München - Vor dem Kellerduell kämpfen Bremen und Dortmund mit unangenehmen Debatten. Die Statistik macht dem Verlierer wenig Mut.

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Mehr Kellerduell geht nicht.

Borussia Dortmund reist als schwächste Auswärtsmannschaft der Liga zum Tabellenletzten nach Bremen.

Kein einziges Auswärtsspiel konnte der BVB seit dem 3:2-Sieg Ende August in Augsburg in gewinnen. Seitdem taumelt der Vizemeister der vergangenen Saison auf fremden Plätzen von einer Pleite in die nächste.

Sechsmal verloren die Dortmunder, nach dem 0:2 vor drei Wochen in Frankfurt fanden sie sich auf dem letzen Rang wieder.

Dieses Schreckensszenario droht den Schwarz-Gelben nun wieder, wenn auch das Spiel bei Werder Bremen verloren geht.

Neven Subotic gesperrt

"Wir werden da hochfahren und noch einmal alles raushauen", verspricht Jürgen Klopp vollen Einsatz.

Den darf Neven Subotic nicht bringen. Der Innenverteidiger fehlt wegen einer Gelbsperre. Zudem sind Sebastian Kehl und Sven Bender angeschlagen. Das macht die Sache für den BVB nicht gerade einfacher.

Sonderlob für Ciro Immobile

Trotz dieser personellen Probleme und des späten Gegentreffers zum 2:2 am Mittwoch im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg hob Klopp die positiven Erkenntnisse hervor.

Insbesondere Angreifer Ciro Immobile, der gegen die "Wölfe" ein Tor vorbereitet und eins selbst erzielt hatte, wurde vom Trainer in den höchsten Tönen gelobt.

"Das war ohne Zweifel sein bestes Spiel für den BVB", betonte der 47-Jährige und verkündete die Botschaft: "Wir leben noch."

BVB stärkt Marco Reus

Das, was Fußball-Deutschland am Tag nach dem Unentschieden gegen den Tabellenzweiten interessierte, war freilich eine höchst unangenehme Meldung.

Marco Reus, derzeit wieder einmal wegen einer Verletzung außer Gefecht gesetzt, muss über eine halbe Million Euro Strafe zahlen. Er war jahrelang ohne Führerschein Auto gefahren ? und das in mindestens sechs Fällen auch noch zu schnell.

Bedächtig kommentierte Klopp diese Verfehlungen: "Das ist eine dieser dummen Geschichten, bei denen es keinen Ausweg gibt, bis man erwischt wird. Das ist er, und das istauch gut so." Auch die Höhe des Strafmaßes sei in Ordnung. Jetzt aber gelte es, wieder zum Alltag zurückzukehren.

Und der heißt für Dortmund Abstiegskampf in Bremen.

Rat an Zlatko Junuzovic

Auch an der Weser bemühte man sich einen Tag nach der 1:4-Pleite bei Borussia Mönchengladbach wieder um Normalität.

Zlatko Junuzovic habe eine leichte Muskelverhärtung davongetragen. Sein Einsatz gegen Dortmund sei jedoch nicht gefährdet, beschwichtigte Trainer Viktor Skripnik.

Direkt nach der Niederlage in Gladbach stand Junuzovic noch im Zentrum starker öffentlicher Kritik, wie man sie aus dem eher beschaulichen Bremen so noch nicht häufig gehört hat.

Nachdem er kein gutes Haar an seiner Truppe gelassen hatte, wurde er von Sportdirektor Thomas Eichin kräftig in den Senkel gestellt: "Er soll nach den Spielen nicht so schnell erzählen, sondern erst mal Luft holen und nachdenken."

Zahlen machen Angst

Skripnik wandte sich indes schon dem kommenden Gegner zu. "Dortmund ist ein angeschlagener Boxer, und die können einem richtig auf die Fresse geben", warnte der Ukrainer, der als Trainer der Werder-Profis noch kein Heimspiel verloren hat.

"Wenn wir gewinnen, können wir wieder alles gut machen und mit guter Laune in die Winterpause gehen", sagt Skripnik.

Wenn Werder aber als Schlusslicht in die Rückrunde geht, wird es an der Weser wohl noch stürmischer werden.

In den vergangenen zehn Spielzeiten stieg das Hinrunden-Schlusslicht sieben Mal am Ende der jeweiligen Saison auch ab.

Der Verlierer des Spiels im Weserstadion steckt also - statistisch gesehen - schon mit mehr als einem Bein in der Zweiten Liga.

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