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Granit Xhaka dürfte bei Borussia Mönchengladbach bleiben
Granit Xhaka wechselte 2012 aus Basel nach Gladbach © Getty Images

München - Nach dem Coup beim FC Bayern werden die Ansagen in Gladbach offensiver. Für Granit Xhaka ist das Erreichen der Champions League "Pflicht" - doch es folgt ein straffes Restprogramm.

Granit Xhaka steht für klare Worte.

Auch nach dem 2:0-Coup beim FC Bayern machte der Mittelfeldakteur von Borussia Mönchengladbach da keine Ausnahme.

"Wenn du Bayern München schlägst, musst du nächstes Jahr auch Champions League spielen", sagte Xhaka selbstbewusst auf SPORT1-Nachfrage.

Die von Trainer Lucien Favre sehr gut eingestellte Borussia fügte dem Titelverteidiger die erste Heimniederlage zu und trotzte den Bayern damit in dieser Saison vier Punkte ab – kein anderes Team kann das von sich behaupten.

Acht Punkte beträgt Gladbachs Polster nach dem 26. Spieltag auf Rang 5. Und mit dem Sieg in München wurde zugleich Platz 3 von Bayer Leverkusen zurückerobert.

Auch wenn Xhakas Behauptung, man habe "den Bayern überhaupt keine Chance" gelassen, etwas zu weit geht – Gladbachs cleverer Auftritt war aller Ehren wert.

Führung lässt "Eier wachsen"

Nachdem Favres Team in der Anfangsphase kaum aus der eigenen Hälfte rauskam und sich erst einmal auf die Defensive besann, gab Raffaels Führung mit der ersten Offensivaktion – unter gütiger Mithilfe Manuel Neuers – den Gästen sichtbar Auftrieb.

Der Mut nahm zu, der Respekt ab. "Je länger das Spiel dauerte, desto stabiler wurden wir", meinte Tony Jantschke zu SPORT1. Spätestens nach Raffaels zweitem Streich in der 77. Minute war der Auswärtssieg unter Dach und Fach.

Der Tabellendritte ließ sogar noch beste Konterchancen aus, um das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. "Da haben wir richtig gut gespielt, da sind uns Eier gewachsen", sagte Christoph Kramer. Quasi im gleichen Atemzug warnte er vor den kommenden Aufgaben. Denn die haben es in sich.

Straffes Programm

Nach der Länderspielpause geht es zu Angstgegner Hoffenheim (drei Siege in 16 Duellen) und zu Pokalschreck Arminia Bielefeld.

Dem Heimspiel gegen Dortmund folgt die Reise nach Frankfurt, bevor das Kräftemessen mit dem VfL Wolfsburg ansteht. "Wir müssen hoch konzentriert sein und die Bonuspunkte von heute vergolden", erklärte Kramer.

Auch Patrick Herrmann, Vorlagengeber des Führungstreffers und Initiator des zweiten Tores, ließ sich noch nicht zu einer Kampfansage hinreißen: "Wir haben letztes Jahr im Winter viel über die Champions League geredet und das hat uns eindeutig nicht gut getan, von daher lassen wir das mal lieber jetzt." (Stimmen zum Gladbach-Sieg)

"Wir übererfüllen unsere Ziele"

Doch selbst Max Eberl, der vor der Saison einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel ausgegeben hatte, wurde für seine Verhältnisse forsch. "Wir haben momentan eine richtig gute Situation, eine fantastische Ausgangslage. Die gilt es in den nächsten Wochen weiter zu festigen.

"Wir sind dabei, unsere Saisonziele zu erfüllen, vielleicht überzuerfüllen", sagte der Sportdirektor zu SPORT1.

Hitzfeld voller Lob

Den Respekt der ganzen Liga haben sich die Gladbacher ohnehin verdient.

"Sie sind nicht erst seit heute ein Kandidat für die Champions League”, meinte Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld bei Sky.

"Sie haben sich kontinuierlich weiter entwickelt."

Millionenschwere Big Points?

In der Rückrundentabelle liegt Mönchengladbach punktgleich mit dem VfL Wolfsburg auf dem zweiten Rang. Gladbach stellt die zweitbeste Defensive der Liga, in neun Rückrundenpartien musste der am Sonntag erneut souveräne Yann Sommer erst vier Mal hinter sich greifen.

Clever, geduldig, effektiv, sicher in der Defensive. Diese Attribute stehen derzeit für Gladbach – und versprechen Erfolg. "Der Wille ist natürlich da, die Champions League zu erreichen", formulierte Max Kruse.

Und der unerwartete Dreier beim FCB gibt zusätzlichen Schub für den Saisonendspurt. Am Ende könnte er Millionen wert sein.

"Ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass wir Träume und Ziele haben – und das ist die Champions League. Mit dem Sieg heute sind wir auf einem sehr guten Weg", sagte Xhaka.

Auf einem Weg, auf dem die Fans wie am Sonntagabend in München noch öfters singen könnten: "Gegen Gladbach kann man mal verlier'n!"

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