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Kevin De Bruyne (r.) ist nun der alleinige Topscorer der Bundesliga
Kevin De Bruyne (r.) ist nun der alleinige Topscorer der Bundesliga © imago

Wolfsburg - Nach seiner Gala beim Wolfsburger Sieg über Freiburg bekommt Scorerkönig Kevin De Bruyne Lob von allen Seiten. SC-Coach Christian Streich hadert derweil mit dem Schiedsrichter.

Nach einer erneut beeindruckenden Vorstellung wurde der beste Scorer der Liga bereits vor dem Schlusspfiff euphorisch gefeiert.

"Kevin De Bruyne", sangen die Anhänger des VfL Wolfsburg minutenlang, nachdem der Belgier den Tabellenzweiten nahezu im Alleingang zum 3:0 (1:0) über den SC Freiburg geführt hatte. (Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm)

Fast jeder Angriff lief über den 23-Jährigen, der häufig nur durch Fouls zu stoppen war. De Bruyne gab über 90 Minuten Vollgas, forderte und verteilte die Bälle fast nach Belieben.

De Bruyne zieht an Robben vorbei

Von seiner Paradeposition im zentralen Mittelfeld aus war er nicht bloß an 13 der 25 Torschüsse seiner Mannschaft direkt beteiligt, sondern auch an allen drei Treffern.

Das 1:0 erzielte der Nationalspieler selbst (19.), den von Ricardo Rodriguez verwandelten Strafstoß (78.) holte er heraus und beim 3:0 des eingewechselten Maximilian Arnold (84.) gab er bereits seine 17. Torvorlage in dieser Saison.

Mit erstaunlichen 26 Torbeteiligungen in nur 25 Partien ist De Bruyne nun ligaweit die neue Nummer eins vor Arjen Robben (25) vom FC Bayern.

Lob von allen Seiten

"Er macht den Unterschied aus. Er will spielen, Tore schießen und vorbereiten. Er will gewinnen - und das sind genau die Typen, die du brauchst, wenn Du in allen Wettbewerben lange dabei sein willst", schwärmte Trainer Dieter Hecking nach dem Spiel auf SPORT1-Nachfrage.

"Außergewöhnlich", nannte Geschäftsführer Klaus Allofs bei Sky den herausragenden Auftritt seines Superstars, der die meisten Sprints aller Spieler anzog (34) und mit einer Maximalgeschwindigkeit von 33 Kilometern in der Stunde eindeutig der schnellste Mann auf dem Platz war.

Torhüter Diego Benaglio attestierte seinem Teamkollegen daraufhin sogar "absolute Weltklasse" und schwärmte: "Er ist der kompletteste Spieler, mit dem ich je zusammenspielen durfte."

Duell mit Inter kann kommen

Der VfL bleibt damit weiter unangefochten die Nummer zwei in Deutschland und baute seinen Vorsprung auf Platz drei wieder auf beruhigende elf Punkte aus. Neben dem Tabellenführer aus München ist der VfL mit elf Siegen und zwei Unentschieden zudem als einziges Team zuhause noch ungeschlagen. (Datencenter: Tabelle)

Auch wenn sich Allofs gewünscht hätte, dass die Vorentscheidung schon früher gefallen wäre, scheinen die Wölfe für das wichtige Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League bei Inter Mailand am Donnerstag (Hinspiel 3:1) gut gerüstet.

"Wer da nicht heiß ist, ist fehl am Platz. Wir werden alles in die Waagschale werfen, um weiterzukommen. Aber es wird ein harter Kampf", meinte Mittelfeldspieler Daniel Caligiuri im Interview mit SPORT1.

Streich kritisiert Schiedsrichter

Während sich die Wolfsburger ab sofort auf den Showdown in San Siro vorbereiten, haderte der Sport-Club noch mit der dritten Niederlage in Serie.

So war der vorentscheidende Strafstoß aus Sicht von Christian Streich eine Fehlentscheidung - eine Meinung, mit der der Freiburger Coach allerdings ziemlich alleine dastand.

"Wir haben anfangs zu viele Torchancen zugelassen und waren nicht kompakt genug. In der zweiten Halbzeit war es besser, doch dann wurde das Spiel durch einen Elfmeter entschieden", sagte der 49-Jährige zu SPORT1 und schob nach: "Ich saß 60 Meter entfernt und habe gesehen, dass Roman Bürki am Ball war und dessen Richtung verändert hat. Aber die entscheidende Person hat es leider nicht gesehen."

"Müssen zwei, drei Prozent drauflegen"

Allem Ärger zum Trotz hat er in den nächsten Tagen zweifellos eine Menge Arbeit vor sich.

Schon am Samstag empfängt der Tabellenvorletzte mit dem FC Augsburg erneut eine Mannschaft aus dem oberen Drittel. (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan)

"Vielleicht fehlt uns momentan ein wenig das Selbstvertrauen, aber auch die Genauigkeit. Wir müssen daran arbeiten und nochmal zwei, drei Prozent drauflegen", gab Streich die Marschroute für die Trainingswoche vor.

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