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Leverkusen - Leverkusen lässt den von Interimstrainer Peter Knäbel trainierten Hamburgern von Beginn an keine Chance. Ersatzkapitän Djourou patzt übel, zwei Bayer-Profis treffen doppelt.

Peter Knäbel hat bei seinem Debüt auf der Trainerbank des Hamburger SV ein Debakel erlebt. Im ersten Spiel unter dem Nachfolger des vor zwei Wochen entlassenen Joe Zinnbauer kam der chancenlose Bundesliga-Dino bei Bayer Leverkusen mit 0:4 (0:2) unter die Räder und befindet sich auf Relegationsplatz 16 weiter in akuter Abstiegsgefahr.

Während der HSV nach seinem siebten Spiel in Folge ohne Sieg der 2. Liga entgegentaumelt, bleibt die Werkself nach ihrem fünften Bundesliga-Sieg in Serie ohne Gegentreffer auf Champions-League-Kurs (DATENCENTER: Tabelle).

"Das war der bitterste Start"

"Wenn man neustarten will und das Spiel so losgeht, tankt man kein Selbstvertrauen", sagte Knäbel. "Das erste Tor haben wir praktisch selber gemacht."

"Das ist der bitterste Start, den man haben kann. Danach hat sich die Mannschaft einigermaßen aufgerafft. Wir hatten dann zu wenige Abschlüsse. Es hätte auch höher ausgehen können", gab Knäbel zu.

"Wir haben super Tore geschossen", sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt: "Es hätte auch das eine oder andere mehr sein können. Das zu Null freut mich. Es ist im Moment schwer gegen uns zu spielen."

Castro und Kießling treffen doppelt

Bei der Generalprobe für das Pokal-Viertelfinale am kommenden Mittwoch gegen Bayern München erzielten Gonzalo Castro (7., 64.) und Stefan Kießling (44., 56.) die Treffer für die Werkself, die gegen harmlose Gäste kaum gefordert war und ein noch höheres Ergebnis verpasste (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Bei Leverkusen saßen beim Anpfiff die beiden früheren Hamburger Hakan Calhanoglu und Heung-Min Son überraschend auf der Bank, während beim HSV in der alten und neuen Nummer eins Rene Adler ein altere Bekannter in der BayArena zwischen den Pfosten stand.

Djourou patzt

Der zwölfmalige Nationaltorwart wurde bereits in der 7. Minute kalt erwischt, als Leverkusen einen katastrophalen Abspielfehler von Johan Djourou gnadenlos ausnutzte. Castro hatte nach Zuspiel von Karim Bellarabi bei seinem ersten Saisontreffer leichtes Spiel.

Glück hatte Bayer allerdings, dass Ömer Toprak nach einem Tritt gegen Ivo Ilicevic nach rund 20 Minuten nicht vom Platz gestellt worden war (Die Highlights des Spiels jetzt bei SPORT1.fm nachhören).

"Das war niemals eine Tätlichkeit. Wir kommen im vollen Sprint, er rutscht aus. Es war keine Absicht, dass ich ihm auf den Fuß gestiegen bin", sagte Toprak dazu.

Bayer 04 Leverkusen v Hamburger SV - Bundesliga
Erlösung: Stefan Kießling erzielte sein fünftes Saisontor per Flugkopfball © Getty Images

Kießling per Flugkopfball

Leverkusens Abwehrspieler Tin Jedvaj, der nach ausgeheiltem Muskelfaserriss erstmals in diesem Jahr spielen konnte, Wendell und Kyriakos Papadopoulos hätten anschließend für die Werkself erhöhen können. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war es dann Kießling, der mal wieder den Vorzug vor Josip Drmic erhalten hatte, der per Flugkopfball nach Traumflanke von Castro auf 2:0 erhöhte.

Sein fünfter Saisontreffer war für den Bayer-Torjäger in dieser Saison zugleich der erste vor eigenem Publikum (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

HSV desaströs

Der HSV hatte Bayer nichts entgegenzusetzen. In der Abwehr leisteten sich Heiko Westermann und Co. nach wie vor schlimme Fehler, im Angriff weht weiterhin nur ein laues Lüftchen. Bayer-Schlussmann Bernd Leno war im ersten Abschnitt so gut wie gar nicht gefordert.

Den 30.000 Zuschauern bot sich auch nach der Pause das gleiche Bild. Bayer, das das Hinspiel 0:1 verloren hatte, konnte nach Belieben schalten und walten. Leverkusens langjähriger Co-Trainer und neuer Knäbel-Assistent Peter Herrmann erlebte auf der Bank eine Bayer-Chance nach der anderen (SERVICE: Die Statistken des Spiels).

Castro überragend

Nachdem Julian Brandt einmal mehr an Adler gescheitert war, nutzte Kießling dann das Chaos in der Defensive der Norddeutschen zum 3:0 aus, ehe Castro seine starke Leistung mit seinem zweiten Treffer krönte. Papadopoulos traf wenig später noch den Pfosten.

"Wir haben es sehr souverän gemacht", meinte Castro, der als Spielmacher brillierte: "Die Zehn liegt mir anscheinend gut. Eigentlich bin ich aber eher Sechser."

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