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München - SPORT1 unterzieht Mainz 05, den 1.FC Köln, Hertha BSC und Hannover 96 dem Abstiegscheck und wagt eine Prognose.

Die halbe Liga zittert vor dem Abstieg. 

Acht Spieltage vor Schluss trennen den Tabellenelften FSV Mainz 05 ganze fünf Pünktchen von Relegationsplatz 16. Gleichzeitig hat Schlusslicht VfB Stuttgart nur zwei Zähler Rückstand auf das rettende Ufer.

Wer behält im Abstiegskampf die Nerven, wer rettet sich, wer muss runter? 

SPORT1 macht mit den Abstiegscheck. Im ersten Teil richtet sich der Fokus auf Mainz, Köln, Berlin und Hannover.

Platz 11 - 30 Punkte - 35:36 Tore

FSV Mainz 05

Formkurve: Die Mainzer sind im Aufwind, liegen in der Rückrundentabelle auf Platz sieben. Die Bilanz könnte sogar noch besser sein: Gegen Gladbach und Wolfsburg waren die 05er besser, mussten sich aber jeweils mit einem Remis begnügen. Der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 ist mittlerweile auf fünf Punkte angewachsen.

Trainer: Martin Schmidt ähnelt in seinem Coaching-Stil einem Jürgen Klopp oder einem Thomas Tuchel. Wie die ehemaligen Mainzer Erfolgstrainer steht auch der Schweizer für Emotionalität. Diese Eigenschaft hat der Klub bei Kasper Hjulmand vermisst und den Dänen deshalb im Februar entlassen. 

Seit dem Trainerwechsel haben die Mainzer acht Punkte aus fünf Spielen geholt und waren in jedem Spiel die spielbestimmende Mannschaft.  

1. FSV Mainz 05 v Eintracht Frankfurt - Bundesliga
Johannes Geis hat in der Rückrunde drei Tore erzielt © Getty Images

Schlüsselspieler: Johannes Geis hat sich beim FSV zum Führungsspieler entwickelt. Nach der Winterpause gab es für den Mittelfeldakteur in vier Partien die SPORT1-Note 2. Mit drei Toren und einer Vorlage hat Geis einen großen Anteil am Mainzer Aufschwung. Der Ex-Fürther steht für das neue Selbstbewusstsein in Mainz. "Wir müssen uns vor keinem verstecken", sagt der U-21-Nationalspieler nach den jüngsten Erfolgen.

Restprogramm: Bremen (A), Leverkusen (H), Freiburg (A), Schalke (H), HSV (H), Stuttgart (A), Köln (H), Bayern (A).

Die Mainzer sind noch für drei bis vier Siege gut. In den Heimspielen gegen Hamburg und Köln können sie auf jeden Fall drei Punkte einkalkulieren. Auch Stuttgart hat sich in den vergangenen Jahren zum Lieblingsgegner entwickelt.

SPORT1-Prognose: Aus dem Abstiegskampf verabschieden sich die Mainzer bereits Anfang April. Läuft alles nach Plan, können sie sogar noch Eintracht Frankfurt überholen und damit das Prestigeduell mit den Nachbarn entscheiden.

Platz 12 - 30 Punkte - 26:32 Tore

1. FC Köln

Formkurve: Die Rheinländer mausern sich zu den Remis-Königen der Liga. Fünf Unentschieden holte Peter Stögers Team nach der Winterpause. Das große Problem der Kölner bleibt aber das Toreschießen. In neun Spielen gab es nur neun Treffer - allein vier erzielte der FC gegen Frankfurt.

Trainer: Stöger haut so schnell nichts um. "Ich habe glücklicherweise schon sehr viele Erfahrungen sammeln dürfen, um mich nicht schnell aus der Ruhe bringen zu lassen. Davon abgesehen weiß ich nicht, ob es Sinn macht, in der Öffentlichkeit zu toben", sagt der Österreicher zuletzt in einem SPORT1-Interview.

Stöger hat zudem immer gewonnen, wenn die Kölner auf einen Abstiegsplatz abzurutschen drohten. Deshalb gab es nie eine Trainerdiskussion.

Timo Horn
Timo Horn blieb in dieser Saison schon zehn Mal ohne Gegentor © Getty Images

Schlüsselspieler: Timo Horn hat den Kölnern schon so manchen Punkt gerettet. Zehn Spiele überstand der Torwart ohne Gegentreffer - in der Wertung "Weiße Weste" liegt er auf einem starken dritten Platz.

Restprogramm: Freiburg (A), Hoffenheim (H), Hertha (A), Leverkusen (H), Augsburg (A), Schalke (H), Mainz (A), Wolfsburg (H).

Die Kölner punkten vornehmlich auswärts. Da trifft es sich gut, dass sie noch zu den Konkurrenten aus Freiburg, Hertha und Mainz fahren.

SPORT1-Prognose: Bei den Domstädtern geben die kommenden drei Partien den Ausschlag. Holen sie aus diesen Spielen mindestens vier Punkte, ist die Rettung praktisch fix. Bei Niederlagen gegen Freiburg und Hertha könnte das Fünf-Punkte-Polster aber schnell aufgebraucht sein.

Platz 13 - 29 Punkte - 31:44 Tore

Hertha BSC

Formkurve: Nach zwei Pleiten zum Rückrundenstart haben die Berliner Fahrt aufgenommen. Seitdem holten sie elf Punkte. Der Sieg beim Hamburger SV am vergangenen Freitag war enorm wichtig. Deshalb liegt der Hauptstadtklub aktuell vier Zähler vor Platz 16.

Trainer: Pal Dardai hat das Team Anfang Februar von Jos Luhukay übernommen und danach von Platz 17 auf 13 geführt. Schönen Fußball spielt die Hertha auch unter dem neuen Coach nicht, zumindest stimmen aber die Ergebnisse.

Allerdings muss Dardai als ungarischer Nationaltrainer zeigen, dass er die Doppelbelastung mit der EM-Qualifikation gegen Griechenland verkraftet. "Die Nationalmannschaft ist nur eine kleine Belastung, weil wir nur ein Spiel haben und das zweite nach der Bundesliga-Saison stattfindet. Außerdem arbeiten da 14 Personen für mich, das ist überhaupt kein Problem", sagte er kürzlich in einem SPORT1-Interview.

Nun soll ihn Co-Trainer Rainer Widmayer entlasten. Hält Dardai die Klasse, wird er seinen Job als Nationaltrainer mit Sicherheit aufgeben.

Änis Ben-Hatira mit Spiderman-Maske beim Torjubel
Änis Ben-Hatira begeistert die Hertha-Fans nicht nur mit dem Spiderman-Jubel © Getty Images

Schlüsselspieler: Die Hertha-Fans sehnten die Rückkehr von Änis Ben-Hatira herbei. Vor zwei Wochen stand der Tunesier nach auskurierter Zehenverletzung wieder auf dem Platz. Er meldete sich gegen Schalke mit einem Tor zurück und holte sich die SPORT1-Note 2,5. Seine Qualitäten dürften den Berlinern im Abstiegskampf weiterhelfen.

Restprogramm: Paderborn (H), Hannover (A), Köln (H), Bayern (A), Gladbach (H), Dortmund (A), Frankfurt (H), Hoffenheim (A).

In den nächsten drei Spielen geht es gegen direkte Konkurrenten. Zwei Siege würden für Ruhe in der Hauptstadt und ein entspanntes Saisonfinale sorgen.

SPORT1-Prognose: Dardai hat die Mannschaft stabilisiert, und rechtzeitig zum Endspurt kommen Schlüsselspieler wie Ben-Hatira und Tolga Cigerci zurück. Die Hertha wird sich retten und die erforderlichen Punkte im April einfahren.

Platz 14 - 27 Punkte - 29:42 Tore

Hannover 96

Formkurve: Die Niedersachsen sind das schlechteste Team der Rückrunde, rutschten von Platz 8 nach der Winterpause auf Rang 14 ab und haben nur noch zwei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. In neun Rückrundenspielen gab es keinen einzigen Sieg, dafür satte sechs Niederlagen und insgesamt ganze drei Pünktchen.

Zuletzt kassierte Hannover drei Pleiten am Stück - das Programm war mit dem FC Bayern, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund aber auch bretthart.

Trainer: Das Schicksal von Tayfun Korkut hing nach der Niederlage gegen Dortmund am seidenen Faden, Präsident Martin Kind und Sportdirektor Dirk Dufner sprachen ihm aber nochmals das Vertrauen aus. "Ob es eine kluge Entscheidung war, an Korkut festzuhalten, werden die nächsten Spiele zeigen", ist SPORT1-Experte Stefan Schnoor skeptisch. Thomas Helmer pflichtet ihm bei: "Es ist ein Risiko."

In der vergangenen Saison schaffte Korkut mit Hannover bereits einmal den Klassenerhalt. Nach zehn Spielen ohne Sieg muss jetzt gegen Eintracht Frankfurt und Hertha BSC aber die Wende gelingen, sonst dürfte es eng werden.

Hannover 96 v Borussia Dortmund - Bundesliga
Lars Stindl wechselt im Sommer zu Borussia Mönchengladbach © Getty Images

Schlüsselspieler: Hannovers Hoffnungen ruhen vor allem auf Kapitän Lars Stindl. Zwar machte der Mittelfeldspieler am Mittwoch öffentlich, dass er zur nächsten Saison nach Gladbach wechselt. Doch als Absteiger wird er sich nicht aus Niedersachsen verabschieden wollen. Nicht nur gegen Dortmund war er als Doppeltorschütze der beste Hannoveraner. Stindl treibt das Team an und kann selbst den Unterschied machen.

Restprogramm: Eintracht Frankfurt (A), Hertha BSC (H), Bayer Leverkusen (A), 1899 Hoffenheim (H), VfL Wolfsburg (A), Werder Bremen (H), FC Augsburg (A), SC Freiburg (H)

Das Schlimmste, sprich Bayern, Dortmund, Gladbach und Schalke, hat Hannover hinter sich, vor allem die Partie zu Hause gegen den direkten Konkurrenten Hertha wird ein Schlüsselspiel.

SPORT1-Prognose: "Von der Qualität her müssten sie es eigentlich schaffen", meint SPORT1-Experte Helmer: "Ich denke, es wird reichen, aber sie müssen verdammt aufpassen." Hannover kennt den Abstiegskampf bereits aus der Vorsaison, behält die Nerven und rettet sich am letzten Spieltag gegen den SC Freiburg. 

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