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München - Ein Wirtschaftsnachrichten-Portal nennt pikante Details. Demnach wäre die Police bei einem Aus von Klopp in dieser Saison von den Versicherern kündbar gewesen.

Mit einer ungewöhnlichen Police hat sich Borussia Dortmund gegen Einnahmeverluste durch das Verpassen der Champions League versichert.

Und das US-amerikanische Wirtschaftsnachrichten-Portal Bloomberg nennt pikante Details. Demnach sei die Police von den Versicherern kündbar gewesen, wenn Trainer Jürgen Klopp oder drei Top-Spieler den Verein während der Saison verlassen hätten.

Klopp hatte in der vergangenen Woche seinen Rücktritt zum Saisonende angekündigt, am Sonntag hatte der BVB Thomas Tuchel als Nachfolger verkündet.

BVB schweigt

Der Abschluss der Versicherung ist dem Wertpapierprospekt zu entnehmen. Unter dem Punkt 12.11. "Versicherungen" ist aufgeführt: "Die Gesellschaft hat verschiedene Arten von Versicherungen abgeschlossen, z.B. … eine Einnahmenausfallversicherung für die UEFA Champions League."

Im Abschnitt D.1 "Zentrale Risiken" heißt es weiter: "Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass Borussia Dortmund regelmäßig an europäischen Pokalwettbewerben wie der UEFA Champions League oder der UEFA Europa League teilnehmen wird."

Auf SPORT1-Nachfrage wollte der BVB zu dem Thema keine Stellungnahme abgeben.

In England verboten

Laut Bloomberg soll sich der BVB schon seit 2012 gegen das Nicht-Erreichen der Königsklasse versichert haben. Bloomberg beruft sich auf zwei namentlich nicht genannte Insider. Demnach habe Deutschlands einziger börsennotierter Verein den Vertrag mit zwölf Versicherern unter der Führung der Catlin Group Ltd. mit Sitz auf den Bermudas und der XL-Group Plc aus Irland abgeschlossen und die Police vor der laufenden Saison ein weiteres Mal angepasst.

Borussia Dortmund BVB Versicherung Champions League
Jürgen Klopp (M.) verkündete vergangene Woche mit Hans-Joachim Watzke (l.) und Michael Zorc seinen Abschied zum Saisonende © Getty Images

Lediglich drei leitende Angestellte der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA durften nach Informationen von Bloomberg über den Abschluss im Bilde sein. Dies wird als Bedingung der Versicherer an den Verein genannt, um zu gewährleisten, dass die Mannschaft nicht bewusst unter ihren Möglichkeiten spielt und eine Wettbewerbsverzerrung zu verhindern.

Aus eben diesem Grund ist das Versichern gegen negative Resultate unter anderem in England seit 2012 verboten, in Deutschland aber legitim.

Dem BVB soll die Versicherung rund 30 Prozent der verpassten Einnahmen wert sein. Das entspräche bei etwa 20 Millionen Euro an Einnahmen durch die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League einer Summe von sechs Millionen Euro.

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