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München - Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge will neue Stars nach München locken, das werde nicht billig. Der Umbruch soll sanft gestaltet, Pep Guardiola miteinbezogen werden.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat einen neuen Rekordtransfer beim FC Bayern München prophezeit.

"Wir werden auch wieder Stars in die Stadt locken. Das wird eher nicht preiswerter als früher", sagte Rummenigge im Interview mit der Süddeutschen Zeitung

Bislang ist Javi Martinez mit 40 Millionen Euro der Münchner Rekordtransfer.

Bereits im SPORT1-Interview vor einigen Wochen hatte Rummenigge einen solchen Top-Transfer angekündigt.

"Erst mal um die Qualität, die ohne Frage schon vorhanden ist, nochmal ein bisschen zu verbessern und auch - da mach ich keinen Hehl daraus - die Hierarchien in Frage zu stellen."

Zugleich solle weiter mit Augenmaß und nicht in Dimensionen wie beim entthronten Champions-League-Sieger Real Madrid investiert werden: "Ich weigere mich, einen 100-Millionen-Transfer zu machen, nur weil Real Madrid einen macht. Wir wollen nicht jeden Wahnsinn mitgehen, werden nicht dem Herdentrieb folgen."

Den personellen Umbruch angesichts der vielen Ü30-Spieler im Kader will Rummenigge sanft gestalten. Angesprochen auf die Personalien Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso kündigte er an: "Wir werden mit der notwendigen Sensibilität Entscheidungen treffen."

Guardiola soll mitplanen

In die künftige Kaderplanung soll auch Trainer Pep Guardiola miteinbezogen werden, auch wenn dessen Vertrag über 2016 hinaus nicht verlängert wird.

Das hielt Rummenigge fest. "Wir können doch jetzt nicht die Mannschaft planen, die 2018 im Champions-League-Finale stehen soll. Ein Kader muss für eine Saison funktionieren - deshalb ist Pep natürlich in die Planung eingebunden. Wie übrigens auch Jupp Heynckes 2012 eingebunden war."

Rummenigge wünscht sich weiterhin, dass Guardiola den Münchnern über 2016 hinaus erhalten bleibt.

Die Kritik an Guardiola nach dem Halbfinal-K.o. in der Champions League wies Rummenigge vehement zurück: "Wir dürfen uns glücklich schätzen, einen Trainer mit einem derart präzisen Plan zu haben. Dieser Trainer ist extrem flexibel, und er macht sich extrem Gedanken, wie er die Elf auf- und einstellt. Er erfüllt alle Kriterien, die wir an einen guten Trainer richten."

Taktikänderung als Stärke

Guardiolas ständige Änderungen der Bayern-Taktik sieht der frühere Bayern-Torjäger als Qualitätsmerkmal: Wenn wie im ersten Duell mit Barcelona "die Dreierkette ein gewisses Problem hatte, ist es doch richtig, wenn der Trainer umstellt. Das ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Das wird in Deutschland oft etwas eindimensional gesehen."

In anderen Ländern begreife man es "als Stärke, wenn ein Trainer mit einem Eingriff das Spiel verändert. Ich finde es richtig, dass unser Trainer aktiv coacht."

Rummenigge wies nochmals auf die Verletztenmisere des Rekordmeisters hin: "Ich hätte die Spiele gegen Barcelona gerne mal mit unserer besten Besetzung gesehen." Würde man "die Details unserer Krankenakten kennen", würde man auch "die Gedanken- und Emotionswelt des Trainers besser verstehen. Er musste gegen Barcelona einen hohen Preis bezahlen."

Den zurzeit arg in der Kritik stehenden WM-Held Mario Götze nahm er in die Pflicht: "Wir sind alle hilfsbereit, aber am Ende des Tages ist es auch der Spieler, der die Verantwortung für sich selbst übernehmen muss."

Guardiola hatte am Freitag versucht, die Diskussion um Götze zu beenden: "Ich bin sehr zufrieden mit seiner Einstellung. Es gibt keine Diskussion, ob er bleibt oder nicht."

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