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Eintracht Frankfurt v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga
Augen zu und durch: Christoph Kramer (M.) beim Kopfball © Getty Images

Frankfurt am Main - Nach einer chancenreichen ersten Halbzeit wird die Eintracht in Hälfte zwei immer stärker und bringt den Favoriten schwer ins Schwitzen. Rang 3 ist nun ernsthaft in Gefahr.

Borussia Mönchengladbach bleibt die beste Rückrundenmannschaft, doch nach vier Spielen in Serie hat es für die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga wieder einen kleinen Dämpfer gesetzt.

Die Fohlenelf machte das Rennen um die direkte Qualifikation für die Champions League durch ein 0:0 in Frankfurt unfreiwillig wieder spannender.

Im Freitagabendspiel kam der Tabellendritte der bei Eintracht Frankfurt trotz vor allem in der ersten Halbzeit deutlicher Überlegenheit nicht über ein torloses Remis hinaus - am Samstag könnte Bayer Leverkusen mit einem Sieg gegen Hannover 96 vorbeiziehen.

Der vierte Platz, der zur Teilnahme an den Play-offs der Königsklasse berechtigt, ist dem seit nun neun Spielen ungeschlagenen Team von Trainer Lucien Favre nur noch rechnerisch zu nehmen.

Favre: "Zwei, drei Spieler nicht in Topform"

Die Frankfurter müssen auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen, um die Qualifikation für die Europa League nicht endgültig abschreiben zu müssen (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan).

"Es war sehr schwer für uns. Zwei, drei Spieler waren nicht in Topform heute. Wir hätten die Innenverteidigung mehr stören sollen", monierte Gladbach-Coach Lucien Favre. 

"Mit dem 0:0 können wir leben", sagte Gladbachs Verteidiger Roel Brouwers, der zu seiner Vertragsverlängerung sagte: "Hoffentlich kann ich diese Woche unterschreiben."

Fünfte Gelbe für Anderson und Oczipka

Frankfurt, das in der kommenden Woche in Dortmund auf die gelbgesperrten Bamba Anderson und Bastian Oczipka verzichten muss, war nach Abpfiff mit dem eigenen Auftritt zufrieden.

"Es war ein intensives Spiel, beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt. Ich bin zufrieden. Nur die Tore haben gefehlt", sagte Frankfurts Trainer Thomas Schaaf bei Sky.

Herrmann verpasst Führung

Die Borussen, die zuletzt Anfang Februar verloren haben (0:1 bei Schalke 04), waren von Beginn an spielbestimmend und hielten die Frankfurter - abgesehen von einer Blitzchance durch Haris Seferovic nach 29 Sekunden - in der Anfangsphase weitgehend vom eigenen Strafraum fern.

Patrick Herrmann verpasste die frühe Führung gegen den stark reagierenden Eintracht-Torwart Kevin Trapp (11.) (Datencenter: Tabelle).

Sonny Kittel wird Frankfurt lange fehlen
Enttäuscht: Sonny Kittel und die Eintracht hatten den Sieg auf dem Fuß © Getty Images

Kramer wieder dabei

Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena mussten die Gastgeber auf den bis zum Saisonende am Knie verletzten Top-Torjäger Alexander Meier verzichten, zudem fehlte Abwehrchef Carlos Zambrano (Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel).

Dafür wurde Mittelfeldspieler Stefan Aigner rechtzeitig fit. Bei den Gästen kehrte Weltmeister Christoph Kramer in die Startformation zurück (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

Zusammen mit Granit Xhaka kurbelte Kramer das Gladbacher Spiel aus dem Mittelfeld immer wieder an. Die Führung wäre spätestens nach einer vergebenen Großchance von Fabian Johnson (22.) verdient gewesen. Dass die Favre-Elf aber das Tor einfach nicht traf, sorgte beim Gastgeber für neuen Mut.

Sommer rettet gegen Valdez

Zum Ende der ersten Halbzeit kam die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf etwas besser ins Spiel und wagte sich öfters Richtung Borussia-Strafraum.

Dort musste Gladbach-Keeper Yann Sommer gegen Meier-Ersatz Nelson Valdez retten (34.). Die letzte große Konterchance vor der Pause spielten Bastian Oczipka und Seferovic nur schwach zu Ende (SERVICE: Die Statistken des Spiels).

Nach dem Wiederanpfiff von Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) waren die Gäste wieder das bessere Team - weiter fehlte aber die letzte Präzision in der Offensive.

Aigner vergibt das 1:0

Das in dieser Saison so oft überragende Gladbacher Kombinationsspiel funktionierte lange nur in Ansätzen. Auf der Gegenseite wurde es für Sommer zudem immer wieder gefährlich.

Einen Schuss von Oczipka parierte der Schweizer aber sicher (56.). Aigner hätte nach 69 Minuten aus halbrechter Position eigentlich treffen müssen. Auch Thorgen Hazard verpasste in der Nachspielzeit noch den Lucky Punch.

"Es war ein sehr gutes 0:0, auch für den neutralen Zuschauer. Vielleicht wäre ein Sieg für uns verdient gewesen", sagte Aigner. 

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