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Borussia Dortmund trauert um Udo Lattek
Udo Lattek ist am Samstag im Alter von 80 Jahren verstorben © getty

Nach dem Tod von SPORT1-Experte Udo Lattek würdigt die Presse die Trainerlegende als Charakterkopf und Vorreiter seiner Zunft. SPORT1 fasst die Stimmen zusammen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Lattek war nie der populärste unter den Trainern, aber er pflegte zeitlebens eine kantige Unverwechselbarkeit, mit der er sich auch bei späteren, weniger erfolgreichen Engagements als Sportdirektor beim 1. FC Köln oder als Trainer von Schalke 04 nicht verbiegen ließ."

kicker: "Lattek prägte den Fußball als begnadeter Trainer und Kommunikator wie nur wenige vor ihm, und bis ins hohe Alter war er mit Feuereifer und Leidenschaft, aber auch wohltuender Demut ein Botschafter seines Sports."

Rheinische Post: "Lattek war ein Wesen für die Medien, er hatte die Mechanismen des Schaugeschäfts Fußball früh durchblickt. Er war einer der ersten großen Stars im Trainergeschäft. Das gefiel ihm. Er stand gern im Rampenlicht, er genoss die Atmosphäre der Stadien, das unvergleichliche Summen von zehntausend Stimmen auf den Tribünen, die Verehrung, die einem der Hauptdarsteller entgegen gebracht wird, sogar die Abneigung, die Pfiffe. Aber vor allem war er süchtig nach dem Erfolg."

SPIEGEL Online: "Visionen hat er stets den anderen überlassen. (…) Udo Lattek hatte für so etwas nie viel übrig. Er war überzeugt: Titel gewinnt man nicht, indem man einer Mannschaft das vermeintlich Beste von außen überstülpt. Man gewinnt sie, indem man das Beste, was da ist, aus einer Mannschaft herauszieht. Er holte die Teams, die er trainierte, da ab, wo sie standen. Da war er - der an der Seitenlinie zuweilen so emotional wirkte - vollkommen kühl. Wenn man so will, war dies das Preußische in ihm."

Süddeutsche Zeitung: "Udo Lattek (…) war ein Freund des offenen Wortes und demzufolge nicht immer ein Meister der Diplomatie. Wenn er seine Meinung hatte, dann ging er einem Disput nicht aus dem Weg." 

Welt: "16 Jahre und 786 Sendungen lang hat Lattek im "Doppelpass" (...) als Chefanalytiker Sonntag für Sonntag seine Finger in alle Wunden gelegt und um den heißen Brei nie herumgeschwatzt. "Es wird nicht rumgeeiert", hat er sich eisern befohlen und die strafbare Handlung der nichtssagenden Binsenwahrheiten mit anschließender Geldstrafe ins Phrasenschwein den Mutlosen überlassen. Er war der Peter Scholl-Latour des Fußballs, nur hat er uns vom Feldherrnhügel herab als schlohweißer Weiser nicht den Islam, sondern die Religion des runden Leders erklärt. Und die Kunst des Motivierens."

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