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Eintracht Frankfurt v FC Schalke 04 - Bundesliga, Piazon
Lucas Piazon (M.) sorgt für den Heimsieg der Eintracht © Getty Images

Frankfurt am Main - Der FC Schalke verpasst es, sich mit einer gelungenen Generalprobe in Frankfurt für das Champions-League-Duell mit Real Madrid noch mehr Selbstvertrauen zu holen.

So wird das nichts gegen die Königlichen: Schalke 04 hat vier Tage vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen Real Madrid gepatzt.

Durch ein 0:1 (0:0) bei Eintracht Frankfurt verloren die Königsblauen auch aufgrund von Fehlern der zuletzt so gelobten Defensive den wichtigen dritten Platz in der Bundesliga (Datencenter: Tabelle).

Joker Piazon sticht

Der eingewechselte Lucas Piazon (65.) traf für das Team von Thomas Schaaf, der damit ein gelungenes 500er-Jubiläum feierte. Seit knapp 16 Jahren sitzt der 53-Jährige auf der Trainerbank der Eliteklasse - der Erfolg am Samstagabend bedeutete den 230. Sieg. Die Hessen schnuppern mit 28 Punkten am Europapokal.

"Wir haben es heute geschafft den Schalkern mit unserer Spielweise weh zu tun", sagte Schaaf bei Sky, "so ein Spiel kann uns helfen, unsere Defensivarbeit in Zukunft noch zu verbessern".

Die Gäste mussten hingegen die bittere Erkenntnis hinnehmen, dass der "Schalker Catenaccio" von Trainer Roberto Di Matteo nicht mehr Stand hält. Am Mittwoch (20.45 Uhr) gegen das Starensemble aus Madrid wird die Abwehr noch deutlich mehr aushalten müssen.

"Wir haben in der ersten Halbzeit gut Fußball gespielt", sagte der Schalker Weltmeister Benedikt Höwedes, "was gefehlt hat, war das Tor. Beim Gegentor haben wir dann leider einen Fehler gemacht, den wir vorher angesprochen hatten. Das ist ärgerlich."

Trapp der Fels in der Brandung

Di Matteo baute auch am Main auf die Anfangsformation, die am vergangenen Spieltag Borussia Mönchengladbach zur Verzweiflung getrieben hatte (1:0). Die nominelle Dreierkette bestand eigentlich aus fünf Abwehrspielern (Christian Fuchs und Atsuto Uchida rückten immer wieder zurück), davor agierte auf der Sechs Jan Kirchhoff als sechster Verteidiger (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm

Allerdings begannen die Schalker offensiver als zuletzt und suchten immer wieder den Weg Richtung Frankfurter Strafraum.

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Der Eintracht fehlten die etatmäßigen Innenverteidiger Carlos Zambrano (Gelbsperre) und Bamba Anderson (Grippe) - und die Ersatz-Abwehr mit Marco Russ und Alexander Madlung bekam zu Beginn mächtig zu tun. Gleich mehrfach musste Eintracht-Torwart Kevin Trapp retten.

Torjäger Meier bleibt blass

Der Keeper war beim Schuss von Marco Höger aus der zweiten Reihe ebenso zur Stelle (15.) wie zwei Minuten später gegen Christian Fuchs, der frei im Strafraum auftauchte, und erneut gegen Höger, der die zu diesem Zeitpunkt überfällige Schalker Führung verpasste (21.).

Die Hausherren bissen sich an der kompakten Abwehr der Gäste die Zähne aus, Top-Torjäger Alexander Meier blieb in der ersten Halbzeit ohne nennenswerte Aktion. Zudem leisteten sich die Frankfurter, die in den 17 vergangenen Duellen nur einmal gegen Schalke gewonnen hatten, immer wieder völlig unnötige Ballverluste.

Schiri Fritz verwehrt Frankfurt Elfmeter

Sonny Kittel (11.) und Madlung (34.) hatten immerhin den Ansatz einer Chance. Zwar versuchten die Eintracht-Profis durchaus, Richtung Schalker Tor zu spielen - mindestens ein Königsblauer hatte aber im richtigen Moment sein Bein dazwischen. Zumindest phasenweise könnte das so auch gegen Real funktionieren (SERVICE: Die Statistken des Spiels).

Auf der Gegenseite scheiterte kurz vor der Pause wieder Höger nach starkem Zusammenspiel mit dem in der vergangenen Saison an den Main ausgeliehenen Tranquillo Barnetta an Trapp (44.).

Die zweite Hälfte begann wie die erste: Schalke tastete sich immer wieder nach vorne, es fehlte aber die letzte Entschlossenheit. In der Abwehr hatten die Gäste Glück, dass ein Foul von Höwedes an Makoto Hasebe (54.) nicht geahndet wurde - eine Fehlentscheidung von Marco Fritz (Korb).

"Das habe ich in der Aktion nicht so gesehen, aber wenn ich die Bilder jetzt sehe, kann man Elfmeter geben. Ich dachte, ich hätte den Ball noch mit der Fußspitze gespielt", sagte Höwedes über das vermeintliche Foulspiel. Piazon rächte sich auf seine Weise per Kopf.

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