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Ein Foto zeigt den verstorbenen Junior Malanda vom VfL Wolfsburg
Junior Malanda verstarb am Samstag bei einem Autounfall © getty

Das Trainingslager in Kapstadt wird für den VfL Wolfsburg nach dem Unfalltod von Junior Malanda zu einer Gratwanderung zwischen Trainings- und Trauerarbeit.

Das glaubt Psychologie-Professor Markus Raab von der Deutschen Sporthochschule in Köln.

"Die Beschäftigung von erwachsenen Männern, die wissen, dass sie Fußballprofis sind, hilft in der Regel, die Trauer zu verarbeiten", sagte Raab.

Gänzlich ausgeblendet werden dürfe der plötzliche Tod des Mitspielers aber nicht: "Es ist sinnvoll, gelegentliche Aktivitäten mit Symbolcharakter einzustreuen. Das kann eine Schweigeminute sein oder eine emotionale Ansprache."

VfL-Manager Klaus Allofs hatte bereits am Sonntag erklärt, dass der Mannschaft im Trainingslager psychologische Hilfe zur Verfügung stehen werde.

"Wir haben organisiert, dass wir vor Ort betreut werden", sagte Allofs: "Jeder trauert anders, der eine braucht das, der andere nicht."

Auch Psychologie-Professor Raab betonte, dass die individuelle Betreuung mindestens genauso wichtig sei wie die Gruppenbetreuung.

"Es besteht hier eine gewisse Ansteckungsgefahr. Wenn einer nervös wird, die Sache nicht verarbeiten kann, dann kann sich das in einer Mannschaft auf andere auswirken", sagte Raab: "Dann kann das zu einer Negativspirale führen."

Eine besonders enge Freundschaft zum allgemein beliebten Junior Malanda hatten Landsmann Kevin de Bruyne und der Franzose Josuha Guilavogui gepflegt.

"Es ist so merkwürdig, wenn du deinen Freund morgens noch gehört hast und dann nachmittags solche Nachrichten erfährst. Ich habe einen großen Freund verloren. Ruhe in Frieden, du wirst immer bei uns sein", hatte Mittelfeldstar de Bruyne nach Malandas Tod getwittert.

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