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Leverkusen - Erst ein Freistoß öffnet für Leverkusen gegen eine wild zusammengestellte Elf des FC Bayern das Spiel. Lange tut sich Bayer schwer - die Münchner vergeben beste Chancen.

Spiel verloren - aber wenigstens keine weiteren Spieler. Der FC Bayern München hat die Generalprobe für den Champions-League-Halbfinal-Hit beim FC Barcelona mit vielen Akteuren der zweiten und dritten Reihe verpatzt. Vier Tage vor dem Duell bei den Katalanen am Mittwoch unterlagen die Münchner bei Bayer Leverkusen 0:2 (0:0). (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Das jedoch stand aus Sicht der Gäste danach im Hintergrund. "Was uns hier am Herzen liegt, ist, dass sich niemand verletzt hat", sagte Torhüter Manuel Neuer bei Sky. "Es wird schwer, Barcelona zu schlagen, aber wir werden alles in die Waagschale werfen. Wir wollen ins Finale. Wir müssen aber erst einmal sehen, wer dabei ist in Barcelona."

Trainer Pep Guardiola ergänzte: "Es ist nicht einfach: Wir haben die Meisterschaft gewonnen und hatten heute ein schweres Spiel. Das schwerere Spiel kommt erst noch." Am Sonntag werde er an der Säbener Straße erst einmal "sehen, wie der Zustand der Spieler ist". Die vollständig Fitten werden sich weiterhin schnell zählen lassen.

Die Niederlage in Leverkusen nahm Guardiola in Kauf. "Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit meinem Team und mit dem Spiel, das wir hier abgeliefert haben", sagte er. "Das war ein sehr umkämpftes und ausgeglichenes Spiel. Wir hätten uns klarere Chancen erarbeiten müssen. Calhanoglu ist natürlich ein sehr, sehr guter Spieler und hat die Chance genutzt."

Die Highlights zum Nachhören auf SPORT1.fm

Gemeint war das 1:0 durch Bayers Mittelfeld-Ass Hakan Calhanoglu zum 1:0 (55.). "Dass du so in Rückstand gerätst, kann bei so einem Schützen passieren", sagte Neuer. Er kassierte zum ersten Mal als Bayern-Torhüter einen direkten Freistoßtreffer.

Julian Brandt entschied die Partie an seinem 19. Geburtag mit dem zweiten Treffer (81.). (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Leverkusen gegen Gladbach im Fernduell

Die Werkself, die im zehnten Spiel in Folge ungeschlagen blieb, schob sich durch den Erfolg zumindest vorübergehend an Borussia Mönchengladbach vorbei auf Platz drei. "Jetzt ist mit Sicherheit alles offen. Wir spielen nächste Woche in Gladbach, das ist natürlich ein fantastisches Spiel für uns", sagte Leverkusens Kapitän Simon Rolfes. (DATENCENTER: Tabelle)

Bei der Partie im Borussia-Park wird Karim Bellarabi fehlen, der sich nach einer Rangelei mit Rafinha seine fünfte Gelbe Karte holte. "Das ist natürlich ärgerlich. Ich hatte Sorge, dass sie sich noch ein bisschen mehr einfangen. Rafinha ist ja auch kein Unschuldslamm", kommentierte Rolfes.

Bellarabi bereitete Brandts Treffer nach einem sehenswerten Solo vor. "Dass er in der 81. Minute hier für die Fans noch ein paar Kreisel dreht, ist Wahnsinn", lobte der Torschütze. "Er sagte mir fünf Minuten vorher noch, dass er Krämpfe hat, und dann auf einmal rennt er wie ein Wilder."

Martinez gibt Comeback

Nach achteinhalb Monaten Verletzungspause feierte der spanische 40-Millionen-Euro-Mann Javi Martinez sein Bundesliga-Comeback und spielte eine solide Partie in der Bayern-Innenverteidigung. (SERVICE: Die Statistiken des Spiels)

Die größten Möglichkeiten für die Bayern hatte WM-Held Mario Götze (6./27./76.) auf dem Fuß. Bei seiner zweiten Großchance hatte der Ex-Dortmunder Bayer-Keeper Bernd Leno bereits umkurvt, doch Innenverteidiger Tin Jedvaj grätschte den Ball noch von der Linie.

Müller und Boateng geschont

Bayern-Coach Pep Guardiola hatte nur noch vier Spieler aus der Anfangsformation der DFB-Pokal-Halbfinalniederlage am vergangenen Dienstag (1:1 n.V., 0:2 i.E.) gegen Borussia Dortmund aufgeboten. Dafür reisten die Weltmeister Thomas Müller und Jerome Boateng erst gar nicht mit den Rhein.

Stattdessen standen in Rico Strieder (22), der sogar von Beginn an spielte, und Lukas Görtler (20) zwei Regionalligakicker aus der Bayern-Reserve im Kader. Görtler wurde in der 72. Minute eingewechselt und besaß nur eine Minute später eine gute Chance, scheiterte aber an Leno. "Die Älteren haben ihre Sache gut gemacht, aber auch die Jungen mit Gaudino und Strieder", fand Guardiola.

Stars auf der Bank

Auf der Bank des Rekordchampions saßen außerdem unter anderem die Stammkräfte Xabi Alonso, Medhi Benatia, Thiago und Juan Bernat. Verzichten musste Guardiola in Leverkusen ohnehin unter anderem auf die verletzten Arjen Robben, Robert Lewandowski, Holger Badstuber, David Alaba und Franck Ribery.

Bayer besaß zwar eine optische Überlegenheit und machte mehr Druck, doch die besseren Möglichkeiten in Halbzeit eins besaßen die Gäste. Jedvaj hatte noch die größte Leverkusener Chance in Halbzeit eins, setzte den Ball freistehend aus elf Metern über das Bayern-Gehäuse (35.).

Die Bayern beschränkten sich aufs Kontern. Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte scheiterte Claudio Pizarro (48.) an Leno. Die glänzende Vorarbeit hatte Gianluca Gaudino geleistet.

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