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Thomas Berthold (l.) lobt die Entwicklung des VfB unter Huub Stevens
Thomas Berthold (l.) lobt die Entwicklung des VfB unter Huub Stevens © SPORT1

SPORT1-Experte Thomas Berthold erklärt, warum Stuttgart wieder hoffen darf und warum es beim HSV permanent bergab ab geht. In Dortmund erwartet er einen Umbruch.

Hallo Fußball-Freunde,

der VfB Stuttgart hat ein Zeichen an die Konkurrenz gesetzt, die Mannschaft ist da und lebt.

Im Verein ist jetzt Ruhe, das Thema Huub Stevens scheint auch medial keines mehr zu sein, die Spieler konzentrieren sich auf ihren Job.

Ich habe mich vor einer Weile ja darüber gewundert, warum Stevens technisch versierte Spieler wie Alexandru Maxim und Filip Kostic auf der Bank gelassen hat. Jetzt spielen beide, damit ist ein Ruck durch das Team gegangen, so wird der Druck mehr in Richtung des Gegners verlagert.

Stevens hat dazugelernt. Er weiß, dass man nur mit der Defensive nicht gewinnt. Jetzt hat er die richtigen Spieler von der Leine gelassen.

Das Stuttgarter Publikum sollte in der entscheidenden Phase ein wichtiger Rückhalt sein, man spielt ja noch gegen den HSV und Freiburg zu Hause. Das Restprogramm spricht eigentlich für den VfB, auch wenn alle nur noch Endspiele haben.

Bei den Teams, die bei 29 Punkten stehen, kann es durchaus sein, dass sie noch richtig in den Abstiegsstrudel hineinrutschen, wie Hannover 96. Am Ende könnte es sein, dass 35, 36 Punkte für den Klassenerhalt nötig sind.

Beim Hamburger SV hat es in der Kabine gekracht. Ich bin der Meinung, man sollte es mit der Geldstrafe beruhen lassen. Früher hat es so etwas auch bei anderen Klubs schon mal gegeben. Es spricht jedoch nicht für die Mannschaft, dass das Ganze öffentlich wird.

Mir war klar, dass es nach dem Trainerwechsel für den HSV weiterhin sehr schwer werden würde. Erst in Leverkusen zu spielen, dann gegen Wolfsburg und jetzt gegen Bremen - das ist schon ein happiger Start für einen Trainer.

Man muss es leider so sagen: Spielerisch ist der HSV von allen Teams im Abstiegskampf am schwächsten. In der Mannschaft ist der Wurm drin.

Für mich war es überraschend, dass Paderborn gegen Augsburg gewonnen hat, allerdings geben auch die Paderborner sich eben nicht kampflos auf. Sie haben am wenigsten zu verlieren.

Ich weiß nicht, was den Leverkusener Emir Spahic geritten hat nach dem Pokalspiel gegen den FC Bayern. Sportlich ist sein Rauswurf für Leverkusen auf jeden Fall ein Verlust.

Dortmund hat in Gladbach verdient verloren. Die Mannschaft wirkte ausgepowert, das Spiel war symptomatisch für die ganze Saison.

Für mich ist es nachvollziehbar, dass Spieler wie Mats Hummels und Ilkay Gündogan über eine neue Erfahrung nachdenken und auch an ihre persönliche Entwicklung denken. Es wird einen größeren Umbruch im Sommer in Dortmund geben, als wir im Moment glauben.

Bis zum nächsten Mal, Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt als Kolumnist für SPORT1.

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