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Kevin Kampl spielte in Deutschland zuletzt für den VfR Aalen
Kevin Kampl spielte in Deutschland zuletzt für den VfR Aalen © getty

München - Kevin Kampl könnte bei Borussia Dortmund langfristig Marco Reus ersetzen. Der Abgang der Nationalspieler wird wahrscheinlicher.

Michael Zorc schwärmte von seinem Zwölf-Millionen-Mann. Borussia Dortmunds Sportdirektor hat noch vor Weihnachten den ersten Wintertransfer perfekt gemacht. Nun erklärte Zorc, warum sein Klub für Kevin Kampl so tief in die Tasche gegriffen hatte.

Der Slowene sei "ein im offensiven Mittelfeld vielseitig einsetzbarer Spieler, den wir schon sehr lange beobachten. Mit seiner Spielweise passt er ausgezeichnet in unser Anforderungsprofil."

Der neue Mann von Red Bull Salzburg sei laut Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke "ein schneller Mittelfeldspieler, der Pressing und Gegenpressing perfekt beherrscht".

29 Tore in 109 Spielen

Kampls Statistik war ein weiteres Argument für den Transfer: In 109 Pflichtspielen für Salzburg erzielte er 29 Tore und bereitete 54 weitere vor.

Ein schneller Mann, der alle Positionen im Mittelfeld spielen kann und Scorerqualitäten hat - das klingt verdächtig nach einer Kopie von Marco Reus.

Und schon stellt sich die Frage: Sehen die Dortmunder in Kampl bereits einen potenziellen Nachfolger für Reus?

Vertrag bis 2019

Zunächst soll der Zugang mithelfen, den BVB von Platz 17 nach oben zu bringen und den Klassenerhalt zu schaffen (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan). Die Dortmunder planen aber auch langfristig mit Kampl. Sonst hätten sie ihm wohl kaum einen Vertrag bis Juni 2019 gegeben.

Dass er in der kommenden Saison gemeinsam mit Reus spielen wird, ist derzeit unwahrscheinlicher denn je.

"Wenn wir nächstes Jahr nicht Champions League spielen, wird es schwer, ihn zu halten", sagte Watzke Anfang November zum Thema Reus im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

Danach ging es für Dortmund weiter bergab. Bei aktuell zwölf Punkten Rückstand auf Platz vier ist eine erneute Qualifikation für die Königsklasse unrealistisch.

Kein Gedanke an Champions League

Auch Watzke will das Wort Europacup derzeit nicht in den Mund nehmen:

"Wir haben Abstiegskampf und es geht am Ende nur darum, den Abstieg zu vermeiden und dann im Sommer daraus die Ableitung zu treffen, wie wir dann irgendwann wieder auch europäisch Fußball spielen", erklärte er bei "Sky".

Deshalb müssen sich die BVB-Fans wohl damit anfreunden, dass der Nationalspieler im Sommer das schwarz-gelbe Trikot abstreift.

Heynckes rät zu Real

Doch wohin zieht es Reus dann? Jupp Heynckes legte ihm zuletzt einen Wechsel nach Spanien ans Herz.

"Ich würde Marco Reus empfehlen, zu Real Madrid zu gehen. Der FC Bayern hat vier, fünf Weltklassespieler in der Offensive. Wo wollen sie noch Marco Reus unterbringen?", sagte Münchens einstiger Erfolgscoach zuletzt bei "Sky".

Sollte sich Reus zu einem Abschied entschließen, dürften die "Königlichen" harte Konkurrenz bekommen. "Wenn er wirklich die Ausstiegsklausel in Höhe von 25 Millionen Euro hat, dann ist das ein Preis, wo natürlich jeder Spitzenklub zuschlagen muss", erklärte Heynckes.

Es ist eine Ablösesumme, die der FC Bayern aus der Portokasse zahlen kann. Der Rekordmeister beschäftigt sich schon seit Monaten mit Reus. Allerdings soll es dem 25-Jährigen nicht gepasst haben, dass die Münchner in Person von Vorstandsboss Karl-Hein Rummenigge Details zu seiner Ausstiegsklausel preisgegeben haben.

Barcelona als Wunschverein

Ohnehin gilt der FC Barcelona als seine Wunschadresse. Allerdings dürfen die Katalanen nach jetzigem Stand keine Spieler verpflichten.

Der Verein war für Transfers mit minderjährigen Fußballern bestraft worden. Barcelona hat allerdings gegen das Urteil geklagt. Der CAS will noch in diesem Jahr entschieden, ob die Transfersperre aufgehoben werden kann.

Zeigt der Internationale Sportgerichtshof kein Erbarmen, ist Reus' Wechsel vom Tisch. Dann könnte er sich seinen Traum frühestens Anfang 2016 erfüllen.

Kampl ist bereits jetzt am Ziel seiner Träume angekommen. Dem BVB hat der gebürtige Solinger schon als Kind die Daumen gedrückt. Die Borussen veröffentlichten am Montag auf ihrer Homepage ein Kinderfoto von Kampl. Auf diesem trägt er ein T-Shirt der Borussen und hält eine BVB-Schultüte in der Hand.

Kampl hat auf diesem Bild leichte Ähnlichkeit mit einem aktuellen Bundesliga-Star: Marco Reus.

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