vergrößernverkleinern
Eintracht Frankfurt v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga
Alex Meier allein erzielte mehr als ein Drittel aller Frankfurter Tore in dieser Saison © Getty Images

Frankfurt am Main - Nach dem Sieg über Bayer Leverkusen beim Saisonfinale wird ein Frankfurter Spieler bejubelt, der gar nicht auf dem Feld steht. Selbst der Gegner zollt Respekt.

Selbst im Moment des Triumphes blieb sich der "Fußball-Gott" treu.

Alexander Meier stemmte die bleierne Torjägerkanone unter dem tosenden Jubel der Frankfurter Fans nur ganz kurz in die Höhe. Danach blickte der mit 19 Treffern beste Schütze der Saison wieder verstohlen auf den Rasen - und gestand erst später seine Emotionen ein (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse).

"Ich hatte eine Gänsehaut. Es ist mein erster Titel und schon etwas Besonderes", sagte der seit Anfang April verletzte Meier nach der Ehrung im Anschluss an das 2:1 (2:1) seiner Eintracht gegen Bayer Leverkusen.

Keine Tränen bei Meier

Tränen der Rührung gab es beim introvertierten 32-Jährigen, der nach einer Patellasehnen-OP wohl den Saisonauftakt im August verpassen wird, aber nicht. "Nein, da hatte ich mich im Griff", sagte Meier (Die Highlights des Spiels zum Nachhören in unserem Sportradio SPORT1.fm).

Anders sah es bei Eintracht-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen aus, der Frankfurts dienstältestem Profi (seit 2004) die Trophäe überreichte: Der Klub sei "stolz auf Alex Meier", sagte Bruchhagen mit belegter Stimme (DATENCENTER: Abschlusstabelle).

Wohlwissend, dass einer seiner Lieblingsspieler Geschichte geschrieben hatte. Noch nie hatte ein Bundesliga-Torschützenkönig die letzten acht Spieltage verpasst. Kein Wunder, dass Meier auch von einem ehemaligen Stürmerstar Lob einheimste. "Das ist eine tolle Leistung, Alex ist ein toller Spieler", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler und fügte an: "Ich freue mich für ihn, er hat es verdient."

In der Pause eine Currywurst

Und der Weltmeister von 1990 sprach vielen aus dem Herzen. Die Eintracht-Fans hatten ihren "Alex", der während des Spiels entspannt auf der Hauptribüne saß und sich in der Halbzeit eine Currywurst holte, bereits in der zweiten Halbzeit mit "Alex Meier - Fußball-Gott"-Sprechchören gefeiert.

Nach dem Ende eines unterhaltsamen Spiels stand Meier dann nicht nur akustisch im Mittelpunkt: Er erlebte als Protagonist eines denkwürdigen Tages große Gefühle.

Während die Frankfurter Anhänger Schilder mit Meiers Rückennummer 14 in die Höhe hielten, entrollten seine Teamkollegen auf dem Spielfeld ein Transparent mit der Aufschrift: "What if God was one of us? A.M. 14". Zeitgleich wurden auf dem Videowürfel alle 19 Meier-Tore der Saison gezeigt.

Und der Rekonvaleszent, der seinen letzten Treffer Mitte März erzielt hatte, war gerührt: Er verschränkte die Arme hinter dem Rücken, als er sich andächtig seine Treffer anschaute.

Seferovic droht Meier

Sein Sturmkollege Haris Seferovic (4.), der wie Alexander Madlung (39.) und der Leverkusener Karim Bellarabi (6.) traf, drohte Meier schon mal: "Er muss die ganze Feier heute Abend bezahlen." Marco Russ lobte derweil die Bedeutung Meiers, "weil er entscheidende Tore für uns gemacht hat".

Bruchhagen hatte einst über Meier gesagt, dass es sich für vorbildliche Spieler wie ihn lohne, "täglich im Büro zu arbeiten". Meier selbst hatte noch vor wenigen Wochen vermutet, dass "sowieso ein Spieler von Bayern München" die Torjägerkrone holt. Pustekuchen.

Die Auszeichnung jedenfalls ist Motivation genug für ihn: "Ich versuche", versprach Meier, "so schnell wie möglich zurückzukommen."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel