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Pep Guardiola ist die Schlüsselfigur beim Zoff in München © SPORT1/Getty Images

München - Vor allem die internationalen Medien zählen Bayern-Trainer Pep Guardiola nach Müller-Wohlfahrts Rücktritt an. Es gibt aber auch kritische Stimmen zum Doc.

Erst die Niederlage beim FC Porto im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals, jetzt eskaliert der Streit mit Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt: Pep Guardiola erlebt die dramatischsten Tage als Trainer des FC Bayern.

Für die Presse in Spanien, Italien und England ist der Rücktritt des legendären Doktors ein Beleg für Guardiolas prekäre Lage. SPORT1 fasst die Stimmen aus dem Aus- und Inland zusammen:

Gazzetta dello Sport (Italien)

"Alle gegen Guardiola: Der komplette medizinische Stab des FC Bayern tritt zurück. Wenn man zwischen den Zeilen der Mitteilung Müller-Wohlfahrts liest, ist das Problem das Verhältnis zu Guardiola, das schon seit einiger Zeit geknarzt hat."

Daily Mail (England)

"Pep Guardiolas Amtszeit erreicht einen Tiefstand. Ihm standen in Porto nur 14 fitte Spieler zur Verfügung. Der Bayern-Trainer deutete nach dem Spiel an, dass die Niederlage auf die Ausfälle zurückzuführen sei."

Daily Mirror (England)

"Als Medhi Benatia im DFB-Pokal in Leverkusen verletzt raus musste, ging ein wütender Guardiola direkt zu Müller-Wohlfahrt auf der Bank und klatschte sarkastisch in dessen Richtung. Der sogenannte 'Star-Doktor' wird von vielen in der Sportwelt gepriesen, aber es gibt auch Zweifel an seinen Methoden. Er ist ein klassisch ausgebildeter Arzt, aber einer, der Methoden anwendet, die viele als Homöopathie ansehen würden."

As (Spanien)

"Die Niederlage am Mittwoch beim FC Porto beginnt bereits ihren Tribut zu verlangen von Bayern München. Müller-Wohlfahrt, der Leiter der medizinischen Abteilung, ist zurückgetreten. Die Zeit nach dem Spiel in Porto war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte."

Sport (Spanien)

"Ein historischer Arzt der Bayern tritt nach der Niederlage in Porto zurück. Schon auf der Pressekonferenz hatte Guardiola die Verluste für seine Mannschaft wegen Verletzungen beklagt."

El Mundo Deportivo (Spanien)

"Müller-Wohlfahrt und Guardiola waren sich uneinig über bestimmte Aspekte der Behandlung und Rehabilitation. Ihre Beziehung wurde vor allem durch den 'Fall Thiago' angespannt. Der ehemalige Barcelona-Spieler hatte bei seiner Knieverletzung einen doppelten Rückschlag erlitten."

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"Der Bayern-Knall um den Kult-Doc! Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (72) hat beim Rekordmeister nach fast 40 Jahren hingeschmissen - einen Tag nach der 1:3-Pleite beim FC Porto!"

Spiegel Online

"Gezofft, bis der Arzt geht. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hört von einem Tag auf den anderen als Mannschaftsarzt des FC Bayern München auf. Sein Verhältnis zu Trainer Pep Guardiola war seit Langem angespannt. Er war mit einer kurzen Unterbrechung seit 1977 Mannschaftsarzt des FC Bayern - mehr noch, er hat längst den Status einer Ikone des Klubs erlangt."

Sueddeutsche.de

"Ende eines Machtkampfs mit Guardiola. Am Mittwochabend, beim Bankett nach dem Champions-League-Viertelfinale in Porto, saß Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt noch am Tisch mit den Vorständen und dem Trainer. Ein trügerisches Bild. Harmonisch war da schon nichts mehr: Am Donnerstagabend trat Müller-Wohlfahrt als Mannschaftsarzt des FC Bayern zurück."

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