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1. FSV Mainz 05 FC Bayern München Arjen Robben Tor
Arjen Robben (2.v.r.) erzielte seinen zehnten Saisontreffer © Getty Images

Mainz - Der Rekordmeister wird in Mainz so hart gefordert wie lange nicht mehr. Erst ein Tor in der vorletzten Minute entscheidet das Spiel.

So ausgelassen hat man die Bayern lange nicht mehr jubeln sehen.

Wie von der Tarantel gestochen, raste Siegtorschütze Arjen Robben zur Trainerbank der Gäste und ließ sich feiern. Selbst Manuel Neuer hielt es nicht mehr in seinem Tor, auch er wollte mitjubeln.

Ein größeres Kompliment konnten sie den aufopfernd kämpfenden und mutig aufspielenden Mainzern gar nicht machen.

"Natürlich bin ich glücklich, aber es tut mir auch ein bisschen leid für Mainz. Sie hätten einen Punkt verdient gehabt", sagte Robben bei "Sky" nach seinem entscheidenden Tor in der 90. Minute.  Mainz ärgert die Über-Bayern - die Highlights auf SPORT1.fm.

"Es tut weh"

Auch der Mainzer Trainer Casper Hjulmand machte seiner Mannschaft ein großes Kompliment, konnte seine Enttäuschung aber nicht verbergen: "Wir haben alles versucht, eine Überraschung zu schaffen. Zwölf Torschüsse gegen Bayern sind sehr gut. Es tut weh, dass die Mannschaft für ihre tolle Leistung nicht belohnt wurde."

Die Bayern dagegen verabschiedeten sich mit weiteren drei Punkten und Rekorden in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub, auch wenn sie beim 2:1 (1:1) lange um den Dreier bangen mussten.

Weitere Bestmarken

Weitere Bestmarken sprangen trotzdem heraus: Mehr als zehn Punkten Vorsprung auf den Verfolger, wie die Bayern (45) auf den erst am Samstag spielenden VfL Wolfsburg (31) haben werden, hatte nach einer Hinrunde noch nie ein Bundesliga-Spitzenreiter.

Nur vier Gegentore nach 17 Spieltagen sind ebenfalls ein neuer Ligarekord, über den sich besonders Weltmeister-Keeper Manuel Neuer freuen dürfte.

Robben trifft kurz vor Schluss

Vor 34.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena besiegelten Bastian Schweinsteiger (24.) und Arjen Robben (89.) den 14. Erfolg für die seit 21 Bundesligapartien ungeschlagenen Münchner.

Für die Mainzer, die durch Elkin Soto (21.) in Führung gegangen waren, verlängerte sich durch die fünfte Saison-Pleite die schwarze Serie von nun neun Begegnungen ohne Dreier.

Die Gastgeber begannen beherzt wie selten zuvor in der bisherigen Saison - und wären fast belohnt worden. Doch das vermeintliche Tor des erstmals in der Startelf stehenden Pablo De Blasis (4.) wurde wegen Abseitsstellung zu Recht nicht gegeben.

Bayern nicht clever genug

Die Bayern dominierten in der Folge wie erwartet die Partie und kamen immer wieder über ihre Flügelflitzer Franck Ribery und Arjen Robben gefährlich vor das FSV-Gehäuse. Zu Beginn fehlte den Müchnern - vor allen Dingen Ribery (2./5.) - aber die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss.

Bei einem Konter offenbarte die Abwehr der Münchner nach einem Fehlpass von Pierre-Emile Höjbjerg dann aber doch ungewohnte Schwächen.

Soto tunnelte nach Vorarbeit von Shinji Okazaki Bayern-Keeper Manuel Neuer mit einem Schuss aus halblinker Position. Es war erst der zweite Gegentreffer, den der Weltmeister in einem Auswärtsspiel in dieser Bundesliga-Runde hinnehmen musste und der erste nach 619 Minuten.

Ausgleich im Gegenzug

Allerdings schlug die spielerisch klar überlegene Guardiola-Elf quasi im Gegenzug zurück, als Schweinsteiger mit einem umstrittenen Freistoß aus rund 19 Metern sein erstes Saisontor erzielte.

Zu Beginn der zweiten Hälfte scheiterte Yunus Malli erneut völlig freistehend am glänzend parierenden Neuer (49.).

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, weil die Rheinhessen immer mutiger wurden. Der FC Bayern kombinierte weiterhin gefällig, ließ aber die letzte Konsequenz vermissen. Kurz vor Schluss stellte Robben aber doch noch den Sieg her.

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