Video

Wolfsburg - Wolfsburgs Bas Dost hat gegen Hertha BSC einen verhältnismäßig schlechten Tag - und krönt trotzdem mit einem erneuten Doppelpack seine Traumwoche mit insgesamt acht Treffern.

Die Zuschauer spendeten dem Serien-Torschützen Bas Dost bei seiner Auswechslung stehend Beifall, Trainer Dieter Hecking schloss den Matchwinner kurz in die Arme.

Dank des niederländischen Torjägers hat der VfL Wolfsburg sein Jubiläumsspiel in der Bundesliga mit 2:1 (1:1) gegen Hertha BSC gewonnen und steuert fast schon uneinholbar Richtung Champions League (DATENCENTER: Tabelle).

Dost selbst sieht den Hype um seine aktuelle Treffsicherheit gelassen. "Ich werde letztendlich dafür bezahlt um Tore zu machen", erklärte der 25-Jährige bei SPORT1.

Während alle direkten Konkurrenten im Kampf um die Königsklasse am 22. Spieltag patzten, traf Dost erneut im Doppelpack (10. und 74. ) und bescherte den seit 17 Heimspielen ungeschlagenen Wölfen im 600. Bundesligaspiel ihrer Klubgeschichte einen richtungweisenden Erfolg.

Elf Tore in sechs Spielen

"Wenn man einen Lauf hat, dann steht man immer richtig und erzielt Tore am Fließband", sagte VfL-Manager Klaus Allofs nach dem Arbeitssieg über Dost bei Sky und stellte angesichts von zwölf Punkten Vorsprung auf Rang vier mit Blick auf die Champions-League-Qualifikation fest: "Das war ein wichtiger Schritt. "

Dost schraubte seine Torquote auf elf Treffer in sechs Pflichtspielen in der Rückrunde. Bei seinem Siegtor reagierte er nach einem Pfostenschuss von Luiz Gustavo schneller als die Berliner Abwehr und belohnte damit die in der zweiten Halbzeit unermüdlich anrennenden Gastgeber. "Der Superschuss von Luiz Gustavo kam genau vor meine Füße", erklärte Dost sein Abstaubertor bei SPORT1.

Doch die Verantwortlichen sehen auch Anlass zur Kritik. "Bas hat heute gar nicht so gut gespielt", hielt Hecking auf der Pressekonferenz fest: "Er hätte in eins, zwei Situationen egoistischer sein können."

Dass Dost trotzdem wieder zweimal traf, ist andererseits wiederum der Beleg für seine Klasse. "Er steht eben da, wo ein Torjäger stehen muss", meinte Hecking.

Verhältnismäßig schwach gespielt und trotzdem obenauf: Was für Dost galt, galt für den gesamten VfL. Die Umstände des Pflichtsiegs nährten somit nur den Verdacht, dass es sich bei Heckings Mannschaft mittlerweile um ein waschechtes Spitzenteam handelt.

Hertha rutscht immer tiefer in die Krise

Die Berliner, für die Julian Schieber den zwischenzeitlichen Ausgleich (30.) markiert hatte, rutschen derweil auch unter dem neuen Trainer Pal Dardai immer tiefer in die Krise.

Audio

Durch die fünfte Niederlage aus den vergangenen sechs Partien sind die Abstiegssorgen beim Tabellenvorletzten größer denn je.

"Wir sind eiskalt bestraft worden. Wir können alle die Tabelle lesen, aber noch ist alles machbar. Aber wir müssen jetzt punkten", sagte Schieber.

Herthas Ikone Axel Kruse spricht bei SPORT1.fm über die brisante Lage der Berliner

Die Wolfsburger kamen vor 27.683 Zuschauern nur schwer in die Gänge, die Belastung durch das Europacupspiel drei Tage zuvor gegen Sporting Lissabon (2:0) war ihnen anzumerken. Doch Dost sorgte mit seinem 1:0 nach schöner Vorarbeit von Weltmeister Andre Schürrle für zeitweise mehr Sicherheit im Spiel der Gastgeber (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

Jung hilft bei Berlins Ausgleich mit

Die Berliner, die Wiedergutmachung für die bittere 0:2-Pleite vor einer Woche gegen Freiburg betreiben wollten, wurden zunehmend in die eigene Hälfte gedrängt. Die Offensivstars Schürrle und Kevin de Bruyne suchten im Strafraum immer wieder Dost, der sich mitunter geschickt von seinem Gegenspieler löste.

Der Ausgleich für Hertha fiel überraschend und unter Mithilfe der Wolfsburger. Zuerst ließ Sebastian Jung den Berliner Valentin Stocker auf der linken Seite ungehindert flanken, dann kamen im Zentrum Ricardo Rodriguez und Robin Knoche gegen Schieber zu spät. Das Tor gab Hertha deutlich Rückenwind (SERVICE: Die Statistiken des Spiels).

VfL-Trainer Dieter Hecking reagierte zur Pause und brachte in Maximilian Arnold einen kreativen Spieler für die Zentrale. Die Herthaner verteidigten jedoch mit viel Leidenschaft, auch wenn sie die Offensivstars des VfL nicht ganz ausschalten konnten, so wie bei Dosts zweitem Treffer.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel