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Max Kruse, Sami Khedira und Edin Dzeko könnten bald unter Thomas Tuchel beim BVB spielen © Getty

Dortmund - Dortmunds künftiger Coach Thomas Tuchel arbeitet schon am Umbruch. Sami Khedira, Max Kruse und Johannes Geis gehören zu den Wunschspielern. Ilkay Gündogan steht vor dem Abschied.

Jürgen Klopp gibt sich ganz entspannt. Wie er die Entscheidung für Thomas Tuchel als sein Nachfolger kommentiert?

"Gar nicht", sagte Dortmunds Trainer bei der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (Sa., ab 15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) auf SPORT1-Nachfrage.

Klopps Meinung ist gefragt, auch auf der Zielgeraden seiner Amtszeit als BVB-Coach. Aber was seinen Nachfolger, die Kaderplanung und den künftigen Umbruch angeht, hält er sich raus: "Einige Sachen sind auch vollkommen klar, da ist es unwichtig, wer Trainer ist."

Heißt: Die Positionen, auf denen Veränderungsbedarf besteht, stehen fest.

Geis und Khedira auf dem Zettel

Auf der Sechser-Position wird Routinier Sebastian Kehl seine Karriere definitiv beenden. Bei Ilkay Gündogan ist die Fortsetzung seines Engagements, das bis 2016 läuft, sehr fraglich.

Die WAZ berichtet am Freitag, dass der Nationalspieler ab der kommenden Saison das Trikot von Manchester United tragen soll. Zwar ohne Details hierzu auszuführen - aber derart offensiv, dass es auf mehr als eine Spekulation hindeutet.

Als potenziellem Nachfolger beschäftigt sich der BVB mit dem Mainzer U-21-Nationalspieler Johannes Geis. Der 21-Jährige wurde schon zu Tuchels Zeit beim FSV von ihm gefördert. Zwischen acht und zehn Millionen Euro würde es kosten, den lauffreudigen Sechser aus seinem bis 2017 laufenden Vertrag herauszukaufen.

Bei Sami Khedira fühlte Tuchel in diesem Monat noch vor der Verkündung seines neuen Jobs vor: "Kannst du dir auch ein schwarz-gelbes Trikot vorstellen?", fragte er per SMS beim Nationalspieler von Real Madrid an.

Sorg als flexibler Außenverteidiger

Unter Trainer Tuchel wurde Khedira 2005 beim VfB Stuttgart deutscher A-Junioren-Meister. Ob der Weltmeister für einen Einsatz in Schwarz-Gelb begeistert werden kann, wird auch eine finanzielle Frage sein. Auf rund 40 Millionen Euro wird das Transfervolumen dem Vernehmen nach beziffert. Konkurrent im Buhlen um den Topstar ist ausgerechnet Dortmunds Erzrivale Schalke 04.

Nach SPORT1-Informationen beobachten die Dortmunder seit längerem auch Freiburgs Oliver Sorg. Der 24-Jährige ist flexibel einsetzbar, kann im defensiven Mittelfeld und als Außenverteidiger spielen. Als Rechtsverteidiger wäre der Nationalspieler eine Alternative zum häufig verletzten Lukasz Piszczek.

Bayer Leverkusen v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga
Auch Gladbachs Max Kruse (l.) und Leverkusens Gonzalo Castro (r.) sollen Dortmunds Interesse geweckt haben © getty

Castro als Allzweckwaffe, Kruse als Knipser

Ebenfalls im Fokus des Champions-League-Anwärters für die Saison 2015/16: Leverkusens Allrounder Gonzalo Castro, der perfekt in Tuchels flexible Spielsystematik passen würde. Der 27-Jährige, dessen Saison nach einem Innenmeniskus-Riss vorzeitig beendet ist, kann den Werksklub im Sommer für die festgeschriebene Ablösesumme von elf Millionen Euro verlassen.

Im Sturm sieht es indes auch unter Tuchel nach einem Abschied von Ciro Immobile aus. Am vergangenen Freitag in Frankfurt warf der 41-Jährige bereits einen Blick auf Mönchengladbachs Max Kruse, der beim BVB schon länger als Wunschkandidat gilt.

Auch der Name Edin Dzeko fällt in Dortmund häufig. Die Bild will erfahren haben, dass Tuchel den Bosnier haben will. Bei Manchester City ist der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig nur noch Reservist. Die Ablösesumme dürfte bei circa 20 Millionen Euro liegen.

Tuchel plant fest mit Hummels

Eine zentrale Rolle in Tuchels Planungen spielt nach Informationen der Bild auch Innenverteidiger Mats Hummels. Der BVB soll seinen Kapitän mit Vertrag bis 2017 womöglich auch bei einem Angebot von mehr als 40 Millionen Euro nicht vorzeitig gehen lassen. 

So wie vor zwei Jahren im Fall Robert Lewandowski, der ebenfalls über keine Ausstiegsklausel verfügte und erst zu dieser Saison ablösefrei nach München wechseln durfte.

Arno Michels, Thomas Tuchel und Martin Schmidt 2011 beim 1. FSV Mainz 05
Thomas Tuchel (M.) im Jahr 2011 mit Co-Trainer Arno Michels (l.) und dem heutigen Mainzer Cheftrainer Martin Schmidt © getty

Aber nicht nur der Kader, auch im Trainer- und Betreuerstab stehen naturgemäß Veränderungen an. Tuchel wird, das berichten die Dortmunder Ruhr Nachrichten, neben seinem bisherigen Co-Trainer Arno Michels auch Athletiktrainer Rainer Schrey mitbringen. 

Als Video-Analyst soll ihm sein ehemaliger Weggefährte und Vertrauter Benni Weber, derzeit noch in Diensten von Mainz 05, ins Ruhrgebiet folgen.

Einkaufs-Prinzip bleibt gleich

Die Fäden zieht also nun Tuchel - gemeinsam mit BVB-Sportdirektor Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke als neues Führungstrio. 

Am Prinzip der gemeinsamen Entscheidungsfindung, die nicht zwingend einstimmig sein muss, hat sich bei den Spielerverpflichtungen im Vergleich zur Ära Klopp nichts geändert.

"Ich habe großes Vertrauen, dass es sehr gut weitergehen wird", sagte Klopp am Donnerstag über den künftigen Kader und die Personalpolitik des BVB - und blieb auch diesbezüglich ganz entspannt.

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