdem kann sich Reus noch glücklich schätzen, dass die aufgebrummten 90 Tagessätze genau unter der Grenze zur Vorstrafe liegen.

Nachdem er erwischt wurde, sprach Reus von einer Dummheit. Ehrliche Reue wirkt anders.

Reus ist kein kleiner Junge mehr, sondern mit 25 Jahren ein junger Erwachsener. Sein Vergehen ist kein dummer Jungenstreich, sondern eine schwerwiegende Straftat. Eine sieben Jahre dauernde obendrein.

Auf dem Platz gilt Reus als einer der schnellsten und besten deutschen Fußballer.

Mit diesen Eigenschaften hat er auch eine Vorbildfunktion inne - ob er will oder nicht. Indem Reus ohne Berechtigung das Gaspedal munter durchgetreten hat, hat er diese Verantwortung mit Füßen getreten.

In jüngster Zeit fuhr Reus munter mit einem 500 PS starken Aston Martin durch die Gegend. Jenem Wagen, mit dem sich auf der Leinwand James Bond fortbewegt.

Der Spion mit der Lizenz zum Töten mag es mit den Gesetzen in der fiktiven Welt nicht immer allzu genau nehmen. Für Reus aber gelten sie in der realen Welt.

Reus sollte diese Tatsache nun endlich verinnerlicht haben.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel