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Die Tage von Emir Spahic bei Bayer Leverkusen scheinen gezählt. "Der Weg zurück in die Mannschaft ist sehr fragwürdig. Ich weiß auch nicht, ob er das noch will“, sagt Trainer Roger Schmidt. Sportchef Rudi Völler erklärt, "dass es schwierig ist, in irgendeiner Form weiterzumachen."

Zwischen Bayer 04 Leverkusen und Emir Spahic stehen nach dem "Ordner-Eklat" um den Abwehrspieler die Zeichen auf Trennung.

"Der Weg zurück in die Mannschaft ist sehr fragwürdig, weil das (Schläge und ein Kopfstoß gegen einen Ordner) einfach zu extrem war. Ich weiß auch nicht, ob er das noch will", sagte Bayer-Coach Roger Schmidt am Samstagabend im ZDF-Sportstudio.

"Wir werden das besprechen und kurzfristig entscheiden", ergänzte Schmidt.

Sportchef Rudi Völler hatte zuvor erklärt, Spahic habe "einen riesen Fehler gemacht, es tut im unwahrscheinlich leid und er hat versucht, sich bei allen zu entschuldigen. Aber wir wissen natürlich, dass es so schwierig ist, in irgendeiner Form weiterzumachen", sagte Völler in der Sportschau.

Geschäftsführer Michael Schade meinte, Bayer habe "von Anfang an gesagt, wir übergeben der Staatsanwaltschaft alle Dokumente. Wir wollen auch nicht vorverurteilen, die Staatsanwaltschaft muss ermitteln. Da kannten wir keine Videobilder. Dann haben wir sie gesehen und gesagt: Jetzt müssen wir handeln."

Anschließend habe man sich "mit allen Beteiligten zusammengesetzt", ergänzte Schade: "Ein Gespräch steht noch aus, wir werden uns zeitnah dazu äußern."

Entscheidung für Montag angekündigt

Bayer werde Montag eine Entscheidung über mögliche Maßnahmen gegen den ehemaligen bosnischen Nationalmannschaftskapitän treffen, ergänzte Schade bei Sky.

Völler erklärte, Spahic habe "noch Vertrag, es gibt jetzt Juristen, die sich mit der Sache befassen. Ihm selbst tut es leid, dass er da diesen Ausbruch hatte. Die guten Vorstellungen der letzten Wochen dürfen wir uns nicht kaputtmachen lassen. Von niemanden."

Rückendeckung von seinen Mitspielern bekam Spahic nicht - im Gegenteil. Kapitän Simon Rolfeswidmete den 3:2-Sieg bei Manz 05 dem verletzten Ordner. "Wir wünschen dem Ordner gute Besserung. Er gehört auch zu unserem Verein", sagte Rolfes. Doch die Tage von Spahic bei Bayer dürften gezählt sein.

Kopfstoß gegen einen Ordner

Der Routinier besitzt bei Bayer einen Vertrag bis 30. Juni 2016.

Der 34 Jahre alte Innenverteidiger war nach dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München in handgreifliche Auseinandersetzungen mit Leverkusener Ordnungskräften verwickelt.

Dabei versetzte Spahic einem Ordner einen Kopfstoß, was in einem Handy-Video deutlich erkennbar ist. Die Kölner Staatsanwaltschaft hat inzwischen Ermittlungen gegen Spahic wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung aufgenommen.

Völler erklärte, Bayer werde "die Polizei unterstützen und sicherlich auch den DFB. Trotzdem ist er unser Spieler, da haben wir auch eine gewisse Sorgfaltspflicht. Das haben wir ihm auch gesagt. Aber dass wir uns Gedanken machen, wie es weitergeht, oder nicht weitergeht, ist auch klar."

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