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Alaba Guardiola Bayern
David Alaba wechselte 2008 in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern © Getty Images

München - David Alaba greift nach seiner Verletzungspause wieder beim FC Bayern an. Österreichs Ex-Torjäger Toni Polster adelt den Nationalspieler bei SPORT1.

Das Lächeln ist ihm nie abhanden gekommen.

Frust schieben? Nein. Damit kann David Alaba nichts anfangen.

Im Gegenteil. Zwei Monate nach seiner Knieverletzung war er während des Trainingslagers des FC Bayern in Doha zu Scherzen aufgelegt, flachste mit Franck Ribery und Co., hatte im Vorbeigehen auch für die wartenden Journalisten stets einen lockeren Spruch parat.

Der Defensiv-Allrounder ist nach seiner Zwangspause wieder voll in seinem Element, kann ihr sogar etwas Gutes abverlangen.

"Dann merkt man, wie sehr man diesen Sport liebt", sagt der Österreicher.

Worte, die sein Trainer nur allzu gerne hören dürfte. Der 22-Jährige gilt als Lieblingsspieler von Pep Guardiola. Weil er vielseitig einsetzbar ist. Hinten links in der Abwehrkette. Oder auch im defensiven Mittelfeld.

Spagat gelingt

Der Spagat zwischen den Mannschaftsteilen macht ihm dabei nichts aus. In der Nationalmannschaft ist Alaba in der Mittelfeldzentrale gesetzt. Und glänzt dort ebenso.

Polster
Toni Polster hat 95 Länderspiele für Österreich absolviert © Getty Images

Wo er besser aufgehoben ist? Schwer zu sagen, meint Österreichs Fußballlegende Toni Polster. "Die Situationen kann man nicht vergleichen", sagt der ehemalige Nationalspieler bei SPORT1.

"Bei Bayern hat er noch Xabi Alonso, Bastian Schweinsteiger, Sebastian Rode und viele mehr um sich, die auf dieser Position auflaufen können."

In der Nationalmannschaft hingegen "wäre er mit seinem guten Ballspiel nach vorne in der Viererkette verschenkt", meint Polster.

"Ball bleibt bei ihm am Fuß kleben"

Der Ex-Profi schätzt vor allem Alabas Sicherheit: "Bei ihm bleibt jeder Ball am Fuß kleben. Und er kann ihn auch super annehmen, auch gegen zwei, drei Leute. Deswegen ist er Weltklasse und andere nicht."

Das Attribut "Weltklasse" wählt Polster dabei bewusst für den 22-Jährigen. Wohlwissend, dass der Bayern-Star noch längst nicht am Ende seines Leistungsspektrums angekommen ist.

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Polster sieht weitere Entwicklungsmöglichkeit

"Mit jedem Auftritt in der Bundesliga und im Nationalteam bekommt er mehr Erfahrung, wird abgeklärter und noch schlauer", erklärt Polster. "Er wird wahrscheinlich noch besser werden in den nächsten Jahren, wenn er sich so weiterentwickelt. Er darf aber natürlich seine Dynamik nicht verlieren."

Bei all dem Lob bleibt Alaba, der sich ja seit 2013 auch Champions-League-Sieger nennen darf, zurückhaltend. Bodenständig. Beinahe schüchtern.

"Ich bin sicherlich noch ein junger Spieler, der noch viel dazulernen kann", sagt er. "Wenn ich das auf mehreren Positionen kann, versuche ich das anzunehmen und versuche, mich auf jeder Position weiterzuentwickeln."

Guardiola: "Er kann überall spielen"

Für Pep Guardiola ist ohnehin klar, dass Alaba für mehr als eine Lösung zu haben ist.

"Er kann überall spielen: weiter vorne, weiter hinten, außen, in der Mitte", zählt der Star-Coach auf.

Bei seinem Comeback während des 4:1-Testspielerfolgs gegen Saudi-Arabiens Rekordmeister Al-Hilal kam Alaba zum größten Teil auf der linken Seite zum Einsatz. Dort, wo er besonders gut mit Franck Ribery harmoniert.

Sicherlich: Dem Österreicher war bei seinem 33-minütigen Einsatz anzumerken, dass der Motor noch nicht hundertprozentig auf Touren ist. Die letzten, wenigen Punkte zur alten Frische fehlen. Verwunderlich ist das nicht.

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Schnelle Rückkehr

Erstaunlich ist vielmehr, dass der Nationalspieler trotz seiner langen Abwesenheit schon so weit war, nachdem er erst fünf Tage zuvor wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen war. Von einem möglichen Handicap nach seiner Verletzungspause war schon da nichts mehr zu sehen.

"Sein Vater und seine Mutter", sagt Guardiola dankend, "haben David eine überragende Kondition mitgegeben."

Und eben jene Flexibilität. Nicht nur Juan Bernat muss um seinen Platz auf der linken Abwehrseite bangen. Gleiches gilt auch für nahezu alle, die im Mittelfeldzentrum beheimatet sind.

Allrounder mit Stammplatzgarantie

Denn Alaba ist nicht nur flexibel, "er spielt auch immer auf hohem Niveau", lobt sein Coach. "Mal bei acht, mal bei neun, mal bei zehn auf der Skala." Viel mehr geht nicht.

Da wundert es kaum, dass er seit Jahren zu den Stammkräften in München zählt. Egal, ob unter Jupp Heynckes oder nun unter Guardiola.

Der Spanier muss sich jetzt den Kopf zerbrechen, auf welcher Position ihm Alaba mehr hilft. Bernat, der außergewöhnlich gut eingeschlagen hat, versieht den Job auf der linken Abwehrseite bisher ja nahezu tadelos. Guardiola sucht jetzt für beide den richtigen Platz im Puzzle FC Bayern.

Während des Trainingslagers in Doha übte Alaba sogar in einer Gruppe mit Arjen Robben und Mario Götze Schussvarianten und feilte an seiner Torgefährlichkeit.

So, wie es sich für einen echten Allrounder gehört.

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