Video

Dortmund - Borussia Dortmund steht nicht nur an der Seitenlinie ein Facelift bevor. Der Trainerabschied im Sommer wird auch noch andere Personalentscheidungen beeinflussen.

Jürgen Klopp ist das Gesicht von Borussia Dortmund. Noch. Ab dem Sommer wird sich der BVB einem Facelift unterziehen. Nicht nur an der Seitenlinie.

Auch auf dem Platz wird sich das Gesicht des Ruhrgebietsklubs verändern. Der Abschied des Startrainers, er beeinflusst noch weitere Personalentscheidungen.

Für viele Spieler war der charismatische Motivator der Hauptgrund, bei den Dortmundern anzuheuern. Nun könnte sein Weggang zum Bumerang werden - und die Abwanderung weiterer Stars mit sich ziehen.

Klopp bereitet den Weg

Kapitän Mats Hummels hat bereits offen mit seinen Sympathien für ein Engagement im Ausland kokettiert. Auch Ilkay Gündogan lässt sich mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung verdächtig viel Zeit.

Englische Medien spekulieren schon länger, dass beide Nationalspieler in die Premier League wollen. Klopps baldigen Abschied werteten sie nun als Zeichen für eine BVB-Zukunft ohne Hummels und Gündogan.

Es ist ein Dilemma: Solange keine Klarheit in der Trainerfrage herrscht, werden sowohl aktuelle als auch zukünftige Spieler kein klares Bekenntnis abgeben können. Womöglich hat Klopp aus diesem Grund seinen Abschied schon jetzt verkündet.

"In den letzten Jahren haben wir immer wieder darunter gelitten, dass Entscheidungen spät gefallen sind und wir dann nicht mehr reagieren konnten, was den Wechsel einiger Spieler betrifft", sagte Klopp am Mittwoch bei der emotionalen Pressekonferenz. 

"Ich wollte diesen Druck nicht aufkommen lassen", so der BVB-Coach, der damit den Weg für seinen Nachfolger bereitet. Als Hauptanwärter auf den begehrten Posten gilt Thomas Tuchel.

BVB weckt nach wie vor Begehrlichkeiten 

Mehr Planungssicherheit will er dem Verein damit an die Hand geben. Der Klub ist und bleibt für ihn eine Herzensangelegenheit. Dass er sich für die kommende Saison bereits drei Dauerkarten gesichert hat, ist nicht nur ein Spruch.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc haben nun die nötige Zeit, einen Klopp-Erben zu installieren.

Und vor allem die Gelegenheit, mit diesem gemeinsam die Personalplanungen für die kommende Saison voranzutreiben.

Mit Marco Reus oder Pierre-Emerick Aubameyang hat der Klub noch weitere schlag- und zuweilen treffsichere Argumente, die den BVB zu einem begehrten Ziel machen.

Was macht Reus?

Reus hatte vor gut zwei Monaten mit seiner Vertragsverlängerung bis 2019 - ein Jahr länger als die Vertragsdauer von Klopp - ein Zeichen gesetzt.

Dass sein jetziger Coach so schnell nicht mehr dabei sein wird, hätte er Anfang Februar wohl nicht vermutet. Reus dürfte seine Zukunftsplanung auch von der Beantwortung der Trainerfrage abhängig machen.

Bessere Bilanz als Hitzfeld und Sammer

Einen Schnellschuss ist derweil nicht zu erwarten. "Sicherheit vor Schnelligkeit", erklärte Watzke am Mittwoch. Außerdem blockte er: "Die Tatsache, dass wir nichts über den Nachfolger sagen, impliziert auch den Zeitrahmen."

Zwischen den Zeilen klingt durch, dass eventuell schon ein neuer Trainer mit seinem Team bereit steht. So oder so wird er in große Fußstapfen treten.

Mit 1,91 Zählern pro Bundesligaspiel ist Klopp – trotz der Talfahrt in dieser Saison –der erfolgreichste BVB-Trainer aller Zeiten vor Ottmar Hitzfeld (1,85 Punkte) und Matthias Sammer (1,74).

Klopp brachte Top-Spieler nach Dortmund

Wer mit diesen Namen konkurrieren möchte, der hat auch das Selbstvertrauen und die Sogwirkung, mit der Klopp Top-Akteure zum Traditionsklub lotste.

Der Vorgänger selbst drückte es so aus: "Dieser Verein hat es verdient, vom absolut, einhundertprozentig richtigen Trainer trainiert zu werden."

Wer immer das auch sein soll: Bis sich der Klub mit diesem neuen Gesicht identifiziert, wird eine ganze Weile vergehen.

Video
teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel