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Stuttgart und München - Nach dem Remis gegen Hertha darf Huub Stevens als Trainer des VfB Stuttgart weiter machen. Sein Nachfolger befindet sich aber weiterhin im Wartestand.

Huub Stevens bleibt auch nach dem 0:0 am Freitag gegen Hertha BSC Trainer bei Tabellenschlusslicht VfB Stuttgart.

"Wir sind der Überzeugung, dass er absolut der richtige Mann ist für unsere Situation", sagte Sportvorstand Robin Dutt am Morgen nach dem Spiel.

Dutt hielt fest, dass der Niederländer "eine Überzeugung, eine Erfahrung" habe, die für den Klub wichtig sei.

Der VfB hält also fest an dem 61 Jahre alten Trainer-Routinier aus den Niederlanden. Trotz des neunten Heimspiels in Folge ohne Sieg. Trotz der aktuell schlechtesten Saisonbilanz der Vereinsgeschichte: 20 Punkte und eine Tordifferenz von minus 17 am 24. Spieltag.

Dutt: Lasse mir nichts sagen

Vor der Partie wurde gemunkelt, der Niederländer dürfe nur bei einem Sieg bleiben. Schon unmittelbar nach dem Spiel allerdings lieferte der VfB keinerlei Anzeichen, dass am kommenden Freitag bei Bayer Leverkusen ein anderer Trainer auf der Stuttgarter Bank sitzen würde.

"Ich lasse mir nicht von außen sagen, was ich zu tun habe", sagte Sportvorstand Robin Dutt, der von einem Ultimatum nichts wissen wollte: "Wir führen keine Trainerdiskussion. Zu Spekulationen kann ich nur die gleiche Antwort geben wie vor drei Wochen, zwei Wochen und einer Woche."

Grundsätzlich zeigte sich der Sportdirektor zufrieden mit dem Auftritt der Schwaben: "Einer ist für den anderen gelaufen. Jeder hat sich die Hacken wund gelaufen."

Ein klare Ansage, dass Stevens weitermacht, gab Dutt zwar nicht ab - es war allerdings schon in den vergangenen Wochen nichts Dutts Art, sich derlei Bekenntnisse abringen zu lassen.

"Das gleiche Ritual"

Er wolle mit Stevens sachlich über das Remis reden, hielt der 50-Jährige fest: "Es läuft das gleiche Ritual wie in den vergangenen Wochen ab. Huub Stevens und ich werden uns zusammensetzen und das Spiel analysieren. Wir sprechen über das Spiel. Weitere Inhalte sind mir nicht bekannt."

Stevens tauchte dann auch plangemäß am Samstagvormittag am Trainingsgelände des VfB auf, betrat wortlos die Geschäftstelle und leitete das Training.

Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung will er bis zum Saisonende durchhalten.

Zorniger im Wartestand

Spätestens zur neuen Saison soll der 61-Jährige durch Alexander Zorniger, den ehemaligen Trainer von RB Leipzig, abgelöst werden. Gegenwärtig allerdings plant auch der Klub bis zum Sommer weiter mit Stevens - auch wegen der Sorge, ein neuer Coach könnte durch den Abstiegskampf verschlissen werden.

Alexander Zorniger war bis Februar Trainer bei RB Leipzig
Alexander Zorniger war bis Februar Trainer bei RB Leipzig © Getty Images

Stevens selbst sagte nach dem Spiel gegen die Berliner: "Ich kann über die Trainerfrage nur noch lachen. Vor wenigen Wochen hat man hier noch über eine Vertragsverlängerung mit mir geredet und jetzt wird über einen neuen Trainer diskutiert."

Robin Dutt und ich pflegten "ein offenes und klares Verhältnis", sagte der Coach. Bisher hätten sie nicht über seine Ablösung gesprochen.

Auch Kapitän Christian Gentner würde gerne weiter mit Stevens arbeiten: "Er stellt uns jede Woche gut ein. Wir wollen mit dem Trainer weitergehen."

Sportdirektor Schneider auf dem Absprung

Immer deutlicher zeichnet sich derweil das Aus für Sportdirektor Jochen Schneider ab.

"Wir sind in einem Umbruch. Wenn man sich da entscheidet, andere Wege zu gehen, ist das in Ordnung", sagte Dutt ab Freitagabend zu dem Thema.

Schneider hatte nach dem Aus für Dutts Vorgänger Fredi Bobic den Sportchef-Posten interimsmäßig übernommen und damals bei SPORT1 deutlich gemacht, dass er sich den Job auch längerfristig zutrauen würde.

Es kam anders: Nach Dutts Antritt im Januar rückte Schneider wieder in die zweite Reihe, bekam keinen Platz im Vorstand.

Schneider, derzeit im Urlaub in der Schweiz, hat seinen Schreibtisch angeblich bereits geräumt.

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