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München - Dank Weiser und Schweinsteiger knackt der FC Bayern das Berliner Bollwerk und steht kurz vor dem vorzeitigen Titelgewinn. Kurt gibt ein starkes Profi-Debüt.

Für Pep Guardiola ist das Ding durch. "Mathematisch", sagte der Trainer des FC Bayern, "sind wir noch nicht Deutscher Meister. Aber theoretisch. Daher Glückwunsch an die Mannschaft."

Die Münchner haben nach dem 1:0 (0:0) gegen Hertha BSC den Titel bei 15 Punkten Vorsprung auf den VfL Wolfsburg so gut wie sicher. Die Niedersachsen können durch einen Sieg am Sonntagabend bei Borussia Mönchengladbach (ab 17 Uhr im LIVETICKER und in unserem Sportradio SPORT1.fm) wieder auf 12 Punkte herankommen - haben aber auch angesichts der  klar schlechteren Tordifferenz nur noch eine theoretische Chance, den Bundesliga-Souverän einzuholen. (DATENCENTER: Tabelle)

"Jetzt müssen wir uns auf die anderen Titel konzentrieren", kündigte Guardiola bei Sky an.

Ein "Geniestreich" von Weiser

Dabei soll auch Mitchell Weiser weiterhelfen. "Wir brauchen ihn", meinte sein Trainer. Gegen die Hertha brauchten die Münchner ihn, um unter größten Mühen die Berliner Abwehrmauer zu überwinden. (Die Highlighs zum Nachhören in unserem Sportradio SPORT1.fm

Es dauerte allerdings bis zur 80. Minute, ehe Weiser auf der rechten Seite die Lücke in der bis dahin schier undurchdringlichen Abwehr fand und für Bastian Schweinsteiger auflegte. Der Vize-Kapitän sorgte mit einem fulminanten Schuss aus zwölf Metern für den verdienten Siegtreffer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

"Das Tor hat er sehr gut vorbereitet, das war wirklich ein Geniestreich", lobte Guardiola. Sport-Vorstand Matthias Sammer meinte vielsagend: "Es ist wie so oft im Leben: Ein Höhepunkt reicht manchmal aus."

Schweinsteiger trifft den Pfosten

Weiser selbst erklärte hinterher: "Ich habe den Ball angenommen und mich gegen drei Leute durchgedribbelt. Dann habe ich ihn von der Grundlinie zurückgelegt, und Basti hat ihn super reingemacht."

Zuvor hatte Schweinsteiger in der 78. Minute mit einem Kopfball nur den  Pfosten für die deutlich überlegenen Münchner getroffen. Schweinsteiger bestritt sein erstes Spiel, seit er am 4. April beim 1:0 bei Borussia Dortmund verletzt ausgewechselt worden war.

Angesichts der hohen Belastung für den ersatzgeschwächten Kader schickte Trainer Pep Guardiola mit Blick auf Dienstag gegen Dortmund nur eine Aushilfself auf den Platz. Immerhin: Schweinsteiger stand in der Startformation, zunächst auf der Bank saßen Xabi Alonso, Juan Bernat, Thiago sowie erstmals wieder Javi Martinez, der am 13. August im Supercup gegen den BVB (0:2) einen Kreuzbandriss erlitten hatte. (SERVICE: Die Statistiken des Spiels)

Schulz verpasst Berliner Führung

Immerhin wären die Gäste in der 54. Minute beinahe in Führung gegangen. Nach einem grandiosen Pass von Genki Haraguchi lief Nico Schulz alleine auf Manuel Neuer zu, der Nationaltorhüter lenkte den Ball mit einem unfassbaren Reflex aber zur Ecke. Davor und danach waren die Münchner deutlich überlegen, die Hertha aber hatte vor Ersatztorhüter Sascha Burchert eine Mauer nahezu ohne Lücken errichtet.

Abgesehen von Schulz' Chance und ein paar anderen leicht kritischen Situationen hatten die Bayern das Spiel im Griff. Schweinsteiger war gemeinsam mit dem jungen Gianluca Gaudino um einen konstruktiven Spielaufbau bemüht. Gaudino musste in der zweiten Halbzeit allerdings für Sinan Kurt Platz machen. Der 18-Jährige gab sein Profi-Debüt bei den Münchnern und setzte ebenfalls gefährliche Impulse.

Trotz der Überlegenheit: Chancen für den FC Bayern blieben Mangelware. Die Hertha, die bei ihren wenigen Kontern nicht ungefährlich, aber abschlussschwach war, ließ dem Rekordmeister kaum Raum.

Immer wieder mussten die Münchner neu aufbauen, immer wieder war spätestens an der Strafraumgrenze Schluss. Der FCB hatte deutlich mehr Ballbesitz, ließ auch den Ball gut laufen - im Zweikampfverhalten waren die Gäste allerdings besser.

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