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SPORT1-Experte Thomas Helmer stellt nach den bitteren Pleiten gegen Dortmund, Barca und Augsburg die körperliche und geistige Frische des FC Bayern München infrage.

Hallo Fußball-Freunde,

der FC Bayern hat auch das vierte Pflichtspiel in Folge verloren und ist seit sechs Stunden ohne eigenes Tor. Beides sind ungewohnte Zahlen.

Ich war gegen den FC Augsburg im Stadion und da konnte man den Eindruck bekommen, dass die Bayern ausgebrannt sind.  Nicht nur die mentale Stärke ist weg, sondern auch die körperliche.

Die Spiele im Moment sind sehr kraftraubend, das merkt man der Mannschaft an. Wenn sie dann auch noch lange in Unterzahl spielen muss, ist das schwerBbeim Gegentor sieht man auch, dass im Moment einfach irgendwas fehlt.

In so einer Phase wird Trainer Pep Guardiola natürlich zum Thema. Dass er ein guter Trainer ist und schon in Barcelona war, wissen alle. Man wollte sich unter ihm weiterentwickeln. In bestimmten Momenten ist aber auch der beste Trainer machtlos.

In der zweiten Halbzeit haben die Bayern gegen den FC Barcelona ja nicht schlecht gespielt. Wenn die Spieler dann in der 94. Minute bei 0:2 aber noch nach vorne rennen wie die Bekloppten, kann der Trainer nichts dafür. Da verlange ich von den erfahrenen Spielern, Weltmeistern wie Xabi Alonso und Philipp Lahm, dass sie hinten bleiben.

Wenn man sich das Spiel gegen Barcelona richtig anschaut, sieht man aber auch, dass Barca bissiger war. Die haben mindestens genauso viele Spiele auf dem Buckel wie die Bayern, haben aber zwei Jahre keinen Titel mehr gewonnen. Die Barca-Spieler wollten es mehr. Das schafft die Mannschaft des FC Bayern im Moment nicht, auch nicht mit Guardiola.

Nun gibt es sogar Gerüchte, dass Guardiola schon im Sommer zu Manchester City wechseln soll. Für die Bayern ist sehr wichtig, wie sich die Gespräche um eine mögliche Vertragsverlängerung entwickeln. Die Münchner stehen schließlich vor einem personellen Umbruch. Wenn ich diesen Umbruch angehe und dabei so viel wie bislang auf Pep Guardiola höre - und der geht dann nach einem Jahr - macht das nicht so viel Sinn.

Finanziell werden die Bayern bei ihrem Umbruch keine Probleme bekommen. Entscheidend ist, wie sie Arjen Robben und Franck Ribery ersetzen. Gibt es Spieler in dieser Form überhaupt noch einmal auf dem Markt? Ich wüsste ad hoc keinen. Selbst ein Marco Reus ist ein anderer Spielertyp. Er kann auf dieser Position spielen, ist aber kein Robben. Es gibt keinen Spieler im Moment, der im Eins-gegen-Eins so stark ist und so eine Dynamik zum Tor hat, wie Robben. Und jeden Spieler bekommen auch die Bayern nicht.

Bis demnächst,
Euer Thomas Helmer

Ex-Nationalspieler Thomas Helmer wechselt sich in dieser Saison als Experte im Volkswagen Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Strunz und Mario Basler ab.

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