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Nils Petersen bejubelt einen seiner drei Treffer bei Freiburgs Sieg gegen Eintracht Frankfurt
Wieder Grund zur Freude: Nils Petersen startete seine Profikarriere 2006 bei Carl Zeiss Jena © Getty Images

München - Nach seinem Hattrick gegen Frankfurt ist die Welt für Freiburgs Zugang Nils Petersen wieder in Ordnung. Bei SPORT1 spricht er über seine langfristigen Pläne mit dem Sport-Club.

So schnell kann es manchmal gehen. Nils Petersen hatte im vergangenen halben Jahr nicht wirklich viel zu lachen. Nachdem der 26-Jährige in der vergangenen Saison bei Werder Bremen noch auf 28 Einsätze gekommen war, waren es in der Vorrunde der aktuellen Spielzeit nur noch sieben.

Unter Bremens Trainer Viktor Skripnik war Petersens Platz zumeist auf der Bank. Der frustrierte Stürmer wollte wieder spielen und ließ sich im Winter für ein halbes Jahr an den SC Freiburg ausleihen. Für 500.000 Euro Leihgebühr.

Eine Entscheidung, die offenbar goldrichtig war. Denn gleich in seinem ersten Spiel für den Sportclub erzielte der Zugang drei Tore gegen Eintracht Frankfurt, nachdem er in der 46. Minute für Julian Schuster ins Spiel gekommen war. Ein lupenreiner Hattrick innerhalb von 14 Minuten, Grund genug für die SPORT1-Note 1. 

"Keine einfache Zeit"

"Das realisiert man erst einige Tage später", sagt Petersen im Gespräch mit SPORT1. "Ich habe keine einfache Zeit hinter mir. Wenn man dann wieder spielen darf und wichtig sein kann für eine Mannschaft, dann ist das schon ein besonderer Moment, den man genießen kann, ohne sich darauf auszuruhen."

Der Angreifer spricht trotz seiner Galavorstellung vom Samstag "nur von einem kleinen Schritt". Petersen denkt schon an die kommenden Partien. "Da will diese Leistung aber bestätigen", sagt der Sportclub-Stürmer.

Wenn es nach seinem Trainer Christian Streich geht, dann schon am Dienstag im Spiel bei Borussia Mönchengladbach (ab 19.30 Uhr LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER). Dort will er zeigen, warum er einst zu den größten Sturmtalenten in Deutschland gehört hat.

Einst beim FC Bayern

2011 wurde er mit 25 Treffern Zweitliga-Torschützenkönig bei Energie Cottbus und wechselte anschließend zum FC Bayern. Dort konnte sich Petersen aber nicht durchsetzen, wurde nach nur einer Saison nach Bremen ausgeliehen und schließlich fest verpflichtet.

An der Weser wird man Petersens Drei-Tore-Gala gegen Frankfurt natürlich registriert haben. Doch was war der Grund, dass der Angreifer seine Knipser-Qualitäten an der Weser verlor? "Werder hat eine gute Mannschaft, im Sturm mit Franco Di Santo, Davie Selke und Izet Hajrovic gute Jungs", sagt die Bremer Leihgabe.

"Deshalb habe ich zuletzt nicht mehr so oft gespielt. In den ersten beiden Jahren habe ich für Werder die meisten Tore erzielt. Im zweiten Jahr hatte ich dann nicht mehr ganz so viele Einsätze, es waren aber immer noch sieben Tore." 

SC Freiburg gewinnt gegen Eintracht Frankfurt
Kollektiver Freiburger Jubel: Nils Petersen (2.v.l.) freut sich mit seinen neuen Kollegen über seinen Dreierpack © Getty Images

Einsatzzeiten für Tore

Petersen betont aber er habe "bei Werder vorbildliche Arbeit abgeliefert. Ich brauche als Stürmer natürlich Einsatzzeiten, um Tore zu machen."

Ein Stürmer brauche zudem "Vertrauen und das bekamen andere Stürmer. Ich bin keinem in Bremen böse und bin froh, dass mir Freiburg jetzt die Chance gibt Teil der Bundesliga zu sein."

Doch allzu hoch hängen will Petersen seinen Hattrick nicht. Er bleibt lieber ganz realistisch. "Der Start ist geglückt und wenn es so weiter geht, dann profitieren beide Seiten davon. Es ist ja kein Problem, wenn man sagt, dass es in Bremen am Schluss etwas festgefahren war."

Unbequeme Freiburger

Petersen hätte jedenfalls nichts dagegen, wenn es so weiterläuft für ihn. Am Dienstag darf er in Gladbach wahrscheinlich von Beginn an ran. Schließlich ist Freiburgs andere Sturmhoffnung Admir Mehmedi verletzt und fällt mehrere Wochen aus.

Trotz dieser Hiobsbotschaft rechnet sich Petersen auch gegen Gladbach was aus. "Ich habe oft gegen Freiburg gespielt und es war immer unangenehm. Gegen Frankfurt habe ich selbst mitbekommen, wie schön es sein kann, unangenehm zu sein", sagt der Angreifer.

"Wir sind schon eine Mannschaft, die den Gegner in Grund und Boden laufen kann und die marschiert. Gegen Gladbach mit der individuellen Klasse brauchen wir auch eine Portion Glück, um etwas mitzunehmen."

Knoten geplatzt

So richtig erklären kann er es nicht, warum ausgerechnet jetzt der Knoten geplatzt ist.

"Gegen Frankfurt habe ich drei Vorlagen bekommen, die ich alle verwertet habe. Das waren Bälle, die ich vielleicht auch in Bremen verwertet hätte", sagt Petersen und wehrt sich dagegen, bei Werder gescheitert zu sein: "Nur, weil ich jetzt gegangen bin, bin ich bei Werder nicht gescheitert. Ich hatte dort zwei super Jahre. Für mich ist es kein Problem, das Glück woanders zu suchen. Es gibt genug Beispiele von Spielern, die in einem neuen Verein wieder aufgeblüht sind."

Keine Rückkehr nach Bremen?

Petersen, der bei Werder noch einen Vertrag bis 2017 hat, will wieder dauerhaft aufblühen. Doch ob er nach Bremen zurückkehrt, darf bezweifelt werden.

"Ich werde Werder weiter verfolgen und werde die Zeit nicht vergessen, aber mein Ziel muss es sein so gut zu spielen, dass Freiburg im Sommer sagt: 'Den Jungen müssen wir hier behalten, weil ich dann gute Arbeit abgeliefert habe.' Ich will weiter Bundesliga spielen und bin dankbar sofort in Freiburg angekommen zu sein", erklärt Petersen.

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