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DFL-Präsident Reinhard Rauball blickt grimmig
Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball verteidigt den FC Bayern gegen die Kritik an dessen Reise zu einem Testspiel nach Saudi Arabien © Getty Images

Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball kann die massive Kritik an der Reise des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München zu einem Testspiel nach Saudi Arabien nicht teilen.

"Man wird die Einhaltung der Menschenrechte nicht dadurch erreichen, indem man bestimmte Länder ignoriert und nicht mehr besucht. Der Fußball hat eine globale Strahlkraft, die er auch in Saudi-Arabien im Sinne unserer Werte nutzen sollte", sagte der 68-Jährige in einem Interview in der Donnerstag-Ausgabe der "Bild"-Zeitung.

Rauball berichtete, dass er mit Karl-Heinz Rummenigge, dem Vorstandsvorsitzenden der Bayern, darüber gesprochen habe. "Und ich finde es richtig, wenn der Klub einräumt, dass man einige Dinge hätte besser machen können - und dies künftig entsprechend umgesetzt wird."

Fakt sei aber auch, "der FC Bayern ist weltweit bekannt für sein soziales Engagement. Pauschale Verurteilungen sind daher unangebracht. Außerdem: Die Fans in Saudi-Arabien wollen den FC Bayern live sehen und freuen sich auf den Besuch eines der besten Teams der Welt. Will man das den Menschen in Saudi-Arabien wirklich nehmen?"

Außerdem merkte Rauball an, dass es laut Amnesty International auch Fakt sei, dass es in 112 Staaten Folter und Verletzungen der Menschenrechte gebe. In 101 Staaten gebe es Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Und im Jahr 2012 habe die Bundesregierung Rüstungsexporte von Deutschland nach Saudi-Arabien im Wert von 1,2 Milliarden Euro genehmigt.

"Mir ist nicht bekannt, inwieweit bei diesen Geschäften die Einhaltung der Menschenrechte nachgewiesen worden ist. Vom Fußball wird das aber verlangt. Dabei ist klar, dass der Fußball alleine das Problem nicht lösen kann", so Rauball weiter.

Er würde sich freuen, wenn die Mächtigen dieser Welt aus Politik und Wirtschaft beim Wirtschaftsgipfel in Davos in den nächsten Tagen dem Thema Menschenrechte eine gebührende Stellung einräumen würden.

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