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Australian Socceroos Media & Training Session-Mitchell Langerak
Mitchell Langerak hat bisher für Australien fünf Länderspiele absolviert. © Getty

Dortmund - Dortmunds australischer Torhüter Mitchell Langerak muss sich in Verein und Nationalteam mit der Reservistenrolle begnügen. Vor dem Match gegen Deutschland schildert er seinen Weg und seine Ziele.

Das Lächeln, es ist dem Sunnyboy Mitchell Langerak so schnell nicht zu nehmen.

Wenn der Torhüter von Borussia Dortmund heute mit Australien in Kaiserslautern gegen Deutschland antritt (ab 20.15 Uhr LIVE im Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER), freut sich der Gute-Laune-Boy vom Borsigplatz besonders.

"Es wird keine leichte Aufgabe gegen Deutschland sein. Wir müssen zu hundert Prozent konzentriert sein und unser bestes Spiel spielen, dann können wir etwas holen", sagt der 26-Jährige zuversichtlich.

Ob der talentierte Torhüter beim Asienmeister zum Einsatz kommt, wird Nationalcoach Ange Postecoglou ihm erst kurzfristig mitteilen.

Bundesliga als Anziehungspunkt

Doch Langerak läuft auch langsam die Zeit davon, um nicht am Ende seiner Karriere - wie schon so viele andere vor ihm - als ewiges Talent in die Fußball-Historie einzugehen.

2010 war der 1,92 Meter große und 81 Kilogramm schwere Schlussmann als australischer Meister von Melbourne Victory zum BVB gewechselt.

"Die Bundesliga ist mit die stärkste Liga der Welt, das wissen die Spieler in Australien. Für ganz viele ist es daher das Ziel, nach Deutschland zu kommen, um hier auf einem hohen Level zu trainieren und sich weiterzuentwickeln", sagt Langerak nach wie vor.

So ist auch sein Plan. Noch immer. Um irgendwann den Sprung zur Nummer eins zu schaffen.

Klopp: "Mitch ist immer nah dran"

15 Bundesligaspiele bestritt er bisher bei den Profis, bei den BVB-Amateuren insgesamt zehn in Regionalliga West und Dritte Liga.

Im DFB-Pokal hatte Langerak schon häufig seine Chance bekommen und nutzte diese auch. Zum Ende der Hinrunde schenkte Jürgen Klopp ihm auch in der Liga das Vertrauen, setzte Weltmeister Roman Weidenfeller überraschend auf die Bank.

"Es ist ein Bauchgefühl, nicht mehr und eben auch nicht weniger. Mitch ist immer nah dran, und jetzt ist er mal dran", begründete Klopp den Torwartwechsel Anfang Dezember.

Zwar war auch Langerak in seinen fünf Einsätzen bis zum Ende der Hinrunde - ebenso wie zuvor Weidenfeller - nicht frei von Fehlern, doch insgesamt strahlte der Youngster viel Ruhe auf seine Vorderleute aus.

Konkurrenzkampf mit Ryan

Doch die Rückrundenvorbereitung verpasste Langerak komplett, weilte bei der Asienmeisterschaft in seinem Heimatland. Eine Herzensangelegenheit, die er sich nicht entgehen lassen konnte.

Socceroos Training Session
Matthew Ryan (r.) hat im Moment in Australiens Nationalteam die Nase vor Dortmunds Mitchell Langerak. © Getty Images

Als die "Socceroos" im Januar die Asienmeisterschaft gewannen, war Langerak jedoch hinter Mathew Ryan vom FC Brügge wieder nur die Nummer zwei. Wie auch schon bei der WM 2014.

Zurück in Dortmund, musste er sich im Zweikampf mit Weidenfeller fürs Erste kampflos geschlagen geben.

Kein schlechtes Wort

"Das ist nicht einfach und oft kein gutes Gefühl", sagt Langerak über sein Reservistendasein. Ein schlechtes Wort über seine direkten Konkurrenten wird man von ihm dennoch nicht hören.

"Wir haben ein ausgezeichnetes Verhältnis untereinander, sowohl mit Matty als auch mit Roman", sagt Langerak.

Vertrag bis 2016

Statt zu lamentieren bleibt Langerak lieber hartnäckig, trainiert fleißig, bietet sich an und wartet weiter auf seine neuerliche Chance.

Verhalten zuversichtlich klingt seine Prognose für seine weitere Karriere. "Ich hoffe, ich kann meine Entwicklung fortsetzen und mich weiter verbessern, beim BVB und in der Nationalmannschaft", sagt Langerak.

"Wie es dann in der Zukunft weitergeht, wird sich zeigen. Fußball ist manchmal sehr schnelllebig", so der Wahl-Dortmunder, der beim BVB einen Vertrag bis 2016 besitzt.

Rückendeckung von Ex-Coach Osieck

Das unbestrittene Talent wird auch von anderen Vereinen beobachtet. In Dortmund werden unterdessen als mögliche Weidenfeller-Nachfolger immer wieder Ron-Robert Zieler und Marc-Andre ter Stegen genannt.

Währenddessen hat im Nationalteam der vier Jahre jüngere Ryan im Vergleich zu Langerak die besseren Karten.

"Es ist schwer, wenn ein Torwart nicht genug Spielpraxis bekommt. Mitch hat einen guten Charakter und bringt das nötige Talent mit", sagt Holger Osieck, der die Australier von 2010 bis 2013 trainierte.

Lächelnd auf der Bank

Unter dem früheren DFB-Coach, 1990 Weltmeister als Assistent von Teamchef Franz Beckenbauer, gelang den Australiern 2011 in Mönchengladbach mit dem 2:1 erstmals ein Sieg gegen Deutschland.

Um gegen Deutschland erneut erfolgreich zu sein, setzt Langerak in Kaiserslautern auf die "Schnelligkeit auf den Flügeln", den kopfballstarken Tim Cahill und "einen guten Teamgeist und eine große Kämpfermentalität".

Die zeichnen auch den Teamplayer Langerak aus, der vermutlich dennoch zunächst auf der Bank mitfiebert. Er wird das wie gewohnt mit einem Lächeln tun.

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