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Hamburg - Nach der Niederlage gegen Hertha steht Trainer Zinnbauer beim HSV vor dem Aus. Die Bosse vermeiden ein klares Bekenntnis. Eine Krisensitzung steht an, Nachfolgekandidaten werden gehandelt.

Die Tage von Trainer Joe Zinnbauer beim Hamburger SV scheinen gezählt.

"Bye, bye, Joe", titelte die Hamburger Morgenpost am Samstag nach der 0:1 Heimniederlage gegen Hertha BSC. Und das Hamburger Abendblatt schrieb: "Joe Zinnbauer vor dem Aus".

Von den Verantwortlichen bekam der 44-Jährige am Freitagabend keine Rückendeckung. "Das war ein herber Rückschlag. Wir sind und bleiben dick unten drin. Wir werden analysieren und sehen, wie wir in den Rest der Saison gehen", sagte HSV-Profifußball-Chef Peter Knäbel und ließ in Sachen Zinnbauer reichlich Raum für Spekulationen: "Ob er nächstes Wochenende noch unser Trainer ist, hängt von den Entscheidungen ab, die wir in den nächsten Tagen treffen werden. Es gibt keine Tabus."

Die Stimmung am Vereinsgelände war am Samstagmorgen gespenstisch. Ein Training fand am Tag nach der Hertha-Pleite nicht statt. Der Parkplatz der Spieler war leer und auch die Verantwortlichen waren nicht zu sehen.

Krisensitzung am Sonntag?

Bereits am Sonntag soll eine Krisensitzung mit Zinnbauer, Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer, Knäbel und Bernhard Peters, dem Direktor Sport beim HSV, stattfinden. Mit einer Entscheidung wird aber nicht vor Montag gerechnet. (Alles zum Thema Joe Zinnbauer und Hamburger SV am Sonntag ab 11 Uhr im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.)

Zinnbauer selbst wirkt zusehends ratloser: "Man kann der Mannschaft keinen großen Vorwurf machen, nur dass die Tore nicht gefallen sind", sagte er nach der Partie und erklärte zu seiner Zukunft: "Es geht aber nicht um mich, es geht um den HSV."

Ob er bei den schweren Spielen nach der Länderspielpause bei Bayer Leverkusen und gegen den VfL Wolfsburg noch auf der HSV-Bank sitzen wird, darf bezweifelt werden. In der Hansestadt werden bereits die Namen möglicher "Feuerwehrmänner" gehandelt, es soll auch bereits Gespräche gegeben haben.

Ein Kandidat könnte der ehemalige Hamburger Aufsichtsrat Thomas von Heesen sein. Von Heesen, der mit dem HSV 1983 den Europapokal der Landesmeister gewann, würde vielleicht aus Verbundenheit zum Verein bis zum Saisonende einspringen.

Comeback von Bruno Labbadia denkbar

Bruno Labbadia und Thomas Tuchel wären Kandidaten für eine perspektivische Lösung zur kommenden Saison. Tuchel wird allerdings mit RB Leipzig in Verbindung gebracht. Labbadia kennt den HSV sehr gut, war von 1987 bis 1989 Spieler der "Rothosen" und trainierte den HSV von Juli 2009 bis zum April 2010, ehe er vom damaligen HSV-Boss Hoffmann drei Spieltage vor Saisonende entlassen wurde.

Labbadia soll ein gutes Verhältnis zu Vorstandsboss Beiersdorfer haben. Dieser war einst schon nicht mehr im Amt, als Labbadia Trainer war.

Durch die Pleite gegen die Berliner stehen die Hanseaten auf dem 16. Tabellenplatz, da der SC Freiburg am Samstag zu Hause gegen den FC Augsburg gewann und sich am HSV vorbeischob (DATENCENTER: Tabelle).

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