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Peter Neururer Hannover 96 Michael Frontzeck
Peter Neururer verhandelte mit den 96-Bossen, doch Michael Frontzeck bekam den Zuschlag © Getty Images

Hannover und München - Michael Frontzeck wird am Ende eines turbulenten Tages in Hannover Nachfolger von Tayfun Korkut. Auch Peter Neururer war zu Verhandlungen erschienen.

Einen turbulenten Nachmittag lang sah vieles danach aus, als ob Peter Neururer übernehmen würde - stattdessen soll nun Michael Frontzeck soll Hannover 96 vor dem Abstieg retten.

Der 51-Jährige wird Nachfolger des am Montagmorgen entlassenen Tayfun Korkut, er wird am Dienstagmorgen (10 Uhr) sein erstes Training leiten, am Nachmittag (13 Uhr) wird er offiziell vorgestellt.  "Es ist eine sehr reizvolle Aufgabe. Wir werden es auch dieses Mal schaffen", sagte der Ex-Nationalspieler der Bild.

Frontzeck erhält einen Vertrag für fünf Spiele und wird die Niedersachsen erstmals am kommenden Samstag gegen 1899 Hoffenheim betreuen. Co-Trainer wird der langjährige 96-Kapitän Steven Cherundolo. Nach dpa-Informationen verlängert sich Frontzecks Vertrag im Fall des Hannoveraner Klassenerhalts um ein Jahr.

Sport-Club Freiburg v Hannover 96 - Bundesliga
Tayfun Korkut musste nach dem 0:4 am Samstag in Leverkusen gehen © Getty Images

"Michael Frontzeck hat als neuer Cheftrainer unser volles Vertrauen, die Mannschaft zum Klassenerhalt zu führen. Es geht in den verbleibenden Spielen ausschließlich um das Ziel, dass Hannover 96 in der Bundesliga bleibt", erklärte 96-Präsident Martin Kind.

Sportdirektor Dirk Dufner ergänzte: "Er kennt die Bundesliga und verfügt über vielfältige Erfahrungen. Ich bin davon überzeugt, dass er mit der Mannschaft die Saison erfolgreich beendet."

Neururer verhandelt - und bekommt Absage

Frontzeck war in der Saison 2004/05 bereits Coach in Hannover - als Assistent von Ewald Lienen. Cheftrainer war er danach bei Alemannia Aachen, Arminia Bielefeld, Borussia Mönchengladbach und dem FC St. Pauli.

Bei den Arminen erlebte Frontzeck einen kuriosen Rauswurf. Der Verein beurlaubte ihn in der Saison 2008/2009 vor dem letzten Spieltag. Jörg Berger sollte Bielefeld retten, scheiterte jedoch.

Hannover 96 Peter Neururer Michael Frontzeck
Peter Neururer traf sich am Montagnachmittag mit den 96-Bossen © Getty Images

Die Entscheidung für Frontzeck kam überraschend, nachdem zuvor auch Neururer zu Verhandlungen in Hannover erschienen war.

In einem Hotel nahe des Stadions hatte sich der 59-Jährige am Nachmittag mit Kind und Dufner getroffen, zahlreiche Journalisten erwarteten ihn, als er es verließ und wieder in seinen Porsche stieg. Er hielt fest, "gute Gespräche" geführt zu haben.

Kind: "Entscheidung der Vernunft"

Vor dem Gebäude, aus dem Neururer kam, trat später auch Kind - mit dem Auto aus anderer Richtung kommend - vor die Medien, teilte aber zunächst nur mit, dass er auch mit anderen Kandidaten verhandelt hätte ("Wir brauchen nicht dreimal mit den gleichen Leuten sprechen"). Kind verkündete, eine "Fünf-Spiele-Lösung" anzustreben und sprach von einer "Entscheidung der Vernunft".

Danach ging alles ganz schnell. Am Abend bekam Neururer per Telefon die Absage mitgeteilt, die er SPORT1 gegen 19 Uhr bestätigte: Nach den guten Gesprächen sei man dann doch "nicht übereingekommen".

45 Minuten danach teilte Hannover mit, seine Fünf-Spiele-Lösung gefunden zu haben: Frontzeck, mit dem Kind unbemerkt von der Presse redete.

Frontzeck war ungebunden

Neururer entging damit sein erstes Engagement in der Bundesliga seit neun Jahren. Das letzte fand 2005 bis 2006 ebenfalls bei 96 statt, das er auch schon von 1995 bis 1996 trainiert hatte. Zuletzt war er beim VfL Bochum engagiert, wo er im Dezember 2014 beurlaubt worden war - sein Vertrag läuft allerdings noch bis Saisonende.

Auch ein anderer Alternativkandidat, Volker Finke, hat noch einen gültigen Kontrakt als Nationaltrainer Kameruns.

Frontzeck dagegen war frei auf dem Markt: Bei St. Pauli musste er 2013 gehen, Anlass war nach Klub-Angaben ironischerweise Frontzecks Forderung nach einer sofortigen Verlängerung seines bis 2014 laufenden Vertrags - was Frontzeck bestritt.

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