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Jürgen Klopp gibt in einer emotionalen Pressekonferenz seinen Abschied aus Dortmund bekannt. Die Entscheidung ist für den Trainer ein Gebot der Pflicht.

Es ist offiziell: Trainer Jürgen Klopp löst seinen Vertrag bei Borussia Dortmund zum Saisonende auf. Am Mittwoch verkündete der BVB und der scheidende Coach diese Entscheidung.

"Ich habe immer gesagt: Wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht mehr der perfekte Trainer für diesen außergewöhnlichen Verein bin, würde ich es sagen", sagte Klopp bei einer Pressekonferenz im Dortmunder Stadion.

Klopp: Es war meine Pflicht

"Ich habe mich in allen Phasen der Zusammenarbeit mit diesem Thema beschäftigt. In den vergangenen Wochen und Tagen war ich mir nicht sicher, dass ich es nicht mehr war, aber ich konnte diese Frage auch nicht mehr mit ja oder nein beantworten. Ich habe es als meine Pflicht empfunden, Michael und Aki darüber zu informieren", betonte Klopp, der bei seinen Worten immer wieder lange Pausen einlegte.

Der angesprochene Hans-Joachim "Aki" Watzke wirkte bei der Pressekonferenz niedergeschlagen. "Jürgen, du kannst sicher sein nach den Erfolgen und dieser unfassbar guten Zusammenarbeit, dass dir der ewige Dank aller Borussen zuteil wird. Das einzige, was mich in diesem Moment tröstet, ist, dass unsere Freundschaft bestehen wird", sagte Dortmunds Geschäftsführer.

Spekulationen, er fühle sich ausgelaugt, wies Klopp zurück. "Als ich heute morgen erfahren habe, dass es doch schneller geht, habe ich ein bisschen etwas gelesen. Ich bin nicht müde. Und ich habe auch keinen Kontakt zu einem anderen Verein. Ich habe nicht vor, ein Jahr Pause zu machen. Das ist alles noch nicht strukturiert", sagte der 47-Jährige.

Tuchel heißer Kandidat

Zur Nachfolgersuche wollte sich der BVB nicht äußern. Die Bild hatte den Namen Thomas Tuchel ins Gespräch gebracht. Er hat wie auch Klopp eine erfolgreiche Zeit beim 1. FSV Mainz 05 vorzuweisen. 

Dortmund bietet dem 41-Jährigen angeblich einen Vierjahresvertrag mit einem Gehaltsvolumen von bis zu 20 Millionen Euro. Tuchel hatte zuletzt ein Sabbat-Jahr eingelegt.

Eigentlich wurde Tuchel als heißer Kandidat in Hamburg gehandelt, doch die Hanseaten verpflichteten am Mittwoch Bruno Labbadia und gaben diesen einen Vertrag bis Juni 2016 (alles zum Trainerbeben ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1).

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, Tuchel sei zunächst nicht bereit gewesen, nach Dortmund zu gehen. Sein Favorit war der HSV. Da die Norddeutschen einen Retter brauchten, Tuchel aber noch vertraglich an Mainz gebunden war, zerschlug sich das Engagement.

Nur auf Platz zehn

Nun könnte es doch Dortmund werden. Dort begann Klopp im Jahr 2008 als Trainer. Er wurde mit den Westfalen zweimal Deutscher Meister und gewann einmal den DFB-Pokal. 2013 führte er sein Team ins Finale der Champions League, wo die Dortmunder mit 1:2 dem FC Bayern unterlagen.

Derzeit steht der BVB in der Bundesliga nur auf Platz zehn, die Qualifikation für den Europapokal ist in Gefahr.

In der Champions League schied der Klub im Achtelfinale gegen Juventus Turin aus, im DFB-Pokal muss die Borussia im Halbfinale bei Bayern München ran.

Traum von letzter Lastwagentour

Klopp träumt noch von einem Titel. "Noch einmal ein guter Grund, mit dem Lastwagen um den Borsigplatz zu fahren - das wäre ziemlich lässig", sagte der Trainer. Die letzte Chance darauf bietet der DFB-Pokal. Dortmund muss im Halbfinale zum FC Bayern.

Die Nachricht über Klopps bevorstehenden Abschied sorgten auch für einen Kurseinbruch an der Börse. Die BVB-Aktie fiel zwischenzeitlich um 3,9 Prozentpunkte

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