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Trotz massiver Kritik erwägt der FC Bayern München auch künftig Testspiele in Saudi-Arabien. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge wagt einen ungewöhnlichen Vergleich.

Der FC Bayern München schließt trotz massiver Kritik aus der Politik und von Menschenrechtlern künftige Testspielreisen nach Saudi-Arabien nicht aus.  "Ich bin kein Freund von Boykotten!", sagte Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge am Rande der Ausstellungs-Eröffnung "Kicker, Kämpfer, Legenden - Juden in Deutschland und beim FC Bayern".

"Ich sage nur Guantanamo"

Zwar wolle der Rekordmeister künftig Besuche im Emirat prüfen, meinte der 59-Jährige. "Aber ich habe bei Amnesty International gelesen, dass in 112 Ländern gegen Menschenrechte verstoßen wird. Unter anderem bei einem Verbündeten, den USA. Ich sage nur Guantanamo oder Todesstrafe."

Die Bayern hatten am 17. Januar ein Vorbereitungsspiel beim saudi-arabischen Klub Al-Hilal 4:1 gewonnen. Saudi-Arabien war zuletzt durch den Fall Raif Badawi in den Fokus der Weltöffentlichkeit geraten. Ein Gericht verurteilte den Blogger, der die Website "Saudi-Arabische Liberale" zum Meinungsaustausch ins Leben gerufen hatte, zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhiebe.

Inhaftiert und ausgepeitscht

Es ist nicht ungewöhnlich, dass kritische Bürger in Saudi-Arabien inhaftiert und ausgepeitscht werden. Auch verbietet das Land Juden die Einreise. "Der Sport hat so eine starke Stimme, aber er nutzt sie leider nicht an den Stellen, an denen es sinnvoll und hilfreich wäre", sagte Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag der "Süddeutschen Zeitung". Nun also Rummenigges Vergleich mit den USA. Pikant: Die Bayern waren im Sommer noch auf großer Marketingreise durch Amerika unterwegs.

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