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Wolfsburg - Hannover schöpft durch das hart erkämpfte Remis in Wolfsburg neue Hoffnung im Abstiegskampf. Dabei sticht Salif Sane mit seinem Traumtor heraus.

Nach dem unerwarteten Mutmacher im Abstiegskampf verließ Michael Frontzeck Wolfsburg mit einem Lächeln im Gesicht.

"Mir wird nicht angst und bange vor den letzten drei Spielen. Der Klassenerhalt ist schwer, nach dieser Leistung aber machbar", sagte der "Feuerwehrmann" von Hannover 96 nach dem hart erkämpften 2:2 (0:2) bei Champions-League-Aspirant VfL Wolfsburg.

Zwar rutschten die Roten nach ihrem 15. Spiel in Serie ohne Sieg auf Relegationsrang 16 ab, doch die starke Aufholjagd nach 0:2-Rückstand gibt im Endspurt der Saison Hoffnung auf ein Happy End.

"Das war richtiger Abstiegskampf, und man kann sehen, wie die Jungs das annehmen", sagte Sportdirektor Dirk Duffner.

Auch Frontzeck lobte nach seinem ersten Punktgewinn im zweiten Spiel: "Mich hat gefreut, wie wir hier zurückgekommen sind. Der Blick auf die Tabelle interessiert mich aber erst am 34. Spieltag."

Frontzecks Ansprache bringt die Wende

Bas Dost (24.) und Ivan Perisic (45.) hatten die favorisierten Wolfsburger Pokalhelden vier Tage nach ihrem Finaleinzug noch vor der Halbzeit souverän in Führung gebracht, doch Jimmy Briand (47.) und Salif Sanes Fallrückziehertor (57.) sorgten für den unerwarteten Ausgleich der 96er.

"Das muss der Zustand sein, mit dem wir in die nächsten Spiele gehen", forderte Frontzeck, der in der Halbzeit in der Kabine "ein bisschen lauter" wurde - und die Mannschaft so rechtzeitig wachrüttelte.

Das Fallrückziehertor von Salif Sane zum Nachhören bei SPORT1.fm

Am Ende waren Frontzecks Spieler sogar enttäuscht, dass es im Niedersachsenderby nicht zum durchaus möglichen Sieg reichte, denn Edgar Prib scheiterte in der Nachspielzeit allein vor dem Tor.

"Wir hätten uns natürlich alle gewünscht, dass uns dieser Befreiungsschlag gelingt, so müssen wir weiterkämpfen", sagte Weltmeister Ron-Robert Zieler: "Wichtig ist aber, dass die Mannschaft Moral gezeigt hat und außerdem zum Kampf bereit ist."

Sane als Sinnbild des Aufschwungs

Ausgleichstorschütze Sane dient dabei als Sinnbild der Moral und des Kampfes. Der Senegalese brauchte lange, um in Hannover so richtig anzukommen und mit Traumtoren zu glänzen. Als Defensivspieler ist er ohnehin eher dafür zuständig, den Gegner vor eben solchen Aktionen zu hindern.

Genau dies gelang dem Afrikaner aber nur selten in der Vergangenheit. Unter Frontzecks Vorgänger Tayfun Korkut wurde Sane sogar zwei Mal zu den Amateuren verbannt, später aber wieder begnadigt. Frontzeck baut auf den 24-Jährigen im defensiven Mittelfeld. Sane zahlt es mit Leistung zurück. 

Schulz: Es geht bis zum letzten Spieltag

Doch von ihm und auch seinen Kollegen muss noch mehr kommen, um den Abstieg nach 13 Jahren im Oberhaus noch zu verhindern. "Das wird noch schwer genug", sagte Hannovers Präsident Martin Kind, der sich von dem Punktgewinn nicht blenden lassen wollte: "Wolfsburg hatte auch richtig viele Chancen." Kapitän Christian Schulz meinte: "Es wird bis zum letzten Spieltag gehen."

Vor dem nächsten Heimspiel am Samstag gegen Werder Bremen zieht sich der Tabellen-16. ab Dienstag in einem dreitägigen Kurztrainingslager im Sporthotel Klosterpforte in Marienfeld zurück, genau wie Schalke 04 in der Vorwoche. "Das wird sicher noch mal etwas bringen", sagte Zieler: "Wir haben noch zwei Heimspiele und wenn wir die gut bestreiten, dann halten wir die Klasse."

Der Tabellenzweite Wolfsburg hätte sich derweil gerne mit einem weiteren großen Schritt in Richtung direkter Champions-League-Qualifikation belohnt. Doch mit einer schlechten Chancenauswertung brachten sich die Wölfe um den Sieg. "Nach der ersten Halbzeit darfst du das nicht mehr aus der Hand geben", sagte Trainer Dieter Hecking: "In der zweiten Halbzeit war das einfach zu wenig."

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