Video

München - Die Runde im Volkswagen Doppelpassglaubt noch nicht an die Trendwende beim BVB. Hannovers Präsident Martin Kind ist nach dem missglückten Rückrundenstart selbstkritisch.

Borussia Dortmund ist mit dem 3:0-Sieg beim SC Freiburg der erste Schritt aus der Krise gelungen.

Zeit zum Durchatmen bleibt dem BVB trotzdem nicht. Er sei skeptisch, ob die Trendwende bereits gelungen sei, sagte SPORT1-Experte Thomas Berthold im Volkswagen Doppelpass.

 SPORT1-Experte Thomas Strunz sieht die Ursache für die Dortmunder Krise in dieser Saison vor allem im Dortmunder Mannschaftsklima.

"Es ist jetzt eine andere Mannschaft, als die, die Jürgen Klopp zu Beginn seiner Zeit in Dortmund zusammengestellt hat. Jetzt sind es Spieler, die alle schon etwas erreicht haben", sagte Strunz.

Video

"Das verändert natürlich ein Kabinenklima. Jetzt wollen alle mitreden", analysierte Strunz. "Es ist für mich auch ein Zeichen, dass es so schwierig ist, ein Spiel zu drehen", fügte er hinzu.

Martin Kind, Präsident von Hannover 96 zeigte sich nach dem misslungenen Rückrundenstart seines Teams selbstkritisch.

SPORT1 hat alle Highlights aus dem Volkswagen Doppelpass zusammengestellt:

Kind gibt sich selbstkritisch

Hannover-Boss Kind sieht in der starken Hinrunde einen Grund für die Probleme zum Start der Rückrunde. "Nachdem wir nach der Hinrunde 24 Punkte hatten, haben wir gedacht, 'internationale Plätze wären doch gar nicht schlecht'. Im Nachhinein muss man sagen: Das war nicht klug", sagte Kind.

Video

Die Erwartungen an die Mannschaft seien dadurch in unnötiger Art und Weise gestiegen: "Da hat sich dann ein Wunschkonzert entwickelt."

Im Sommer habe man sich entschieden, einen Umbruch einzuleiten. "Das Ziel war ein einstelliger Tabellenplatz", erinnerte Kind an die eigentlich niedriger angesetzten Saisonziele.

In der Rückrunde steht Hannover noch immer ohne Sieg da. Aus drei Spielen holten die Niedersachsen lediglich einen Punkt. Dennoch gab sich Kind kämpferisch: "Wir haben ein Ergebnisproblem, aber das lässt sich lösen."

Weiterhin äußerte sich Kind...

über die 1:2-Niederlage von Hannover in Hamburg und die sportliche Lage:

"Spielerisch entwickeln wir uns, wir haben auch gestern wieder das Spiel dominiert. Aber: Wir haben ein Ergebnisproblem. Klar: Die Rückrunde ist nicht das, was wir uns erhofft haben. Wir haben aber auch im Sommer einen Umbruch eingeleitet.

über Hannovers Trainer Tayfun Korkut:

"Er hat noch nie gejammert. Als ich ihn verpflichtet habe, kannten ihn die meisten Sportredakteure nicht. Es war eine mutige Entscheidung, aber eine mit Überzeugung und vor allem eine mit Perspektive.

Er fährt seine eigene Linie, ist sehr kommunikativ und erreicht die Mannschaft. Aber er muss auch ab und zu gewinnen (lacht)."

über die wirtschaftlichen Ziele von Hannover 96:

"Wenn man sich die Bundesliga heute anschaut: Alle Vereine, die über 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr machen, spielen auch immer um die ersten sechs Plätze. Es gibt also einen klaren Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Stärke und Ergebnissen. Wenn wir das als Hannover auch erreichen wollen, müssen wir ab jetzt über 120 Millionen Umsatz erzielen. Das ist in Hannover eine deutliche Herausforderung. Wolfsburg geht aktuell den Weg über Investitionen und Haushalterhöhung, um die sportlichen Ziele zu erreichen. Und es funktioniert."

über die Vertragsverhandlungen mit Hannovers Mittelfeld-Motor Lars Stindl:

„Wir wissen um seine Qualitäten und seine Bedeutung in der Mannschaft. Er ist aber auch wichtig als Sympathieträger. Wir führen aktuell mit ihm Gespräche.“

über seinen erfolgreichen Kampf gegen die 50+1-Regel:  

"Es gibt einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Stärke und sportlichem Erfolg. Man braucht 100 bis 120 Millionen Umsatz, um in der Bundesliga mithalten zu können. Ohne Volkswagen hätte sich Wolfsburg Schürrle nicht leisten können, das muss man ganz klar sagen. Die wollen Einfluss auf die wirtschaftliche und finanzielle Planung, das ist völlig legitim. Sie wollen keinen Einfluss aufs operative Geschäft", sagte Kind in Bezug auf Investoren bei Bundesliga-Klubs.

Er selbst wird 2017 sein Amt als Präsident niederlegen und danach als Investor die Mehrheit bei Hannover 96 übernehmen.

Die Gründe für die Probleme bei Hertha BSC

Zudem sprachen die Experten in der Runde auch über die aktuelle Situation bei Hertha BSC nach der Entlassung von Ex-Trainer Jos Luhukay und übten Kritik an der Personalpolitik bei den Berlinern.

Video

"Es sind im Sommer elf neue Spieler gekommen", sagte Strunz, "und Jos Luhukay hat einen elementaren Fehler gemacht, dass er diesen Spielern auch schon im letzten Jahr nicht das vertrauen gegeben hat, hatte man das Gefühl. Ein Stocker musste in der U 23 spielen, der hat mit Basel in der Champions League gespielt. Das versteht natürlich ein Spieler nicht."

Und weiter: "Vielleicht hat Michael Preetz diesen Schritt etwas zu spät gemacht. Wenn man das ganze Jahr 2014 sieht, war Hertha die schlechteste Mannschaft und man hatte nicht das Gefühl, dass da eine Aufbruchstimmung herrscht."

Video
teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel