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Christian Gross trainiert derzeit Al-Ahli in Saudi-Arabien
Christian Gross trainiert derzeit Al-Ahli in Saudi-Arabien © Getty Images

Hamburg - Nun gilt auch der Schweizer als Kandidat auf die Nachfolge von Josef Zinnbauer beim Hamburger SV. Möglich ist zudem eine interne Lösung. Am Sonntag tagen die Vereinsbosse.

Beim Hamburger SV ist die Zukunft von Trainer Josef Zinnbauer weiter offen. Die Vereinsbosse des Tabellen-16. wollen noch am Sonntag an einem bislang unbekannten Ort über einen Trainerwechsel beraten.

Dieser gilt nach der aktuellen Talfahrt weiter als wahrscheinlich. Nach NDR-Informationen will die Klubspitze um Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer Zinnbauer eine Rückkehr auf seinen früheren Posten als Coach der U 23 anbieten.

Als Kandidat auf den Posten bei den Profis gilt neben Thomas von Heesen und Bruno Labbadia nun auch der Schweizer Christian Gross.

"Eine solche Lösung könnte ich mir gut vorstellen", meinte SPORT1-Experte Thomas Berthold im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

Dieter Hoeneß hat dagegen seine Zweifel: "Die Frage ist, ob ein Trainer auf dem Markt ist, der das Ganze besser machen kann", sagte der Ex-Nationalspieler: "Es geht nur um Psychologie, nicht um taktische Dinge."

Rudi Völler, der mit Bayer Leverkusen kommende Woche auf den HSV trifft, hielt sich bedeckt: "Wenn man hohe Ziele hat und zwischendurch mal in einem Tief ist, kann man das besser überbrücken. Der Abstiegskampf ist aber etwas anderes. Ich kann verstehen, dass man da öfter reagiert." 

Gross aktuell in Saudi-Arabien gebunden

Gross trainierte von 2009 bis 2010 den VfB Stuttgart und wurde in der Vergangenheit schon mehrfach in Hamburg gehandelt. Allerdings steht der 60-Jährige noch bis 2016 beim saudi-arabischen Klub Al-Ahli unter Vertrag, mit dem er im vergangenen Monat Pokalsieger geworden war.

Peter Knäbel ist Sportdirektor beim HSV
Peter Knaebel ist Sportdirektor beim HSV © Getty Images

Alternativ könnte auch Sportdirektor Peter Knäbel als Interimslösung bis zum Saisonende fungieren - genauso wie HSV-Legende von Heesen, der erst im Februar als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats zurückgetreten war.

In der Hansestadt rechnet kaum jemand mit einem Verbleib von Zinnbauer. Die 0:1-Heimniederlage am Freitag gegen Hertha BSC war schon die sechste Partie ohne Sieg in Folge. Zudem hat der HSV unter dem gebürtigen Oberpfälzer in 15 von 26 Ligaspielen keinen Treffer erzielt.

Knäbel lässt alle Optionen offen

Während Beiersdorfer ohne vorherige öffentliche Äußerung in die Krisengespräche ging, gab sich Sportchef Knäbel offen - in alle Richtungen.

"Wir haben kein Schattenkabinett, aber es wäre fatal, wenn man nicht weiß, was man einleiten müsste", sagte der frühere Bundesliga-Profi.

Zinnbauer selbst gab sich auch nach der Niederlage gegen den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf engagiert: "Es geht nicht um mich. Es geht um den Verein, den HSV."

Die Spieler verteidigten Zinnbauer trotz der Negativserie. "Er leistet gute Arbeit, wir wollen mit ihm weitermachen", sagte Dennis Diekmeier.

Erst seit September vergangenen Jahres im Amt, wäre der Fußballlehrer der elfte Übungsleiter, den der norddeutsche Klub binnen viereinhalb Jahren verschlissen hätte.

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