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München - Bayern-Kapitän Philipp Lahm spricht im SPORT1-Interview über sein nahendes Comeback, den Plan für sein Karriere-Ende und den Umgang mit dem Thema Doping.

Das Timing stimmt. Die Genesung von Philipp Lahm läuft exakt nach Plan.

Nicht ganz vier Monate nach seiner Verletzung im November, einem Bruch des oberen Sprunggelenks im rechten Fuß, steht der Kapitän vor seinem Comeback beim FC Bayern München.

Rechtzeitig zum Saisonfinale in der Bundesliga, dem Endspurt im DFB-Pokal und am wichtigsten: den K.o.-Spielen und der heißen Phase in der Champions League.

Im Interview mit SPORT1 spricht Lahm über sein nahendes Comeback, seine Pläne in Sachen Karriere-Ende und danach - und die jüngsten Doping-Enthüllungen in der Bundesliga (das komplette Interview ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1)

Über seine Rückkehr auf den Platz:

Ich bin jetzt schon wieder auf dem grünen Rasen. Ich kann schon wieder laufen, ein bisschen was mit dem Ball machen. Ich tippe, dass ich so in einer Woche wieder in das Mannschaftstraining einsteigen kann.

Man wird sehen, wie der Fuß reagiert, wenn ich wieder im Mannschaftstraining bin. Je nachdem werde ich entweder knapp vor der Länderspielpause Mitte März oder dann danach wieder auf dem Platz stehen. Vielleicht reicht es für das Spiel in Dortmund.

Über den Konkurrenzkampf bei FC Bayern:

Der Trainer ist froh, wenn er alle Spieler zur Verfügung hat. Das ist immer das Positivste. Dass dann aber Spieler auf der Bank sitzen, die es nicht gewöhnt sind, auf der Bank zu sitzen - das ist natürlich eine schwierige Situation, aber so ist es.

Der FC Bayern ist ein Topverein, es wird immer Wechsel geben, weil wir einfach viele Spieler im Kader haben. Um in allen Wettbewerben lange dabei zu sein, brauchen wir einen sehr breiten Kader.

Ich sehe es aber als normal an, dass das kein Spieler gerne macht und vielleicht auch ein bisschen Unruhe reinkommt. Dann wird es Härtefälle geben, aber jeder hat das zu akzeptieren.

Über ein mögliches Karriereende mit 40:

Ich kann es mir nicht vorstellen. Ich habe auch immer gesagt, für mich wird es der letzte Vertrag sein. Falls alles ideal läuft und ich zu 100 Prozent fit bin, dann kann man vielleicht noch mal drüber sprechen.

Aber eigentlich ist meine Planung schon, dass 2018 meine Karriere zu Ende ist. Ich habe es einfach gerne, wenn man sich vorbereitet auf solche Ereignisse, so wie ich das bei der Nationalmannschaft gemacht habe. Wo ich einfach schon weit vorher für mich entschieden habe, dass nach der WM Schluss ist.

Genauso ist es jetzt auch, dass ich weit vorher sage: zu diesem Zeitpunkt soll einfach das Ende sein. Es kann immer viel passieren und deshalb soll man nie nie sagen. Aber die Planung ist, dass ich 2018 aufhöre.

Über Wechselgedanken in der Vergangenheit:

Eine schlaflose Nacht hatte ich in meiner Karriere wegen so etwas eigentlich nie. Darüber nachgedacht habe ich aber, das war im Zeitraum 2008/2009. Ein guter spanischer Klub hatte Interesse, wir hatten zu diesem Zeitpunkt international mit dem FC Bayern nicht so großen Erfolg. Dass man sich darüber Gedanken macht, ist ganz klar.

Aber für mich war es immer das Schönste, mit "meinem Verein", mit dem FC Bayern, international erfolgreich Fußball zu spielen und ganz oben mit dabei zu sein. Dieser Wert ist einfach viel größer. Ich hätte vielleicht früher die Chance gehabt, die Champions League zu gewinnen, aber der Wert für mich persönlich mit meinem Verein zu gewinnen, ist viel höher gewesen.

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Philipp Lahm (l.) gewann 2013 mit dem FC Bayern die Champions League © Getty Images

Über München und das Umfeld beim FC Bayern:

Der Verein hat Tradition und ein familiäres Umfeld. Ich bin einfach gerne zu Hause in München. Ich hab meine Familie hier, meine Freunde.

Ich liebe München einfach, ich fühle mich hier sehr wohl, bin hier groß geworden und habe dem FC Bayern viel zu verdanken.

Über einen möglichen Job als Vorstandsvorsitzender beim FC Bayern in 20 Jahren:

Ich kann mir sehr gut vorstellen, nach 2018 weiter beim FC Bayern zu bleiben. Aber nicht als Trainer, das kann ich mir im Moment überhaupt nicht vorstellen.

Klar ist, dass ich über meine Rolle als Unternehmer bei "Sixtus" Erfahrung für die Zukunft sammeln will. Ob es dann beim FC Bayern klappt, wird man sehen. Das ist noch ein weiter Weg.

Dass Spieler wie ich, Thomas Müller oder Bastian Schweinsteiger hier in München und beim FC Bayern sehr verwurzelt sind, ist klar. Dass wir sehr gerne hier sind, auch.

Über die Saison von Borussia Dortmund:

Sie haben noch die Chance, oben anzugreifen. Die Entscheidung an Jürgen Klopp festzuhalten, war gut - das zeigt sich gerade. Sie haben jetzt eine Serie gestartet.

Natürlich sind sie auch abhängig von den Ergebnissen anderer Mannschaften. Aber wenn eine Mannschaft Potential hat, mehrere Spiele hintereinander zu gewinnen, dann ist es definitiv Dortmund.

Über eine Vertragsverlängerung von Pep Guardiola:

Ich würde mir wünschen, dass er verlängert. Ich habe noch bis 2018 Vertrag, wegen mir könnte er bis dahin verlängern.

Ich hab auf jeden Fall bis 2018 Vertrag, der Trainer hat bis 2016 Vertrag, also noch ein Jahr, dann werden wir sehen, was er macht.

FC Bayern Muenchen - Season Opening
Pep Guardiola (l.) ist seit 2013 Trainer des FC Bayern © Getty Images

Über die jüngste Diskussion zum Thema Doping:

Man sollte immer nachfragen, aber der Spieler kann nicht immer wissen, was gespritzt wird. Wenn er einmal gefragt hat, gibt er das Vertrauen ab an die Ärzte oder Physiotherapeuten. Deshalb ist es gut, dass es jetzt ein Anti-Doping-Gesetz gibt.

Über die Situation bei 1860 München:

Klar ist, jeder wünscht sich in München ein gescheites Derby in der ersten Liga. Wir wünschen Sechzig alles Gute, mehr kann ich dazu nicht sagen, wir sind alle Außenstehende.

Dass wir solche Derbys haben wie früher, die waren immer sehr, sehr interessant, es war immer Pfeffer drin und da würden wir uns doch alle drüber freuen. Ich war als Kind früher auch oft beim Derby. Das ist als Münchner schon etwas Besonderes.

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