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John Anthony Brooks (vorne) spielte mit der USA bei der WM 2014
John Anthony Brooks (vorne) spielte mit der USA bei der WM 2014 © getty

Berlin - Hertha BSC blamiert sich gegen Hoffenheim. Neuendorf stellt den Schiedsrichter an den Pranger und lenkt damit von Problemen ab.

Andreas Neuendorf redete sich in Rage. Der Ex-Profi von Hertha BSC attackierte Schiedsrichter Peter Sippel und unterstellte ihm indirekt sogar Alkoholkonsum.

"Wenn er Eier hat, dann stellt er sich und sagt: Ich war gestern ein bisschen länger auf dem Weihnachtsmarkt und konnte nicht alles so richtig deuten. Aber das wird er wahrscheinlich nicht tun, sondern sagen, er hat alles richtig gesehen. Wir müssen leider damit leben", sagte Neuendorf, der in der Hertha-Jugendakademie arbeitet, im Halbzeit-Interview bei "Sky".

Neuendorf lenkte damit aber auch von eigenen Problemen der Berliner ab. Denn die sind beim Hauptstadtklub groß. Bei der 0:5 (0:3)-Heimpleite gegen 1899 Hoffenheim präsentierte sich die Hertha wie ein Abstieger.

Zwei Aussetzer bei Brooks

John Anthony Brooks schlich deshalb wie ein begossener Pudel vom Platz. Mit zwei Aussetzern innerhalb von drei Minuten hatte der US-Nationalspieler die Niederlage eingeleitet.

"Es war ein schwarzer Tag", fasste sein Teamkollege Nico Schulz zusammen und sprach damit vor allem für den Pechvogel des Tages.

Brooks hatte quasi im Alleingang den Weg zum höchsten Hoffenheimer Sieg in der Bundesliga geebnet: Erst traf der WM-Teilnehmer ins eigene Tor (23.), dann verursachte er mit einem Foul im Strafraum das entscheidende zweite Gegentor durch den Elfmeter von Sejad Salihovic (26.).

"Wir haben uns die Dinger selber reingehauen", meinte auch Hertha-Verteidiger Peter Niemeyer.

Nur einen Punkt vor Platz 16

Die Berliner, die vor der Saison 20 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben haben, sind nur noch einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

Derweil hat Hoffenheim die Europapokalränge im Blick: Der Rückstand auf den Tabellenvierten Borussia Mönchengladbach beträgt nur einen Zähler.

"Wir haben aus einer guten eine sehr gute Vorrunde gemacht", resümierte 1899-Trainer Markus Gisdol: "52 Punkte im Kalenderjahr sind eine tolle Sache. Das wollen wir jetzt erstmal genießen."

Glück hatten die Kraichgauer diesmal mit dem Schiedsrichter. Das angebliche Foul von Schulz an Andreas Beck hatte nur Sippel gesehen. Auch deshalb war Neuendorf schlecht gelaunt.

Genauso wie die aktuellen Profis, die nach der Pause hauptsächlich durchs Motzen auffielen.

Salihovic nimmt Geschenk an

Salihovic nahm das vorweihnachtliche Geschenk gerne an und verwandelte auch seinen zweiten Foulelfmeter (39.). Der Bosnier gab später zu: "Da haben wir Glück gehabt."

Sven Schipplock (74.) und Sebastian Rudy (84.) schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. Am Ende stand ein historischer Tag.

Beim letzten Tor leistete Niemeyer mit einem Riesen-Aussetzer die Vorarbeit.

"Wir haben uns die Dinger selber reingehauen", sagte der Abwehrspieler hinterher. Niemeyer kritisierte den Schiedsrichter, erkannte aber auch den Ernst der Lage. "Wir müssen jetzt in der zweiten Halbzeit der Saison angreifen, um Punkte zu holen für den Klassenerhalt."

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