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Heiko Westermann lässt seinem Ärger nach dem Remis gegen Borussia Dortmund freien Lauf. Er lasse sich von Kritikern und Experten nicht den Namen kaputt machen.

Heiko Westermann hat nach dem torlosen Remis des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund zum verbalen Rundumschlag ausgeholt.

"Ich habe jetzt auf sechs Positionen in fünf Spielen gespielt. Die Diskussionen um mich sind in den vergangenen Wochen wieder aufgekommen. Die Kritiker und Idioten, die meinen, den Fußball erfunden zu haben, können mich mal am Arsch lecken", sagte der Innenverteidiger des HSV.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler hatte gegen den BVB eine starke Leistung gezeigt und 71 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen. Danach wehrte er sich vehement gegen die immer wieder aufkommende Kritik an seiner Person.

"Lasse mir von Idioten nicht den Namen kaputtmachen"

"Ich habe immer den Arsch hingehalten auf dem Platz. Wer es besser kann, soll zu mir kommen und es mir sagen. Ich lasse mir von solchen Idioten nicht den Namen kaputtmachen", erklärte der 31-Jährige.

Westermann hatte gegen Dortmund als linker Außenverteidiger begonnen und war dann für den verletzten Johan Djourou in die Innenverteidigung gerückt.

HSV-Coach Josef Zinnbauer verteidigte seinen Spieler. "Wir im Trainerteam haben uns nicht beschwert über die Leistung von Westermann. Der hat gut gespielt und ich hoffe, dass er so weitermacht, dann spielt er auch gegen Hoffenheim", sagte er und zeigte Verständnis für Westermanns Reaktion: "Ich finde, nach gefühlten fünf Jahren ist es mal an der Zeit gewesen, dass er explodiert. Heiko hat hier jahrelang den Kopf herhalten müssen. Er hat sich ausgekotzt, das gehört dazu."

Sogar von Dortmunds Trainer Jürgen klopp gab es Lob für Westermann: "Wenn er heute nicht spielt, stehen wir zweimal alleine vor dem Tor. Das ist der einzige Innenverteidiger vom HSV, der ungefähr die Schnelligkeit für Aubameyang hat."

Argumente für Verlängerung

Westermann, der im Jahr 2010 für eine Ablösesumme von 7,5 Millionen Euro aus Schalke kam und bislang 149 Liga-Spiele für den HSV bestritt, dürfte die Komplimente mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen.

Sein Vertrag in der Hansestadt läuft im Sommer aus - bessere Argumente für eine Verlängerung als seine Leistung gegen die Borussia gibt es kaum.

"Heiko ist ein Vollprofi. Er lebt und tut alles für den Verein", sagte Zinnbauer, ließ sich zu einer möglicher Vertragsverlängerung aber nicht in die Karten schauen: "Wir werden bis zur Länderspielpause warten. Dann setzen wir uns hin und werden die Zukunft des HSV besprechen."

An Westermann scheiden sich an der Elbe die Geister. Wegen seiner teils haarsträubenden Aussetzer ist er für viele Fans ein Sinnbild der Dauerkrise.

HSV mit Punktgewinn zufrieden

Gegen Dortmund waren die Gastgeber abgesehen von Westermanns Wutausbruch aber zufrieden.

"Unterm Strich ist es für uns ein wichtiger Punkt im Abstiegskampf", meinte Zinnbauer: "Wir brauchen nicht drüber reden, dass Dortmund in allen Belangen eigentlich überlegen war. Aber wir haben defensiv richtig gut gespielt."

Und sogar Westermann fällte am Ende ein positives Fazit. "Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht", sagte er: "Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Hause."

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