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Bas Dost vom VfL Wolfsburg jubelt
Bas Dost spielt seit 2012 für Wolfsburg © Getty Images

Mit seiner Gala lässt Bas Dost die Rufe beim VfL Wolfsburg nach einem neuen Stürmer verklingen. Dabei hat der Niederländer vor seinem Viererpack mit ungewohnten Problemen zu kämpfen.

Auf der Anreise im Zug im Gang gesessen, dann viermal eingenetzt - der Fußball-Wahnsinn von Leverkusen hatte einen Namen: Bas Dost!

Der 25-jährige Niederländer in Diensten des VfL Wolfsburg war als Viererpack- und Siegtorschütze beim 5:4 (3:0)-Thriller bei Bayer Leverkusen der unbestrittene Mann des Tages (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan).

Da konnte selbst Leverkusens südkoreanischer Offensivspieler Heung-Min Son als dreifacher Torschütze in der zweiten Halbzeit nicht mithalten.

Dost muss sich zwicken

"Ich muss mich erstmal zwicken, ob das wirklich passiert ist. Ich kann das noch gar nicht realisieren", kommentierte der 1,96 m große Sturm-Hüne seine Gala-Vorstellung, nachdem er auf der Anreise am Freitag nach Köln im Zug noch ganz neue Erfahrungen hatte machen müssen. Dost: "Ich habe im Gang gesessen, weil es keine reservierten Plätze gab. Das ist mir auch noch nicht passiert."

Trotz der beschwerlichen Fahrt zum Spiel war der VfL-Goalgetter im Match hellwach und torhungrig wie nie in der Bundesliga (Datencenter: Tabelle).

Allerdings war der Viererpack nicht sein persönlicher Profi-Torrekord. Im Dress des SC Heerenveen erzielte er in der Ehrendivision gegen Excelsior Rotterdam im Dezember 2011 gar alle fünf Tore beim 5:0-Sieg.

Treffer für die Zukunft

Mit seinen Saisontreffern sechs, sieben, acht und neun machte Dost in Leverkusen aber klar, dass auch in Zukunft kein Weg an ihm vorbeiführt.

Seit Beginn der Rückrunde läuft es bei ihm fast wie geschmiert, der Doppelpack gegen Bayern München (4:1) zum Start ins neue Jahr hatte ihm mächtig Auftrieb gegeben.

Den vorläufigen Höhepunkt erlebten die Fans des VfL in der BayArena (Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm).

"Wenn ich fit bin, bin ich gut genug für den VfL Wolfsburg", resümierte Dost nach seinen Toren in der 6., 29., 64. und 90.+3 Minute fast bescheiden.

Ungewissheit und Selbstzweifel

Das war nicht immer so, aufgrund zahlreicher Verletzungen lief es nicht beim Torjäger. Zweifel kamen bei den Verantwortlichen auf.

"Es sollte vielleicht ein neuer Stürmer geholt werden", berichtete Dost von den Wochen der Ungewissheit und Selbstzweifel, die er mit den Worten zusammenfasst: "Die ganze Scheiße!" Dann wurde Konkurrent Ivica Olic in der Winterpause an den Hamburger SV abgegeben.

"Bas war fast sieben Monate verletzt. Das war ein Zeichen und ein Riesen-Vertrauensvorschuss an ihn. Diesen zahlt er jetzt zurück", sagte VfL-Coach Dieter Hecking.

Beim Siegtor spitzelte Dost den Ball vor Torwart Bernd Leno über die Linie. Die Art und Weise, wie Dost die Bayer-Abwehr düpierte, lässt für die Zukunft noch einiges erwarten.

Vielleicht sogar noch die Torjägerkanone? "Meine Quote kann sich sehen lassen. Aber damit beschäftige ich mich nicht, das kommt von alleine, wenn es so läuft wie heute", sagte der Matchwinner.

Völler ärgert sich

Naldo (17.) mit einem 30-m-Freistoß zeichnete an diesem verrückten Fußball-Nachmittag für den fünften Wolfsburger Treffer verantwortlich. Sons Dreierpack (57. /63./67.) und Karim Bellarabis Tor (72.) reichte für die nach 0:3- bzw. 2:4-Rückstand stark zurückkommenden Leverkusener am Ende nicht zum Punktgewinn.

"Der liebe Gott sollte für ein solches Spiel keinen Gewinner oder Verlierer zulassen", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler, machte allerdings Schiedsrichter Bastian Dankert für die erste Heimpleite verantwortlich.

Die durchaus zu vertretende Gelb-Rote Karte für Emir Spahic (82.) gab den Gästen in Überzahl nochmals die Chance auf den Sieg. Die wurde genutzt. Völler: "Für mich war das ein normaler Zweikampf. Der Schiedsrichter sollte ein schlechtes Gewissen haben, wenn er die Szene nochmals sieht."

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