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Leverkusen - Stuttgart fällt bei Bayer nach gutem Beginn auseinander. Sportdirektor Robin Dutt schwört Trainer Huub Stevens dennoch Treue. Leverkusens Serie geht derweil weiter.

Huub Stevens steht mit dem VfB Stuttgart am Rande des Abgrunds. (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan)

Huub Stevens hat mit dem VfB Stuttgart 13 von 25 Spielen verloren
Huub Stevens hat mit dem VfB Stuttgart 13 von 25 Spielen verloren © Getty Images

Bei seinem Angstgegner Bayer Leverkusen verlor der seit acht Partien sieglose Tabellenletzte am Freitagabend chancenlos mit 0:4 (0:2). Trotzdem stellte sich Sportdirektor Robin Dutt danach erneut hinter den Trainer.

"Wir haben uns in den letzten Wochen an keiner Trainerdiskussion beteiligt, sondern ihm immer den Rücken gestärkt und machen das auch in dieser Situation", sagte der 50-Jährige bei Sky.

Stevens gibt sich kämpferisch

Auch Stevens selbst sieht seine Mission noch nicht gescheitert: "Wenn ich spüre, dass die Spieler nicht mehr an mich glauben, dann melde ich mich beim Verein. Aber ich erreiche die Spieler noch", erklärte der Niederländer und sah durchaus einige Hoffnungsschimmer.

"Die ersten 30 Minuten waren das Beste, was ich bisher von meiner Mannschaft gesehen habe. Danach haben wir das Spiel innerhalb von fünf Minuten verloren. Wir müssen uns jetzt am Positiven festhalten, das ist der einzige Weg für uns", so der Coach, dessen Team schon vor den Spielen der Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt fünf Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Platz hat. (Datencenter: Tabelle)

Bayer gewann dagegen auch sein fünftes Pflichtspiel in Serie zu Null, eroberte den dritten Platz und ist pünktlich zum Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Atletico Madrid am Dienstag bestens in Form.

Premiere für Wendell

"Stuttgart hat es uns in der ersten halben Stunde schwer gemacht. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber es tut gut, dass wir letztlich klar gewonnen haben", sagte der zweimalige Bayer-Torschütze Josip Drmic bei Sky.

"Wunder gibt es immer wieder", hatte Stevens vor dem Spiel gesagt, aber die gibt es wohl nur in Schlagern von Katja Ebstein. Das erste Bundesliga-Tor des brasilianischen Linksverteidigers Wendell (32.) und der fünfte Saisontreffer von Drmic (36.) besiegelten die VfB-Niederlage innerhalb von 235 Sekunden.

"Die erste halbe Stunde hat Stuttgart gut gespielt, wir haben unsere Linie nicht gefunden und viele leichte Ballverluste gehabt. Aber: Man sieht, dass wir gefestigt sind und dass wir Selbstvertrauen haben. Mit dem ersten richtigen Angriff sind wir in Führung gegangen und haben das danach gut gemacht", zeigte sich Bayer-Coach Roger Schmidt an seinem 48. Geburtstag zufrieden.

Bayers Serie hält

Nach der Pause trafen Karim Bellarabi (50.) und erneut Drmic (59.) für Bayer, das seit fünf Jahren in zehn Spielen nicht mehr gegen Stuttgart verloren hat. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Das erst nach einer halben Stunde sehenswerte Spiel begann derart zerfahren, dass schon Kombinationen über drei Stationen Seltenheitswert hatten.

Beide Mannschaften spielten vor 29.384 Zuschauern unpräzise, fanden den Passweg zum Mitspieler nicht und schenkten den Ball alle paar Sekunden her.

Ginczek scheitert

Plötzlich aber stand Timo Werner auf der linken VfB-Angriffsseite frei und passte perfekt auf die einzige Spitze Daniel Ginzcek - der ehemalige Stuttgarter Bernd Leno im Tor rettete sensationell (17.). (Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm)

Die Werkself, die im denkwürdigen Hinspiel (3:3) ein 3:0 verspielt hatte, verzeichnete dagegen nicht einen Torschuss in den ersten 30 Minuten - doch die ersten beiden saßen.

Ein 14-Meter-Schuss Wendells nach einem kollektiven Aussetzer der Stuttgarter Defensive war für Sven Ulreich nicht zu parieren, vier Minuten später traf Drmic per Kopf. (Service: Die Statistiken des Spiels)

VfB zu harmlos

Danach gab es nur noch eine Richtung, der VfB zerfiel in seine Einzelteile und wurde abgeschossen. Bellarabi traf, nachdem er Gotoku Sakai schwindelig gespielt hatte, Drmic schoss aus 14 Metern flach ein. Der VfB ließ sich fast gar nicht mehr im gegnerischen Strafraum blicken.

Stevens hatte notgedrungen im Sturm Ginczek gebracht, denn Top-Torjäger Martin Harnik sitzt seine Rotsperre ab und Vedad Ibisevic ist seit 22 Liga-Einsätzen ohne Treffer.

Bei Bayer kehrte der umsichtige Spielgestalter Hakan Calhanoglu nach überstandenen Knieproblemen zurück in die Startelf.

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