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Diese Szene zwischen Hannovers Marcelo und Bayerns Robert Lewandowski ist der Stein des Anstoßes zur Schiedsrichter-Kritik von 96-Sportchef Dirk Dufner © Imago

Dufner hält Schiedsrichter Welz wegen zweier Fehlentscheidungen mitverantwortlich für die Niederlage gegen Bayern. Ein Experte pflichtet dem 96-Manager bei SPORT1.fm bei.

Der Abwärtstrend bei Hannover 96 geht weiter. Die 1:3-Niederlage der 96er gegen den FC Bayern ist die nunmehr achte Partie ohne Sieg. Die Verantwortlichen machen dafür vor allem den Unparteiischen Tobias Welz verantwortlich.

"Wenn man dann schon in der Situation ist, dass man die Bayern ärgern kann, dann sollte idealerweise der Schiedsrichter nicht noch zugunsten der Bayern eingreifen", sagte er bei Sky.

Dufner sprach damit die Entscheidungen vor den ersten zwei Treffern des Rekordmeisters ein. Zuerst hatte Welz nach einem harmlosen Zweikampf von Joao Pereira gegen David Alaba auf Freistoß entschieden, den Xabi Alonso aus 17 Metern direkt verwandelte (28.). (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Experte sieht Fehlentscheidung des Schiedsrichters

Im zweiten Durchgang hatte der Referee nach einem Klärungsversuch von Marcelo gegen Robert Lewandowski auf Strafstoß entschieden, den Thomas Müller zum 2:1 nutzte (61.). Lewandowski hatte dabei allerdings nur wenige Zentimeter über dem Boden zum Kopfball angesetzt, weshalb der Elfmeter durchaus umstritten war. (Die Highlights des Spiels im Sportradio SPORT1.fm)

"Wir kriegen aus meiner Sicht völlig zu Unrecht einen Freistoß gegen uns. Vor dem Elfmeter ist der (Robert Lewandowski, Anm. d. Red.) mit dem Kopf ja fast auf Grasnarbenhöhe, dafür kannst du definitiv keinen Elfmeter pfeifen", echauffierte sich Dufner. "Das hat uns um die Früchte unserer Arbeit gebracht." (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Auch Kapitän Christian Schulz meinte in der ARD: "Wenn man mit dem Kopf so weit unten ist, muss man damit rechnen, dass der Fuß dabei ist. Für mich ist das kein Elfmeter."

Unterstützung erhielten die 96er von Alex Feuerherdt von Collinas Erben. "Das war falsch entschieden, weil Lewandowski den Kopfball kurz über der Grasnarbe ansetzt", sagte er bei SPORT1.fm: "Das ist nicht grundsätzlich verboten, es sei denn, es ist ein Gegenspieler in der Nähe, der eingreifen kann. Und dann reden wir über ein sogenanntes gefährliches Spiel."

Korkut sieht positive Ansätze

Im Regelwerk heißt es dazu: "Als gefährliches Spiel gilt jede Aktion beim Spielen des Balls, durch die jemand verletzt werden könnte (einschließlich des Spielers selbst), die sich in der Nähe eines Gegners zuträgt und diese aus Angst vor einer Verletzung daran hindert, den Ball zu spielen."

Dass diese Fehlentscheidungen und damit die achte sieglose Partie in Serie nicht zum Endspiel für Tayfun Korkut wurde, hatte der in die Kritik geratene Trainer dem couragierten Gesamtauftritt seiner Schützlinge zu verdanken. Die Niedersachsen gingen sogar durch Hiroshi Kiyotake in der 36. Minute in Führung, mussten allerdings nur 180 Sekunden später durch einen Freistoß von Alonso den schnellen Ausgleich hinnehmen.

"Wir haben nicht viel falsch gemacht, waren taktisch sehr diszipliniert und sind nicht auseinandergebrochen. Das alles müssen wir in die kommenden Wochen mitnehmen", sagte der 40-Jährige betont optimistisch. (SERVICE: Die Statistiken des Spiels)

"Schönrederei bringt uns nicht weiter"

Zusätzliches Glück für den Türken: Zumindest am Samstag konnte auch kein anderer Abstiegskandidat einen Dreier einfahren. Glückwunsche allerdings wollte er für das Resultat gegen den Titelverteidiger auch nicht annehmen: "Schönrederei bringt uns nicht weiter. Wenn man verliert, hat man verloren." (DATENCENTER: Tabelle)

Eine realistische Einschätzung des aktuellen Szenarios bei den Norddeutschen - ganz auf der Linie von Präsident Martin Kind. "Tayfun Korkut wird diese Herausforderung annehmen und es mit der Mannschaft schaffen", erklärte der Klub-Boss bei Sky. "Ich habe da volles Vertrauen."

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