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Pep Guardiola (r.) ist seit 2013 Trainer des FC Bayern
Pep Guardiola (r.) ist seit 2013 Trainer des FC Bayern © SPORT1/Getty Images

München und Dortmund - Pep Guardiola macht beim Sieg des FC Bayern gegen Borussia Dortmund die Not zur Tugend und zeigt, dass er bereit ist, von seinem Mantra abzurücken.

Bei einem Blick auf die Live-Statistik konnte Fans des FC Bayern im Liga-Klassiker bei Borussia Dortmund angst und bange werden. Nur 52 Prozent Ballbesitz. In Worten: Zweiundfünfzig.

Müssen sich die Fans der Münchner ernste Sorgen um ihren Star-Coach Pep Guardiola machen? Dieses Trainer-Genie, der in den letzten Wochen oft nachdenklich und angespannt wirkte und auf der Pressekonferenz vor dem Dortmund-Spiel zugab, gerade seine schwerste Zeit in München zu erleben?

Ganz im Gegenteil! Denn was auf den ersten Blick wie die Abkehr vom Mantra des Ballbesitzfußballs aussah, war auf den zweiten eine absolute taktische Meisterleistung.

Guardiola, dem hin und wieder nachgesagt wird, zu starr an seiner Vorstellung vom perfekten Spiel festzuhalten, hat sich ganz einfach den Gegebenheiten angepasst. Das Fehlen von Franck Ribery, Arjen Robben und David Alaba kann schließlich auch der FC Bayern nicht einfach so wegstecken.

"Ich würde auch gerne anders spielen, muss aber mit den Spielern auskommen, die ich habe", gab Guardiola nach dem Spiel zu.

Also schnürte er den konterfreudigen Dortmundern mit acht defensiv ausgerichteten Feldspielern die Luft zum Spielen ab. Die Bayern standen tief wie nie zuvor und vermieden es, dem BVB ins offene Messer zu laufen, so wie sie es noch am vorigen Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach getan hatten.

Das Signal an die Konkurrenz: Personell liegt bei den Bayern vor den entscheidenden Wochen der Saison trotz der Rückkehr von Philipp Lahm und Thiago vieles im Argen - aber der Trainer ist voll auf der Höhe. Am Titelgewinn in der Meisterschaft gibt es spätestens seit Samstagabend keinerlei Restzweifel mehr. Das große Ziel ist und bleibt der Champions-League-Titel.

Von solchen Zielen dürfen sie beim  Hamburger SV derzeit noch nicht einmal träumen. Alle Kraft wird dafür gebraucht, sich den weiteren Verbleib in der Bundesliga zu wünschen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach solchen Auftritten wie beim 0:4 bei Bayer Leverkusen ist schwer vorstellbar, wie der Klassenerhalt gelingen soll. Im ersten Spiel unter dem nächsten neuen Trainer, Peter Knäbel, lieferte der HSV eine genau so harmlose Vorstellung ab, wie unter allen Übungsleitern zuvor.

16 Tore haben die Hamburger weiterhin auf dem Konto. Nach 27 Spielen. Die Statistik lügt eben doch nur selten.

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