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Thomas Berthold spricht bei SPORT1 über die Rolle von Dante beim FC Bayern
Thomas Berthold spricht bei SPORT1 über die Rolle von Dante beim FC Bayern © SPORT1/getty

Thomas Berthold analysiert in seiner SPORT1-Kolumne die Situation des Bayern-Verteidigers und erklärt, warum ihn Pep Guardiola weiter braucht. Bei Leverkusen sieht er Fortschritte.

Hallo Fußball-Freunde,

ich finde es legitim, dass Pep Guardiola in Hannover Dante nach 32 Minuten auswechselt. Das hat auch nichts mit einer Demütigung zu tun. Der Bayern-Trainer hat einfach gemerkt, dass es taktisch nicht gepasst hat.

Und Dante war außerdem auch nicht in der allerbesten Verfassung. Es ist menschlich, dass der Brasilianer dann eine Reaktion zeigt. In der Rückrunde ist er bisher nicht in die Gänge gekommen, man sieht, dass ihm im Moment etwas Selbstvertrauen fehlt.

Bei Bayern muss er sich in jedem Spiel beweisen, die Konkurrenz mit Medhi Benatia, Holger Badstuber und Jerome Boateng ist natürlich enorm.

Jeder Spieler hat mal eine Delle, Dante darf nicht lamentieren, er muss jetzt da durch. Er weiß selbst, dass vergangene Leistungen in solch einem Klub wie dem FC Bayern nicht zählen, sondern nur das Jetzt.

Pep Guardiola wird sich genauso bewusst sein, dass er in dieser Phase der Saison jeden Spieler braucht. Es kann noch so viel passieren, was Verletzungen, Sperren, Formschwankungen und so weiter betrifft. Für mich ist Dante weiterhin einer, der bei Bayern im Stamm stehen kann.

Denn Dante ist kopfballstark, zweikampfstark, hat eine gute Übersicht. Das sind ja die Qualitäten, weswegen er beim FC Bayern spielt. Er hat zudem schon bewiesen, dass er in der Champions League auf ganz hohem Niveau spielen kann. Er muss nun im Training hart arbeiten, um auf das Niveau zu kommen, das er vor der WM hatte.

Dantes Vertrag läuft noch bis 2017. Ich glaube nicht, dass Dante zum Ende der Saison den FC Bayern verlässt. Es gibt nicht so viele Linksfüßer in der Innenverteidigung - in der Bundesliga und in Europa. Bayern ist in der glücklichen Lage, mit Holger Badstuber und Dante zwei davon zu haben.

Aus meiner Sicht ist der FC Bayern für das Champions-League-Achtelfinale gegen Donezk gerüstet und wird weiterkommen. Bis zum Viertelfinale muss sich die Mannschaft aber steigern, in der Form, in der die Münchner jetzt sind, wäre gegen einen Hochkaräter Schluss.

In Hannover hatte der FC Bayern mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen Glück.

Die Dortmunder erlebten in Hamburg das Gegenteil, Valon Behrami hätte einen Platzverweis verdient gehabt. Die Schiedsrichter haben bisher in der Rückrunde ordentliche Leistungen gezeigt, doch jetzt muss man von einem schwarzen Schiedsrichter-Wochenende sprechen.

Da gab es eklatante Fehlentscheidungen wie bei Wolfsburgs Spiel in Augsburg. Das ist ärgerlich für den VfL: Wenn du so benachteiligt wirst, ist es einfach unfair.

Bis zum nächsten Mal, Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt als Kolumnist für SPORT1.

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