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Im Sommer stand bei Davie Selke ein Abschied zur Debatte. Er entschied sich für einen Verblieb in Bremen. Bei SPORT1 spricht der Stürmer über die Gründe für die Werder-Serie.

Von Denis de Haas und Rasmus Godau

Millionengehalt, Champions League, Spiele in einem europäischen Fußballtempel - das Angebot klang verlockend.

Benfica Lissabon wollte Davie Selke im Sommer nach Portugal holen. Der Klub baggerte um den Spieler, der Deutschland fast im Alleingang zum U-19-Europameistertitel schoss.

Doch Selke hörte auf Vater Teddy Rupp und unterzeichnete einen langfristigen Vertrag bei Werder Bremen. Statt Titeljagd im Süden entschied er sich für Abstiegskampf im Norden.

Minuten sammeln bei Werder

"Mein Vater hat mir gesagt, dass es perspektivisch besser ist, wenn ich bei einem Klub wie Werder bleibe und hier Minuten sammele. Besser, als nach der EM zu einem Topklub zu wechseln, wo ich zwar fettes Geld verdiene, aber kaum spiele", sagt der 20-Jährige vor dem Spiel gegen den FC Augsburg im SPORT1-Interview.

Seine Wahl bereut er nicht. Selke und Bremen haben einen Lauf. Zuletzt holte Bremen vier Siege in Folge - mit dem neuen Trainer Viktor Skripnik ging es rauf von Platz 18 auf acht.

Für Selke ist der Ukrainer hauptverantwortlich für die Serie. "Er hat einen wichtigen Anteil an den Erfolgen, weil er uns immer wieder an unsere Stärken erinnert", sagt der Angreifer.

Traumpaar mit Di Santo

Skripnik kehrte auch zurück zur Zwei-Stürmer-Taktik und formte ein echtes Traumpaar. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Fans über Leistungen ihrer Angreifer fluchten. Bei Namen wie Denni Avdic, Joseph Akpala oder Marco Arnautovic läuft es ihnen immer noch eiskalt den Rücken runter.

Dem eleganten Franco Di Santo und dem wuchtigen Davie Selke jubeln sie wieder zu. Der Argentinier gehört mit neun Treffern zu den besten Angreifern der Liga.

Selke erzielte beim 2:1-Erfolg über Bayer Leverkusen sein fünftes Saisontor. "Das war eine Megakombination von den Jungs", beschreibt der U-19-Europameister das Tor.

Das Wort Jungs fällt an der Weser momentan häufig. Das liegt an den ganzen Talenten, die Skripnik immer wieder einbaut.

Davie Selke Werder Bremen
Davie Selke während des SPORT1-Interviews © SPORT1

Lorenzen als zweites Sturmjuwel

Neben Selke gibt's mit Melvyn Lorenzen ein weiteres Sturmjuwel. Der 20-Jährige fehlt aktuell mit einem Meniskuseinriss.

Lorenzen sieht nun von der Tribüne aus, wie andere junge Spieler bei Werder aufdrehen. Jannek Sternberg hat sich zur Konstante auf der Linksverteidiger-Position entwickelt, Levent Aycicek bekommt regelmäßig Einsätze als Spielmacher.

Selke sieht es als großen Vorteil, dass der langjährige U-23-Trainer nun die Verantwortung trägt. "Wir wissen, was uns erwartet. Er weiß, was ihn erwartet, wenn er uns aufstellt. Das Vertrauen ist ganz wichtig für uns junge Spieler", sagt der Angreifer.

Option für Löw

Es mehren sich mittlerweile Stimmen, die sagen, Joachim Löw solle künftig auf Selkes Qualitäten vertrauen. Miroslav Klose ist im DFB-Ruhestand, Mario Gomez ständig verletzt und Pierre-Michel Lasogga im Formtief.

Mit einer baldigen Nominierung für die A-Nationalmannschaft rechnet Selke jedoch nicht. "Davon bin ich noch sehr weit weg. Natürlich träumt jeder davon, sein Land zu vertreten und für die Nationalmannschaft zu spielen. Das ist bei mir aktuell aber noch kein Thema", sagt der Bremer.

Gleichwohl glaubt er daran, dass Spielertypen wie er auch in Zukunft gebraucht werden. "Ich denke, dass ein klassischer Mittelstürmer jedem Team weh tut", sagt Selke. Das will er am Samstag den Augsburgern zeigen und damit die Bremer Serie verlängern.

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