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Joe Zinnbauer, Huub Stevens und Tayfun Korkut
Die Krise ins Gesicht geschrieben: Joe Zinnbauer, Huub Stevens und Tayfun Korkut müssen ihre Entlassung befürchten © Getty Images

München - Der Bundesliga steht womöglich ein Spieltag der Trainerentlassungen bevor. In Stuttgart, Hannover und Hamburg könnte die nächste Pleite eine zu viel sein. SPORT1 blickt auf die Trainer vor dem möglichen Aus.

Trainerwechsel schützen vor Trainerwechseln nicht. Auch nicht innerhalb einer Saison.

Der beste Beleg dafür: Der VfB Stuttgart und Hamburger SV. Beide stecken jeweils mit den zweiten Trainern der aktuellen Spielzeit im Abstiegskampf – und auch sie stehen kurz vor dem Aus.

Neben Huub Stevens und Joe Zinnbauer wird auch für Hannovers Tayfun Korkut die Lage feuriger.

Drei Trainer im Blickpunkt: Der 26. Spieltag der Bundesliga als Job-Risiko. SPORT1 gibt den Überblick:

VfB Stuttgart

Vier Punkte aus den letzten neun Spielen geben Stevens kaum Argumente. Drei Punkte liegt der Tabellenletzte hinter dem Relegationsplatz, fünf hinter der Rettung.

"Nennen Sie es Schicksalsspiel, nennen Sie es Endspiel – ich weiß nicht, was es sonst noch genannt werden kann", blaffte der Niederländer vor der Partie am Samstag gegen Eintracht Frankfurt (ab 15 Uhr im LIVETICKER bei SPORT1 und LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm).

Trotz allem hat Stevens noch einen vergleichsweise guten Stand, Sportdirektor Robin Dutt will nur im Notfall noch eine Zwischenlösung installieren, ehe zur neuen Saison wohl Alexander Zorniger übernehmen wird.

Dieser Notfall würde mit der neunten Heimniederlage dieser Saison aber womöglich eintreten.

Hannover 96

Trainer Korkut hält sich zurück - dafür reden die Entscheider umso mehr über ihn. "Es gibt kein Ultimatum", sagte Präsident Martin Kind im SPORT1-Interview (mehr dazu um 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1) , nur um mit Blick auf das Heimspiel gegen Borussia Dortmund (ab 15 Uhr im LIVETICKER bei SPORT1 und LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm) hinterherzuschieben: "Wir werden das Spiel sehr verantwortungsbewusst analysieren. Dann werden wir sehen, was wir zu tun haben."

Hannover wartet noch immer auf den ersten Sieg im neuen Jahr, ist wegen der schwachen Rückrunde von Platz acht auf 13 abgerutscht und hat noch vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone.

Kind hat sich in seinen knapp 17 Jahren als 96-Präsident noch nie vor einer Trainerentlassung gescheut. Deshalb seien auch jetzt "alle Optionen möglich".

Auch Manager Dirk Dufner gibt Korkut keine wirkliche Rückendeckung: "Tayfun Korkut ist Trainer, bis auf Weiteres." Kind und Dufner auf der einen, Korkut auf der anderen Seite.

Hamburger SV

Auch hier sind Aussagen zur Stärkung des Trainers so weich, dass sie schon zerfließen.

"Wir wollen das mit Joe natürlich durchziehen, das ist klar", sagte Hamburgs Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer vor dem Spiel am Freitag gegen Hertha BSC, und auch er machte sogleich die Tür auf für eine schnelle Entscheidung gegen Zinnbauer: "Aber wir müssen natürlich auch unsere Ziele erreichen."

Zinnbauer bleibt auch in dieser Position professionell. Das Spiel gegen Hertha BSC bewertete er als "Sechs-Punkte-Spiel". Am Ende nahm der HSV keinen davon mit.

Die bislang sechs Monate als Trainer im Oberhaus haben Zinnbauer die Romantik ausgetrieben. "Ich würde mir wünschen, dass wir mal dominant spielen. Aber in unserer Situation sind wir froh, wenn wir das Spiel am Ende positiv gestalten", sagte er. "Es geht nicht um Zinnbauer, sondern um den HSV, die Mannschaft, um die drei Punkte."

Nach der nächsten Pleite gegen Berlin wird es für Zinnbauer und den HSV immer enger.

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