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München - Bayern-Legende Klaus Augenthaler sieht den Klub nach den Ausfällen von David Alaba und Arjen Robben vor heiklen Aufgaben. Von einer übereilten Rückkehr von Thiago hält er dennoch nichts.

Klaus Augenthaler braucht einen Satz, um die Verletzungsserie des FC Bayern auf den Punkt zu bringen.

"Das einzige Problem, das ich sehe, ist die Champions League", sagt der Weltmeister von 1990 im Gespräch mit SPORT1.

Die Münchner knabbern an den Ausfällen von David Alaba und Arjen Robben, die Rückkehr von Franck Ribery nach seiner Sprunggelenksverletzung dauert länger als erhofft.

Der Franzose wird daher nicht mit zum Klassiker bei Borussia Dortmund reisen, er ist noch immer nicht komplett fit.

Auch Robben wird nach seinem Bauchmuskelriss definitiv fehlen genauso wie Alaba, der sich Dienstag mit einem Innenbandriss abgemeldet hat. Der April, als Overtüre zu Titel und Triumphen gedacht, fängt denkbar schlecht an für den Rekordmeister.

Augenthaler sieht Meisterschaft nicht in Gefahr

"Der FC Bayern hat schon in der ganzen Saison mit vielen Ausfällen zu kämpfen", sagt Augenthaler dazu.

"In Bremen hat man 4:0 gewonnen ohne Ribery und Robben", erklärt die Bayern-Legende. "Ich kann mir nicht vorstellen, auch wenn Alaba, Robben und Ribery jetzt länger ausfallen sollten, dass dann die Meisterschaft in Gefahr wäre."

Doch der 25. Meistertitel ist für die Münchner ohnehin so selbstverständlich eingeplant wie der nächste Einkaufsbummel auf der noblen Maximilianstraße.

Der Traum von der Berliner Woche

Stattdessen fürchten sie um die Berliner Woche, sprich die Möglichkeit, Ende Mai, Anfang Juni binnen einer Woche in Berlin DFB-Pokal und Champions-League-Pott abzuräumen.

Nach Alabas Ausfall gilt Juan Bernat als erster Anwärter auf Alabas Position. Der junge Spanier kann sowohl im linken Mittelfeld als auch als linker Außenverteidiger agieren, überzeugte in der Hinrunde mit einer Reihe von starken Vorstellungen.

Augenthaler, der selbst mit dem FC Bayern siebenmal die Meisterschaft gewann, nennt ihn "unheimlich ballsicher". Mit Blick auf die Aufgaben im DFB-Pokal bei Bayer Leverkusen und in der Champions League gegen den FC Porto verweist er aber auf die mentale Komponente.

"Wie steckt man es im Kopf weg?"

"Am Können liegt es nicht, es ist eher die Frage, wie steckt man es im Kopf weg, wenn Stammkräfte wie Robben und Alaba ausfallen", kommentiert der frühere Trainer von Leverkusen, Wolfsburg und Nürnberg.

Jetzt kommt es aus Sicht des Bayern-Experten auf den Zusammenhalt im Team an und darauf, dass Spieler wie Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Thomas Müller die Truppe anführen.

"Entscheidend ist, dass der Stamm zusammen bleibt. Die Bayern haben ein unglaubliches Selbstvertrauen, dass auch diese Ausfälle kompensiert werden können."

Allerdings muss Trainer Pep Guardiola seiner Mannschaft wieder mehr Kreativität verpassen. Ohne die Dribblings eines Ribery, die Tricks eines Robben und das Tempo eines Alaba - eine echte Kniffelaufgabe.

Könnte da Zauberfuß Thiago Alcantara helfen? Der Spanier stand nach mehr als einem Jahr Pause gegen Gladbach wieder im Kader, könnte also rein theoretisch bald wieder magische Momente initiieren. 

Bei Thiago nur nichts überstürzen

Augenthaler warnt vor solchen Wunschträumen. "Guardiola hat die nötige Erfahrung und das Händchen, ihn langsam aufzubauen. Man kann ihn nicht ins kalte Wasser werfen und sagen, du bist jetzt wieder mitverantwortlich als Leistungsträger."

Immerhin machte Philipp Lahm im Training zuletzt einen guten Eindruck. Es dürfte somit nicht allzu lange dauern, bis der Kapitän wieder von Anfang an spielen kann. Guardiola wird jetzt über Lösungen grübeln, um den April schadlos zu überstehen.

Gibt es ein Geschwindigkeitsproblem?

Das Prestigeduell gegen Dortmund bildet dabei den Auftakt eines heiklen Monats.

"Robbens Fehlen nimmt dem FC Bayern München die Dynamik im Spiel. Er ist einfach unersetzbar", sagte dazu Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bei Sky.

"Wenn Ribery am Samstag auch nicht dabei sein sollte, fehlt dem FCB definitiv die Geschwindigkeit."

Nach der 0:2-Heimpleite gegen Borussia Mönchengladbach droht dem FC Bayern nun also auch ein Geschwindigkeitsproblem.

Auch darauf braucht Guardiola eine Antwort.

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