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Hannover - Hannover 96 verliert beim Debüt von Trainer Michael Frontzeck gegen Hoffenheim. Spieler und Verantwortliche hadern danach mit dem Unparteiischen.

Michael Frontzeck schlurfte mit finsterer Miene durch den Kabinentrakt. "Jetzt nicht", brummte der "Feuerwehrmann" von Hannover 96 wenige Minuten nach der bitteren 1:2 (1:1)-Niederlage gegen 1899 Hoffenheim in Richtung der Fernsehteams.

Vier Tage nach der Vorstellung des Nachfolgers des entlassenen Trainers Tayfun Korkut hat sich die Abstiegsgefahr der Niedersachsen noch einmal dramatisch verschärft. 14 Spiele sind die Roten nun schon ohne Sieg - und das Restprogramm hat es in sich.

"Es ist eine enge Geschichte", erklärte Frontzeck, nachdem er kurz durchgeschnauft hatte: "Aber der Glaube ist ungebrochen. Wenn wir den Weg weitergehen, bin ich frohen Mutes, dass wir die nötigen Punkte holen, um die Liga zu halten."

15. Saisonpleite für Hannover

Direkt nach dem Schlusspfiff hatte der Bundesliga-Rückkehrer sein Team auf dem Rasen zusammengetrommelt und es auf die Nervenprobe in den kommenden Wochen eingeschworen.

Doch der neuerliche Rückschlag schmerzte so richtig. "Wir sind mittendrin", sagte Kapitän Lars Stindl, der wie seine Kollegen kaum erklären konnte, warum die Niedersachsen trotz eines couragierten Auftritts mal wieder mit leeren Händen dastanden.

"Das Spiel heute muss ich erstmal verdauen", sagte Nationalkeeper Ron-Robert Zieler nach der 15. Saisonpleite und ärgerte sich vor allem über die Leistung von Schiedsrichter Günter Perl: "Es ist das zweite Mal hintereinander, dass wir ein klares Abseitstor kriegen. Das darf nicht passieren."

Mehrere strittige Entscheidungen

Anthony Modeste hatte unmittelbar nach dem Anpfiff aus kurzer Distanz zur Führung für Hoffenheim getroffen (2.), stand dabei jedoch klar im Abseits (Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm).

"Wir sind nicht überragend zufrieden mit der Schiedsrichter-Leistung", sagte Sportdirektor Dirk Dufner und verkniff sich noch schärfere Töne.

Auch einen Zusammenprall von Salif Sane mit dem überragenden 1899-Keeper Oliver Baumann legte Perl zugunsten der Gäste aus (70.). "Hoffenheim hätte sich über einen Elfmeterpfiff nicht beschweren können", schob Dufner nach.

"Dürfen uns nicht unterkriegen lassen"

Doch wie Frontzeck wollte sich auch der Manager nicht lange mit der bitteren Pleite aufhalten, die Joker Sven Schipplock mit seinem Treffer bei einem der wenigen Gäste-Konter besiegelt (83.) hatte.

Stattdessen betonten beide die Moral des Teams, das nach der kalten Dusche zu Beginn eine starke Reaktion gezeigt hatte. Und sich den Ausgleichstreffer per Foulelfmeter von Stindl redlich verdiente (24. ).

"Wir haben vor der Partie ein Fünf-Spiele-Turnier ausgerufen und dürfen uns von dem Rückschlag nicht unterkriegen lassen", sagte Dufner.

Hoffenheim auf Europa-Kurs

Doch angesichts der verbleibenden Aufgaben beim VfL Wolfsburg, gegen Werder Bremen, beim FC Augsburg und gegen den SC Freiburg wiegt die Niederlage schwer.

"Die Mannschaft lebt", sagte Zieler. Doch jetzt zählen für 96 nur noch Punkte.

Dies gilt auch für Hoffenheim, das nach dem ersten Auswärtssieg im Jahr 2015 wieder näher an die Europa-League-Plätze herangerückt ist.

"Wir haben uns in der zweiten Hälfte gut reingekämpft", sagte Trainer Markus Gisdol: "Wir sind super zufrieden. Aber wir schauen direkt nach dem Spiel weder nach unten noch nach oben."

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