München - Shaqiri und Hojbjerg sind weg. Und doch: Das Trainingslager in Katar gibt einen ersten echten Eindruck von Bayerns Monsterkader.

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Von locker auf voll konzentriert in einer Sekunde: Als Spieler, Trainer, Betreuer und Verantwortliche des FC Bayern am Freitagmorgen den Check-In-Bereich des Münchner Flughafens betraten, wechselten sie sofort in den Trainingslager-Modus.

Zuvor hatten sie bereits am Flughafen gemeinsam gefrühstückt. Auch zwei Tage nach dem Arbeitsstart ins neue Jahr hatte man sich viel zu erzählen aus dem Urlaub. Dann aber gab es nur noch den Blick weit in Richtung Südosten.

In Doha soll die Grundlage dafür gelegt werden, dass die Münchner nicht wie vor einem Jahr im Frühling nachlassen und so den Champions-League-Titel verspielen. "Wir hatten jetzt eine längere Pause als letztes Jahr", sagte David Alaba SPORT1. Vier Tage, um genau zu sein, 18 insgesamt. Ende 2013 kam für die Bayern noch die Klub-WM in Marokko hinzu, weshalb das Bundesliga-Spiel in Stuttgart im Januar nachgeholt werden musste.

Die Hoffnung heute: "Wir wollen uns jetzt im Trainingslager so gut vorbereiten, dass wir so weiterspielen können", sagte Alaba. Mit 26 Spielern reiste der FC Bayern nach Katar, nur Philipp Lahm und Thiago setzen ihre Reha in München fort.

Martinez muss sich gedulden

Beide sollen wohl im Februar wieder ins Training einsteigen, genau wie Javi Martinez. Bei Alaba geht es nach seinem Innenbandanriss schneller. Läuft alles optimal, wird er schon im Trainingslager mit der Mannschaft trainieren. "Sicher bin ich noch nicht bei hundert Prozent, aber das Knie fühlt sich sehr gut an", sagte er.

Im Dezember noch verletzte oder angeschlagene Spieler wie Xabi Alonso, Medhi Benatia, Sebastian Rode, Robert Lewandowski oder Holger Badstuber sind dagegen auf dem Weg zu kompletter Fitness.

Das heißt aber auch: Die beiden Abgänge Xherdan Shaqiri und Pierre-Emile Hojbjerg werden den Bayern in der Rückrunde kaum fehlen. Jerome Boateng versicherte zwar über Shaqiri: "Er ist auf jeden Fall nett und lustig und ich wünsche ihm alles Gute." Von einem sportlichen Verlust war aber nie die Rede.

Die Konkurrenz ist auch so hart genug. Zum ersten Mal dabei sind auch Mittelstürmer Michael Eberwein und Mittelfeldspieler Marco Hingerl aus der U19, beide erst 18 Jahre alt. Die Bayern wollen nach der Kritik am Transfer von Joshua Kimmich sofort beweisen, dass sie auch selbst erfolgreich junges Gemüse auf den Platz bringen können.

Sammer schließt Zugänge aus

Neuzugänge schloss Sportvorstand Matthias Sammer deshalb zumindest fürs Erste aus: "Es ist nichts geplant und wenn nichts passiert, werden wir es nicht tun." Weitere Spieler werden die Bayern in diesem Monat nicht mehr verlassen. Höchstens wenn in Doha massenhaft Bänder reißen, müssen Sammer und Trainer Guardiola auf dem Transfermarkt nochmal ran.

Besonderer Reisestress ergibt sich für Manuel Neuer: Nach nur drei Tagen in Katar fliegt er am Montag nach Zürich zur Weltfußballer-Gala, danach wieder zurück.

Für Sammer ist die Sache eindeutig

Sammer wagte sich angesichts der Konkurrenten Cristiano Ronaldo und Lionel Messi für Neuer extrem weit nach vorne: "Einige Experten haben diskutiert, ob der Torhüter zu einer Mannschaft gehört oder nicht. Wenn er dazugehört, gibt es nur einen, der gewinnen kann. Und das ist er. Wenn er es jetzt nicht werden kann, in dieser Konstellation als Weltmeister, dann weiß ich auch nicht mehr."

Auch neben dem Platz hat Neuer offenbar seine Qualitäten: Die Frage, wie Neuer privat drauf sei, blockte Thomas Müller mit einem Grinsen ab. "Dazu kann ich nichts sagen, denn dann komme ich ins Gefängnis", sagte er.

Am 18. Januar kehrt der FC Bayern über den Umweg Saudi-Arabien zurück, wo tags zuvor noch ein Testspiel geplant ist. Der Gegner steht dabei noch nicht fest. Bereits am 13. Januar trifft der deutsche Meister auf eine katarische Auswahl.

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