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Junior Malanda im Trikot des VfL Wolfsburg (schwarz-weiß)
Junior Malanda ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen © getty

Wolfsburg - Wolfsburgs Junioren-Nationalspieler ist bei einem Unfall auf der Autobahn ums Leben gekommen. Der 20-Jährige war Beifahrer.

Der belgische Junioren-Nationalspieler Junior Malanda vom Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg ist am Samstag bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Das bestätigten der Klub und die Polizei am Samstagabend. Der 20-Jährige verunglückte nach Polizeiangaben um 15.20 Uhr auf der A2 bei Porta Westfalica auf der Fahrt in Richtung Hannover.

"Wir sind alle zutiefst bestürzt und können unsere Fassungslosigkeit kaum in Worte fassen", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs.

"Wir alle haben ihn geliebt. Er war der gute Geist unserer Mannschaft und ein lebenslustiger Mensch. Darüber hinaus war Junior ein exzellenter Fußballer, der erst ganz am Anfang seiner Entwicklung stand. Wir können immer noch nicht glauben, dass er nicht mehr bei uns ist. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie und seinen Angehörigen."

Fans und Team trauern

Am Abend sollte der VfL-Profi mit seinen Teamkollegen den Flug ursprünglich von Braunschweig aus ins Trainingslager nach Südafrika antreten. Aufgrund der Schreckensnachricht sagte der Klub den Flug ans Kap zunächst ab.

Am Sonntagvormittag soll mit der Mannschaft beraten und entschieden werden, ob das Team unter dem Eindruck der Tragödie überhaupt noch ins Trainingslager reisen wird.

In einer Pressekonferenz am Sonntagmittag will der Klub sich nach SPORT1-Informationen dann zum weiteren Vorgehen äußern.

Überhöhte Geschwindigkeit?

Rund um die Wolfsburger Arena kamen unterdessen etliche Fans der "Wölfe" zusammen, um gemeinsam zu trauern. Am Sonntag wollen sich erneut viele Fans am Stadion treffen, um gemeinsam dem Profi zu gedenken.

Grund für den Unfall soll nach erster Einschätzung der Polizei überhöhte Geschwindigkeit bei nasser Fahrbahn und starkem Wind gewesen sein. Der Wagen sei ins Schleudern geraten, über die Seitenplanke geflogen und gegen einen Baum geprallt.

Der VfL-Profi habe den SUV nicht selbst gefahren, sondern auf der Rückbank gesessen. Mit Malanda befanden sich der Fahrer sowie eine weitere Person in dem Auto, heißt es. Laut der Polizei in Bielefeld sind die Ermittlungen über den genauen Hergang des Unfalls noch nicht abgeschlossen.

De Bruyne reagiert schockiert

Bei Wolfsburgs Spielern saß der Schock über die Nachricht vom Tod ihres Mannschaftskameraden tief.

Als erste Reaktion twitterte der belgische Nationalspieler Kevin De Bruyne zu einem gemeinsamen Bild mit Malanda: "Es ist so merkwürdig, wenn Du Deinen Freund morgens noch gehört hast und dann nachmittags solche Nachrichten erfährst. Ich habe einen großen Freund verloren. Ruhe in Frieden, Du wirst immer bei uns sein."

Wie die Weltmeister Lukas Podolski, Mario Götze und Benedikt Höwedes sowie mehrere Bundesligisten bekundete auch Belgiens Nationaltrainer Marc Wilmots seine Anteilnahme über den Kurznachrichtendienst und erinnerte auch noch einmal an Malandas sportliche Qualitäten.

"Der belgische Fußball hat eines seiner größten Talente verloren", schrieb der frühere Bundesliga-Profi von Schalke 04.

Kurz nach Bekanntwerden von Malandas Unfalltod war Wolfsburgs Internet-Homepage nicht mehr erreichbar.

Der VfL verpflichtete Malanda im Sommer 2013 von Zulte Waregem, ließ das Talent jedoch zunächst auf Leihbasis weiter bis Ende 2013 für die Belgier spielen. Seither bestritt der Mittelfeldspieler insgesamt 17 Bundesliga-Einsätze, davon zehn Spiele in der laufenden Saison (2 Tore).

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